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Onlinehändler Ebay geht beim Bezahlen auf deutsche Kunden zu

Die Amerikaner wollen künftig alle Zahlungen selbst abwickeln. So will der Onlinehändler das Einkaufen leichter machen – und zu Amazon aufschließen.
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Ebay steht unter Druck. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Ebay Headquarters in San Jose

Ebay steht unter Druck.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

München Egal bei welchem Verkäufer die Kunden bestellen: Auf der deutschen Seite von Ebay werden künftig sämtliche Zahlungen über die Systeme des Onlinemarktplatzes laufen. Das teilte der US-Konzern in der Nacht auf den Mittwoch mit.

Damit wollen es die Amerikaner den Kunden einfacher machen, auf Ebay einzukaufen. Bislang konnten die Händler auf der Internetplattform weitgehend selbst festlegen, wie sie ihr Geld kassieren. Damit soll es bald vorbei sein. „Ebay übernimmt stärker die Kontrolle“, sagte Deutschlandchef Eben Sermon dem Handelsblatt.

Deutschland ist nach den USA der zweite Markt, auf dem Ebay die Zahlungsabwicklung übernimmt. Der Vorteil für die Kunden: Ebay werde bald verschiedene Zahlungsmethoden anbieten, auch Verfahren wie Apple Pay oder Google Pay, unterstrich Sermon. Für die Verkäufer werde es günstiger als mit den bisherigen Verfahren. Ebay folgt damit anderen großen Plattformen, nicht zuletzt dem Rivalen Amazon. Auf dessen Seite bieten ebenfalls Händler ihre Waren an, doch das Geld kassiert stets erst einmal Amazon.

Die deutschen Kunden würden großen Wert auf „ein komfortables und reibungsloses Einkaufserlebnis“ legen, führte Sermon aus. Gleichzeitig fordern sie die unterschiedlichsten Zahlungsoptionen.

Ebay unter Druck

Es ist kein Zufall, dass Ebay seine Zahlungsmodalitäten ändert. Die Firma steht unter Druck. Nirgendwo zeigt sich das so deutlich wie auf dem Parkett in New York. Ebay ist an der Börse lediglich knapp 32 Milliarden Dollar wert, Konkurrent Amazon kommt dagegen auf etwa 930 Milliarden. Immerhin ist der Kurs dieses Jahr um rund ein Viertel auf gut 36 Dollar geklettert.

Doch Großanlegern ist das zu wenig. Zu Jahresbeginn hatten die aktivistischen Investoren Elliott Management und Starboard Value in einem offenen Brief tiefgreifende Veränderungen angemahnt. Daraufhin hatte Ebay-Chef Devin Wenig Anfang März angekündigt, sein gesamtes Portfolio überprüfen zu wollen und sich gegebenenfalls von einigen Beteiligungen oder Töchtern zu trennen. Zur Diskussion stehen die Ticketbörse Stubhub und das Kleinanzeigengeschäft.

Die Verkäufe könnten mehrere Milliarden Dollar in die Kassen spülen, die Ebay nutzen könnte, um sich gegen Amazon neu zu positionieren. Während dessen Chef und Gründer, Jeff Bezos, mit seinem Internetriesen immer neue Geschäftsfelder erschließt, ist bei Ebay seit der Trennung von der Finanztochter PayPal 2015 nach Ansicht der Investoren wenig Aufbruchstimmung zu spüren.

Um die Aktionäre zu befrieden, hatte Ebay bereits angekündigt, eine Dividende auszuzahlen. Über die kommenden zwei Jahre ist geplant, sieben Milliarden Dollar an die Aktionäre auszuschütten.

Über die Ergebnisse der Evaluierungen soll im Herbst berichtet werden. Ebay-Chef Wenig selbst hatte sich in der Vergangenheit gegen einen Verkauf von StubHub oder Kleinanzeigen ausgesprochen. Denn große Verkäufe, um die Aktionäre zufriedenzustellen, seien noch kein strategischer Angriffsplan gegen Amazon.

Quartalszahlen überzeugen Anleger

Dabei liefen die Geschäfte von Ebay zuletzt gut. Im ersten Quartal sei der Umsatz um zwei Prozent auf gut 2,6 Milliarden Dollar geklettert, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Das war etwas mehr, als Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Im nachbörslichen Handel in New York kletterte der Kurs daher nach Bekanntgabe der Ergebnisse um fünf Prozent.

Über die Plattform hätten Verkäufer in den ersten drei Monaten Ware für 22,6 Milliarden Dollar abgesetzt, vier Prozent weniger als im selben Zeitraum 2018. Der Gewinn stieg um elf Prozent auf 608 Millionen Dollar. Es sei ein solides erstes Quartal gewesen, sagte Vorstandschef Wenig.

In den USA ist die neue Art der Zahlungsabwicklung bereits angelaufen, allerdings auf niedrigem Niveau. 220 Millionen Dollar Umsatz hätten die Händler darüber erzielt, so der Konzern am Dienstag. Die Firma sieht sich als zweitgrößte Plattform im Onlinehandel der westlichen Welt, gleich nach Amazon. Die größeren chinesischen Anbieter Alibaba und JD.com sieht Ebay nicht als Konkurrenz. Rund 180 Millionen Käufer nutzen regelmäßig Ebay.

Wann genau Ebay mit der zentralisierten Zahlungsabwicklung hierzulande starte, sei noch offen, so Sermon; die Erlaubnis der Behörden stehe noch aus. Spätestens in zwei Jahren sollen aber die meisten Kunden weltweit den neuen Service nutzen können.

Für das laufende, zweite Quartal rechnet Ebay mit einem Umsatzplus zu konstanten Wechselkursen von maximal vier Prozent. Im gesamten Jahr sollen die Erlöse währungsbereinigt um bis zu drei Prozent wachsen.

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