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Online-Enzyklopädie Wikipedia-Nutzer sind oft zu naiv

Viele Lehrer, Schüler und Studenten nutzen die beliebte Online-EnzyklopädieWikipedia inzwischen als Primärquelle. Warum das tückisch sein kann, erklärt Wikimedia-Referent Kilian Kluge.
22.10.2011 - 13:41 Uhr 5 Kommentare
Kilian Kluge referiert an Schulen über den richtigen Umgang mit Wikipedia. Quelle: dapd

Kilian Kluge referiert an Schulen über den richtigen Umgang mit Wikipedia.

(Foto: dapd)

Berlin Die Betreiber der Online-Enzyklopädie Wikipedia mahnen Schüler und Lehrer in Workshops zu einem besonnenen Umgang mit den Inhalten des Lexikons. „Wikipedia ist ein guter Ausgangspunkt für eine Recherche, aber ein ziemlich schlechtes Ende“, sagte Wikimedia-Referent Kilian Kluge in einem Interview. Der Verein Wikimedia betreut das Enzyklopädie-Projekt Wikipedia.

Ein Großteil der Lehrer und Schüler würde das Online-Lexikon inzwischen als Primärquelle für die Schularbeiten nutzen, dabei aber wichtige Regeln vernachlässigen. „Wikipedia ist eine gute Informationsquelle, aber viele nehmen all das, was da steht, für bare Münze und überprüfen das nicht weiter“, sagte Kluge. Das sei ein sehr naiver Umgang mit dem Online-Lexikon. Viele Schüler wüssten nicht, dass bei Wikipedia ein Klick auf den „Bearbeiten“-Button reiche und schon könne jeder Internetnutzer die Artikel verändern.

Diesem Unwissen will die Wikipedia-Gemeinschaft mit dem Projekt „Wikipedia macht Schule“, das im Sommer 2010 deutschlandweit angelaufen ist, entgegenwirken. In den dreistündigen Workshops erhalten Lehrer und Schüler Tipps zum richtigen Umgang mit Wikipedia.

Einer davon ist die Überprüfung der Quellen, die von den Autoren beim Schreiben der Artikel verwendet wurden und am Ende eines jeden Beitrags einzusehen sind. „Wenn die Quellen zu einem hoch wissenschaftlichen Thema nur aus populärwissenschaftlichen Zeitschriften bestehen, dann ist der Informationsgehalt des Artikels natürlich nicht so gut“, sagte der 21-Jährige, der seit 2003 Mitglied der Wikipedia-Gemeinschaft ist.

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    Außerdem solle immer die Entstehungsgeschichte eines Artikels berücksichtigt werden. Diese kann mit einem Klick auf den Reiter „Diskussion“ im oberen Teil der Artikel angeschaut werden. „Da sieht man dann sehr schnell, ob bestimmte Passagen im Artikel umstritten sind“, sagte Kluge.

    Für eine fundierte Recherche sei auch das Heranziehen von zusätzlichen Quellen unabdingbar. „Wikipedia stellt ja nur das vorhandene Wissen zusammen. Man liest dort immer nur die Zusammenfassung dessen, was mal jemand geschrieben hat“, sagte Kluge.

    • dapd
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    5 Kommentare zu "Online-Enzyklopädie: Wikipedia-Nutzer sind oft zu naiv"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @ "Anonymer" Benutzer Ralf U:
      Sie haben die Lobby der Verschwörungstheoretiker, Trolle und Ichlinge vergessen.

    • Einige Lobbyisten setzen Wikipedia für ihre Zwecke ein:
      Die Pseudowissenschaft "Gender Studies" wird an den Universitäten mit großen Summen gefördert und erzeugt eine große Zahl pseudowissenschaftlicher Werke. Kritik am Genderismus findet nicht oder nur am Rande statt.
      Die Schwulen- und Lesbenlobby verteidigt ihren Anspruch auf eine Leitkultur in Beiträgen, die sich um Mann, Frau, Ehe und Familie drehen.
      Die Klima- und Treibhaus-Lobby hatte einen Wikipedia-Administrator (William Connolley) auf ihrer Seite, der tausende Beiträge zum Thema Klima einseitig manipulierte.
      Die Gleichheits-Ideologen finden sich dort ebenso wie von der Regierung bezahlte Autoren, welche ihre Vertreter und ihre Politik vorteilhaft darstellen sollen.

    • Wikipedia bietet als Informationsmedium sowohl Vorteile als auch Nachteile:

      + eine Menge an Informationen, an die man sonst nur schwer kommt
      + gelungene Kurzartikel über die gesuchten Begriffe
      + einen guten Einstiegspunkt für weitere Online- und Offline-Recherchen
      + ein kostengünstiges Lexikon (Bildung fürs Volk)

      - manchen Artikel mangelt es an Qualität
      - kurzfristige Manipulationen an Artikeln sind möglich

      Wikipedia fordert einen mündigen Nutzer. Man sollte die gegebenen Informationen kritisch hinterfragen und je nach Wichtigkeit gegenprüfen.

      Gegen den Einwand, Wikipedia sei bisweilen ideologisch unterwandert, gibt es ein einfaches Gegenargument: Wer Informationen generell kritiklos schluckt, sei es von Wikipedia, Brockhaus, Handelblatt, BILD, der eigenen Ehefrau, läuft Gefahr auf die Nase zu fallen.

      Die Behauptung, Wikipedia bedeute nur Halbwissen, ist Halbwissen.

    • Man sollte die Tatsache nicht vergessen, dass (alle?) Texte der Wikipedia nicht nur von Suchenden gelesen werden. Sie werden auch von Insidern (Fachleuten/Autoren) kritisch betrachtet, kontrolliert und korrigiert.
      Sie glauben ja gar nicht, wie kritisch die Gemeinde ist.
      Es ist allerdings nicht zu bestreiten, dass dies dem Zufall unterliegt und dass Artikel nicht systematisch geprüft werden.

    • Die Nutzung von Wikipedia als Informationsquelle für Schulaufgaben oder wissenschaftliche Arbeiten an Hochschulen sollte grundsätzlich untersagt werden. Denn bei Wikipedia kann jeder mitschreiben, unabhängig von seiner Qualifikation für das jeweilige Thema. Eine wissenschaftliche Kontrolle der Inhalte, wie sie bei klassischen Lexika wie Brockhaus oder Meyers Enzyklopädie selbstverständlich ist, gibt es bei Wikipedia nicht. Deshalb häuft sich hier ein unausgegorenes und oberflächliches Halbwissen an, dass je nach politischem Standort der Verfasser häufig auch noch ideologisch eingefärbt ist. Wikipedia repräsentiert in Sachen Wissen vor allem Masse, aber immer weniger Klasse. Wikipedia ist deshalb wenig hilfreich wenn es gilt, die Qualität am Bildungsstandort Deutschland zu steigern.

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