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Neue Hardware Microsoft baut wieder Smartphones – und nimmt den Kampf mit Apple auf

Microsoft will mit einem Aufklapp-Gerät wieder auf dem Smartphone-Markt mitmischen. Dafür kooperiert der Konzern auch mit einem weiteren Tech-Riesen.
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Noch ist es ein Prototyp: Mit dem Surface Duo würde Microsoft in den Smartphone-Markt zurückkehren. Quelle: AFP
Surface Duo

Noch ist es ein Prototyp: Mit dem Surface Duo würde Microsoft in den Smartphone-Markt zurückkehren.

(Foto: AFP)

New York Es war die Überraschung des Herbstevents von Microsoft in New York. Der Konzern, der erst vor wenigen Jahren die eigenen Windows-Telefone aufgegeben hatte, will wieder in den Smartphone-Markt zurückkehren.

Sichtlich aufgeregt präsentierte Produktchef Panos Panay am Mittwoch die neue Kriegserklärung von Microsoft an Apple. Nach der vollständigen Niederlage 2016 mit dem Ende des eigenen Mobile-Betriebssystems wagt sich der gedemütigte Riese aus Redmond wieder aus der Defensive. Die milliardenschwere Pleite mit der Übernahme der Mobilfunksparte von Nokia und anschließender Totalabschreibung lastet aber noch auf dem Unternehmen.

Vielleicht auch deshalb der Neustart mit Unterstützung: Microsoft greift statt auf das eigene Windows auf das Betriebssystem Android von Google zurück. Eine zusammen mit Google modifizierte Version des Betriebssystems soll auf den Geräten zum Einsatz kommen.

Das neue Smartphone von Microsoft mit dem Namen Surface Duo soll sich zudem stark von klassischen Geräten wie Apples iPhone abheben: Zwei Bildschirme mit ganz dünnen Rändern, verbunden mit zwei Metallscharnieren, zusammengeklappt 5,6-Zoll groß und damit sogar ein wenig kleiner als ein iPhone 11. Aber auseinandergeklappt ist das Surface Duo dafür doppelt so groß und es hat zwei vollwertige Arbeitsflächen.

Quelle: AP
Microsoft Surface Duo
(Foto: AP)

Beim zentralen Chip wird auf bewährte Mobiltechnik von ARM gesetzt, statt auf Intel oder AMD. ARM-basierte Chips treiben heute praktisch hundert Prozent aller Android-Mobiltelefone an. Aktuell wird vom integrierten LTE-Mobilfunk im Duo gesprochen, zu 5G wollte im Saal niemand Stellung nehmen.

Es wird klar: CEO Satya Nadella will es noch einmal wissen. Er gibt Hardwaretüftler Panay freie Hand, aber der muss auch auf Nummer sicher gehen. Milliarden-Fehlschläge sind keine Option mehr. „Alle Android Apps“ werden auf dem Duo laufen, verkündet Panay laut in die Runde in einem alten New Yorker Lagerhaus, damit es auch jeder mitbekommt. Fehlende Apps waren es damals, die Windows Mobile letztlich den Garaus gemacht hatten. Das soll nicht wieder passieren.

Hardwaresparte auf Besserungskurs

Zuletzt war es wieder besser gelaufen für die Hardwaresparte. Im abgelaufenen Quartal des Geschäftsjahres 2019 lag der Umsatz um 14 Prozent über dem Vorjahr – und da gab es noch keine neuen Modelle. Genauere Angaben gibt es nicht, die Zahlen sind im Bereich „More Personal Computing“ vergraben. Bei früherer Gelegenheit hieß es einmal, der Umsatz habe im vierten Quartal 2018 die Marke von 1,1 Milliarde Dollar im Quartal übersprungen.

Es geht also um richtig viel Geld. Der frühe Termin der Ankündigung lässt ebenfalls aufmerksam werden. Erst im Herbst 2020 werde das Surface Duo auf den Markt kommen, heißt es, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft. Dann wird auch Apples neues iPhone auf den Markt kommen.

Das aktuelle iPhone-Modell 11 wird oft wegen seiner inneren Qualitäten gelobt, aber das Äußere gilt nur als langweiliger Abklatsch des Vorgängers. Microsoft setzt, so wie auch Samsung, auf Klappbildschirme im Hochpreis-Segment und hofft so auf einen frischen Start im kommenden Jahr.

Damit hat es sich schon mit den Daten. Von zwei grimmig dreinschauenden Bodyguards bewacht, ruhte später ein „Duo“-Gerät im Veranstaltungsraum und durfte nur aus der Ferne fotografiert und nicht berührt werden.

Einen großen Bruder bekommt das Duo auch: Das Neo wird zwei klappbare 9-Zoll-Bildschirme bekommen und fällt damit schon in die Tablet-Klasse. Das Neo richtet sich an Geschäftskunden. Es wird mit Windows 10X betrieben, einer speziellen Windows-Version für Doppelbildschirm-Tablets.

