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Neue Aktionärsstruktur Aktivist Paul Singer treibt die Aktie von Rocket Internet

Die Aktie wird seit dem Börsenrückzug nur noch in Hamburg gehandelt. Singer könnte auf ein höheres Rückkaufangebot von Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer spekulieren.
29.12.2020 - 18:09 Uhr Kommentieren
Der Aktivist setzt erfolgreich Manager unter Druck. Quelle: Reuters
Paul Singer

Der Aktivist setzt erfolgreich Manager unter Druck.

(Foto: Reuters)

Hamburg Eigentlich ist sie seit Ende Oktober weg vom Parkett: die Aktie von Rocket Internet. Seit dem offiziellen Börsenrückzug wird das Papier nur noch an der Börse Hamburg gehandelt.

Diejenigen Anleger, die nicht auf das Rückkaufangebot des Unternehmens eingegangen sind und ihre Aktie behalten haben, erlebten am Dienstag allerdings ein sattes Kursplus: Die Aktie stieg im Freiverkehr um gut sechs Prozent auf 21,46 Euro – deutlich über dem Rückkaufkurs von 18,57 Euro aus dem Herbst. Aktien im Wert von gut drei Millionen Euro wechselten am Dienstag ihren Besitzer.

Der plötzliche Hype der untoten Aktie hat einen Grund. Rocket Internet veröffentlichte auf seiner Website die neue Aktionärsstruktur. Demnach hält der aktivistische Investor Paul Singer über seinen Fonds Elliott inzwischen gut 15 Prozent der Anteile.

Singer ist spätestens bekannt, seit er erfolgreich auf die Staatspleite Argentiniens wettete. In Deutschland ist er ebenfalls aktiv gewesen: 2019 nutzte er die Glyphosat-Krise, um Druck auf Bayer zu machen. Bei Thyssen-Krupp beschleunigte er die Sanierung, bei Scout24 die Aufspaltung des Unternehmens.

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    Bei Rocket Internet könnte Singer möglicherweise auf die Klagen setzen, die Aktionäre bereits gegen den Börsenrückzug angekündigt haben. Rocket-Internet-Chef und Großaktionär Oliver Samwer stand stark in der Kritik, weil Rocket Internet eine ungewöhnliche Art des Börsenrückzugs gewählt hatte.

    Das Abfindungsangebot kam nicht von einem Aktionär, sondern vom Unternehmen selbst. Zudem lag das Angebot vergleichsweise niedrig, weil die Hochzeit der Coronakrise in die Berechnung des zu zahlenden Durchschnittskurses der vergangenen sechs Monate vor dem Angebot eingeflossen war.

    Samwer hatte zudem mehrfach betont, es gebe keine konkreten Pläne für einen Rückzug von der Börse. Aktionärsschützer sprachen markig von „legalem Betrug“, allerdings beanstandeten die Börsenaufseher die Pläne nicht.

    Singer könnte sich rauskaufen lassen

    Daher dürfte ein anderes Szenario wahrscheinlicher sein: Singer könnte schlicht auf ein neues, höheres Rückkaufangebot von Samwer spekulieren – ob offiziell oder über die Börse. Schließlich mutmaßten die Börsianer, Samwer wolle über kurz oder lang die verbliebenen Aktionäre loswerden. Dazu müsste er nun Singer rauskaufen. Und der weiß erwiesenermaßen, wie er sich bei Vorständen und vermeintlich mächtigeren Anteilseignern unbeliebt machen kann.

    Samwer ist mit 49,6 Prozent über seine Gesellschaft Global Founders Haupteigner. Auch Merrill Lynch und der Hedgefonds 683 Capital Partners halten Aktienpakete. 20,5 Prozent der Anteile hält das Unternehmen durch den Rückkauf selbst. Der Streubesitz liegt bei 5,1 Prozent.

    Samwer hatte zuletzt betont, nach dem Börsenrückzug solle Rocket Internet weiterhin Start-ups gründen und großmachen. Allerdings könne sich der Konzern inzwischen gut abseits der Börse finanzieren – und könne so auf Berichtspflichten und andere Kostenfaktoren verzichten.

    In den ersten neun Monaten 2020 war der Nachsteuergewinn von Rocket Internet deutlich zurückgegangen: von 306 Millionen Euro auf nur noch 8,2 Millionen Euro. Dazu trug bei, dass im Rocket-Fonds RICP Anlaufverluste anfallen.

    Die Coronakrise drückt zudem offenbar auf den Wert des Catering-Geschäfts der B2B-Food-Group, die mehrere Catering-Start-ups umfasst. Im Vorjahr hatte Rocket zudem ergebnistreibend unter anderem Anteile an Hello Fresh verkauft – rückblickend allerdings voreilig, denn die Aktie des Kochboxversenders ist 2020 deutlich gestiegen.

    Mehr: Kritik am Börsenrückzug - „Eine bodenlose Frechheit“

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