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Online-Autohändler US-Investor Sequoia will sich vor geplantem Börsengang an Auto1 beteiligen

Der Online-Autohändler bekommt offenbar noch vor dem IPO neue Anteilseigner. Die Investitionen von Sequoia und Lone Pine wären ein Vertrauensbeweis für Auto1.
18.01.2021 Update: 19.01.2021 - 14:05 Uhr Kommentieren
Die beiden haben das Start-up 2012 gegründet. Koc hat sich mittlerweile aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und ist in den Aufsichtsrat gewechselt. Inzwischen ist das Unternehmen in über 30 Ländern aktiv. Quelle: Dominik Butzmann für Handelsblatt
Christian Bertermann (links) und Hakan Koc

Die beiden haben das Start-up 2012 gegründet. Koc hat sich mittlerweile aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und ist in den Aufsichtsrat gewechselt. Inzwischen ist das Unternehmen in über 30 Ländern aktiv.

(Foto: Dominik Butzmann für Handelsblatt)

Düsseldorf Geschäftsführer Christian Bertermann, 36, und sein Online-Autohändler Auto1 Group bekommen noch vor dem geplanten Börsengang neue Aktionäre. Nach Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg kaufen der US-Fonds Sequoia Capital und der amerikanische Hedgefonds Lone Pine Capital dem Bestandsinvestor DN Capital Aktienpakete ab.

In dem Deal wird Auto1 mit sechs Milliarden Euro bewertet. Damit wäre die von Vorstandschef Bertermann und Hakan Koc 2012 gegründete Berliner Firma nun das mit Abstand wertvollste Start-up Deutschlands vor der Neobank N26.

Erst am vergangenen Donnerstag hatte der Online-Autohändler aus Berlin seinen Börsengang in Frankfurt für das erste Quartal angekündigt. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben mit dem IPO eine Milliarde Euro erlösen und „die beste Plattform schaffen, um Autos online zu kaufen und zu verkaufen“, sagt Bertermann. Die Wachstumsvision des Start-ups ist es, neben dem Großkundengeschäft ein signifikantes Endkundengeschäft aufzubauen.

Bei der letzten öffentlichen Bewertung kam Auto1 2018 auf 2,9 Milliarden Euro. Laut Finanzkreisen soll das Unternehmen beim Börsengang eine Bewertung von sechs bis acht Milliarden anstreben. Es ist ein starkes Signal, dass diese Summe nun schon vor dem IPO durch die US-Investoren bestätigt wird – auch sie glauben offensichtlich an die eingeschlagene Strategie.

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    Bloomberg beruft sich auf mit der Transaktion vertraute Personen. Demnach haben die US-Kapitalgesellschaften eine vorläufige Vereinbarung getroffen, DN Capital für jeweils etwa 50 Millionen Euro Auto1-Aktien abzukaufen und die Aktien mindestens sechs Monate zu behalten – also zumindest einige Wochen über den Börsengang hinaus. DN Capital ist eine Londoner Venture-Capital-Firma, die sich auf Frühphaseninvestments spezialisiert hat und zu den ersten institutionellen Geldgebern von Auto1 zählte.

    Darüber hinaus sollen Sequoia und Lone Pine Capital laut den informierten Kreisen signalisiert haben, für jeweils mindestens weitere 50 Millionen Euro Aktien beim Börsengang zu kaufen. Auto1 wollte sich zu der Meldung nicht äußern. Auch von den Investoren gab es zunächst keine Bestätigung.

    Vom Großhändler zum Onlineshop für Privatnutzer

    Auto1 hatte lange Zeit vor allem gebrauchte Autos von Privatnutzern aufgekauft und sie an professionelle Händler weitervertrieben, unter anderem mittels der Plattform „wirkaufendeinauto.de“. Nun vertreibt das Unternehmen über die Plattform „Autohero“ zunehmend auch Fahrzeuge an Endkunden, die ihr Auto vom Sofa aus bestellen können. Vorbild ist unter anderem der börsennotierte US-Gebrauchtwagenhändler Carvana, der Autoauslieferungen etwa mit gläsernen Trucks zelebriert.

    Laut Geschäftsführer Bertermann handelt es sich beim Endkundenangebot um maximal fünf bis sechs Jahre alte Fahrzeuge, die nicht mehr als 100.000 Kilometer gefahren wurden und standardmäßig 12.000 bis 13.000 Euro kosten sollen. Damit hebe sich Auto1 ab vom Gros der Autohändler, deren Ware älter sei und meist nur 6000 bis 8000 Euro koste.

    Der Betriebswirt Bertermann und sein Mitgründer, der Jurist Koc, haben sich über die vergangenen knapp zehn Jahre zunehmend einen lukrativen Markt erschlossen. Dieser ist gewaltig, aber bisher stark zerfasert. 2019 lag der Umsatz allein in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamts bei knapp 90 Milliarden Euro.

    Gemessen an den Absatzzahlen ist der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland mit sieben Millionen Fahrzeugen pro Jahr doppelt so groß wie der für Neuwagen. Während der Pandemie waren Gebrauchte bei den Käufern im Vergleich zu Neuwagen sogar noch beliebter.

    Allein im Jahr 2019 hat Auto1 selbst mehr als 615.000 Gebrauchtwagen verkauft – nach eigenen Angaben rund doppelt so viele wie der nächstgrößte Anbieter innerhalb der Europäischen Union. Mittlerweile ist das Unternehmen in über 30 Ländern aktiv. „Der adressierbare Markt für Gebrauchtwagen in Europa ist 600 Milliarden Euro groß“, sagte Bertermann kürzlich über das Marktpotenzial.

    Dem Vorstand von Auto1 gehört neben ihm seit Ende 2020 nur noch Finanzchef Markus Boser an. Koc ist in den Aufsichtsrat gewechselt, der vom Wirtschaftsmanager Gerhard Cromme geleitet wird. Weitere Investoren neben DN Capital sind unter anderem der japanische Softbank Vision Fund, Target Global, DST Global, Piton Capital und Princeville Global.

    Mehr: Auto1 kündigt milliardenschweren Börsengang an

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