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Neue Gesellschaft gegründet Telekom lagert Funktürme in Niederlanden aus und sucht Investoren

Der Dax-Konzern treibt den Umbau des Europageschäfts voran. In den Niederlanden werden die Funktürme in eine neue Gesellschaft eingebracht. Das ist wohl nur ein erster Schritt.
21.01.2021 - 16:58 Uhr Kommentieren
Die Deutsche Telekom und andere Netzbetreiber spalten ihr Geschäft mit Funktürmen ab und hoffen auf höhere Renditen. Quelle: dpa
Funktürme

Die Deutsche Telekom und andere Netzbetreiber spalten ihr Geschäft mit Funktürmen ab und hoffen auf höhere Renditen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Seit Jahren wird spekuliert, ob und wie die Deutsche Telekom ihr lukratives Geschäft mit Funktürmen noch lukrativer veräußert. In den Niederlanden zeigt der Dax-Konzern jetzt, in welche Richtung es sich entwickelt: Die Funktürme dort werden in eine Gesellschaft mit der spanischen Infrastrukturgesellschaft Cellnex eingebracht, wie beide Firmen am Donnerstag mitteilten.

Gleichzeitig schafft die Telekom die Basis für eine europaweit operierende Infrastrukturgesellschaft. Denn der Konzern hält die Anteile am Gemeinschaftsunternehmen nicht direkt, sondern gründet dafür die Gesellschaft Digital Infrastructure Vehicle (DIV). Die Telekom wird zwei Drittel an der Gesellschaft halten, den Rest Cellnex. Das Gemeinschaftsunternehmen wiederum bekommt 38 Prozent der Anteile an der Cellnex Netherlands. Zudem erhält die Telekom 250 Millionen Euro in bar.

Die Aktie der Deutschen Telekom wurde trotz der Ankündigung auf Vortagsniveau bei rund 15 Euro gehandelt.

Die Telekom hat bislang 3150 Mobilfunkstandorte im Land, Cellnex 984. Sie werden jetzt in der Gesellschaft Cellnex Netherlands B.V. zusammengeführt. Die niederländische Mobilfunktochter T-Mobile erhält langfristige Verträge zur Nutzung der Standorte zu „marktüblichen Preisen“, wie die Telekom mitteilte.

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    DIV soll neben den Ankeraktionären Telekom und Cellnex auch für institutionelle Investoren geöffnet werden. Langfristig will die Telekom 25 Prozent der Anteile an der Gesellschaft halten. Deren Leitung liegt bei Vicente Vento. Er ist Co-Gründer von Deutsche Telekom Capital Partners (DTCP), einem 2015 von der Telekom gestarteten Investor.

    Mit DTCP hatte der 39-Jährige bereits im vergangenen Jahr zusammen mit dem Geldgeber Warburg Pincus, bei dem auch der ehemalige Telekom-Chef René Obermann arbeitet, die Mehrheit an der britischen Glasfasergesellschaft Community Fibre übernommen. Auch für DIV kündigte Vento Ambitionen über die Niederlande hinaus an: „Wir wollen mit europaweiten Investitionen risikoadäquate Verzinsungen für unsere Investoren erzielen.“

    Der 39-Jährige wird die neugegründete Gesellschaft Digital Infrastructure Vehicle (DIV) leiten und will europaweit in Infrastruktur investieren.
    Vicente Vento

    Der 39-Jährige wird die neugegründete Gesellschaft Digital Infrastructure Vehicle (DIV) leiten und will europaweit in Infrastruktur investieren.

    Etliche Netzbetreiber trennen sich derzeit von ihren Funktürmen. Das Geschäft mit den Standorten gilt als lukrativ. An der Börse werden eigenständige Infrastrukturgesellschaften oft besser bewertet als Teile eines großen Netzbetreibers. Die Telekom-Rivalen Telefónica und Vodafone haben diesen Schritt bereits vollzogen. Über einen Börsengang der Funkturmsparte der Telekom in Deutschland gibt es seit Jahren Spekulationen. Im Mai will der Konzern auf dem Kapitalmarkttag einen Ausblick auf die weitere Planung geben.

    Telekom-Konzernchef Timotheus Höttges sagte: „Die Vereinbarung mit Cellnex unterstreicht den hohen Wert passiver Mobilfunk-Infrastruktur. Wir schaffen eine führende Funkturm-Gesellschaft in den Niederlanden, die Synergien erschließen und unseren 5G-Ausbau beschleunigen soll.“

    Bislang hatte die Telekom ihr Funkturmgeschäft in den Niederlanden über die T-Mobile Infra BV betrieben. Die Firma erzielte auf Jahresbasis einen Umsatz von rund 60 Millionen Euro sowie ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) nach Leasingkosten in Höhe von 30 Millionen Euro.

    Die Niederlande waren lange Zeit ein Problemgeschäft für die Telekom. Während der vergangenen Jahre hat sich die Tochtergesellschaft zu einem Wachstumsmarkt entwickelt. Die Niederlande werden nicht von Europachefin Dominique Leroy, sondern von Vorstand Thorsten Langheim gemanagt, der sich auch um die USA kümmert.

    Mehr: Verkauf, Zukauf, Glasfaser: So richtet CEO Höttges die Deutsche Telekom neu aus.

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