Das Duo bekommt auch einen großen Bruder, das Neo, mit zwei aufklappbaren 9-Zoll-Displays sowie dem neuen Windows 10 X. Quelle: AP
Microsoft-Managerin Carmen Zlateff präsentiert das Surface Neo

Das Duo bekommt auch einen großen Bruder, das Neo, mit zwei aufklappbaren 9-Zoll-Displays sowie dem neuen Windows 10 X.

(Foto: AP)

Partner wie Asus, Lenovo, Dell und HP hätten schon Interesse signalisiert und wollten ebenfalls Windows-10X-Laptops oder -Tablets mit Doppelbildschirmen vorstellen. Das Neo, ebenfalls für Herbst 2020 angekündigt, kommt erst einmal in die Obhut der grimmigen Bodyguards – nur gucken erlaubt.

Microsoft stellte runderneuerte Palette von Surface-Geräten vor

Anzufassen gab es allerdings eine runderneuerte Palette von Surface-Geräten. Sie können größtenteils ab heute vorbestellt werden. Vor Jahresende sollen sie in den Läden sein.

Besonders hervorzuheben ist dabei das Surface Pro X. Es ist mit 7,3 Millimeter das dünnste und leichteste Exemplar des Tablet-Modells, es hat eine abnehmbare Tastatur und bekommt einen eigens von Microsoft zusammen mit Qualcomm optimierten, ARM-basierten Chip. Das soll das Gerät besonders energieeffizient und auch schnell machen.

Für die ambitionierten Geschäftskunden wird das Surface Pro X eingeführt, das neue Top-Modell von Microsofts Mobil-Serie. Quelle: AP
Surface Pro X

Für die ambitionierten Geschäftskunden wird das Surface Pro X eingeführt, das neue Top-Modell von Microsofts Mobil-Serie.

(Foto: AP)

Das Display hat eine Diagonale von 13-Zoll. Zwei USB-C Anschlüsse, Microsoft legt bei Business-Modellen auf eine Vielfalt von Schnittstellen Wert, und eine Schnellladefunktion für den eiligen Nutzer runden das Bild ab. Rund 80 Prozent der Akkuleistung sollen schon nach einer Stunde laden wieder zur Verfügung stehen.

Eingefleischte Surface-Fans wird die neue Tastatur erfreuen. Wird sie aufgeklappt, gibt sie nicht nur die Sicht auf die Tastatur frei, sondern auch auf den neuen, flachen „Slim Pen“ für die Arbeit auf dem Berührungsbildschirm. Bislang sind die 100 Euro teuren Stifte magnetisch am Rand des Bildschirms angebracht, was oft zu Verlust führen konnte.

Nun nimmt eine Mulde das teure Zubehör auf und lädt es sogar noch – keine teuren Spezialbatterien mehr, sondern ein Akku. Das Surface Pro X beginnt bei 1149 Euro, aber nach oben sind bei schnelleren Prozessoren und mehr Speicher wenig Grenzen gesetzt. Es soll im November in Deutschland erhältlich sein.

Der Surface-Laptop hat sich zum beliebten Arbeitsgerät in Unternehmen entwickelt und wird ebenfalls deutlich überarbeitet. Es wird ihn zum ersten Mal in einer 15-Zoll-Variante und mit komplett metallischem Gehäuse geben. Verschwunden ist hier das eher umstrittene Alkantara-Finish des Vorgängers. Alle Einsteigermodelle mit 13,5-Zoll und 15-Zoll-Bildschirmen gibt es mit AMD-Chips, die teureren Modelle arbeiten mit Intels der 10. Generation.

Ganz im Sinne von Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit können bei dem Surface Laptop 3 Festplatte oder Bildschirm mit wenigen Handgriffen ausgewechselt werden. Ein Feature, das von den Geschäftskunden gewünscht wurde, wie es auf Nachfrage bei dem Unternehmen hieß. Allerdings kann dies der Kunde nicht selbst machen. Nur geschultes Fachpersonal mit entsprechender Ausstattung sollen diese Operationen vornehmen. Der Laptop 3 mit 13,5-Zoll-Display wird in Deutschland ab 1149 Euro angeboten werden, die 15-Zoll-Version wird es ab 1.349 Euro geben.

Das klassische Surface-Pro-Tablet, mit dem 2012 alles angefangen hat, bekommt überwiegend Modellpflege. Das Gerät erhält einen Intel-Chip der 10. Generation und erstmals einen USB-C-Anschluss neben dem bekannten USB-A-Konnektor. Das Tablet mit 12,3-Zoll-Schirm bekommt auch die Schnellladefunktion des großen Bruders. Surface Pro 7 startet auf dem deutschen Markt für Endkunden ab 899 Euro. Vorbestellbar ab sofort.

Mehr: Der Software-Hersteller hat Aktienrückkaufe im Wert von bis zu 40 Milliarden Dollar angekündigt. Zudem soll die Quartalsdividende um elf Prozent auf 51 Cent je Aktie steigen.

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