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Oracles Hausmesse Zu teuer, zu dreckig – Openworld wird nach Las Vegas verlagert

Es war die Vorzeigeveranstaltung in der Techmetropole San Francisco. Doch der desolate Zustand der Stadt und ausufernde Preise zwingen den Veranstalter der Openworld nach Las Vegas.
11.12.2019 - 03:13 Uhr Kommentieren
Die Openworld wird von San Francisco nach Las Vegas verlegt. Quelle: Reuters
Oracles Hausmesse Openworld

Die Openworld wird von San Francisco nach Las Vegas verlegt.

(Foto: Reuters)

San Francisco Oracles Hausmesse Openworld mit ihren bis zu 60.000 Teilnehmern ist die zweite große Veranstaltung, die San Francisco den Rücken kehrt. Es ist der Weggang einer der größten Techmessen der USA, die jedes Jahr für eine Woche das gesamte Moscone-Konferenzzentrum belegt hat.

Der wirtschaftliche Schaden für die Stadt ist gewaltig: 64 Millionen Dollar pro Jahr, wie der Wirtschaftssender CNBC, der die Nachricht als erstes veröffentlicht hat, aus E-Mails erfahren konnte. Ein Oracle-Sprecher bestätigte mittlerweile die Entscheidung im Grundsatz.

In den Unterlagen, die CNBC einsehen konnte, beklagte Oracle ausufernde Preise etwa bei Hotelzimmern, über die sich Teilnehmer beschwert hätten. Während der Openworld steigen die Preise für Standardzimmer schnell auf mehr als 300 Dollar pro Nacht. Doch auch die allgemeine Situation auf den Straßen halte immer mehr Besucher davon ab, auf die Messe zu kommen.

In San Francisco Downtown sind mit Fäkalien verschmutzte Straßen, tausende Obdachlose im Innenstadtbereich, offener Drogenkonsum auf den Straßen und Zeltstädte abends auf den Bürgersteigen der Normalfall. Die Stadt ist machtlos. Die Kriminalität steigt kontinuierlich – vor allem Auto- und Wohnungseinbrüche.

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Standort erkennen

    Das prominenteste Opfer in der jüngsten Zeit war wohl Seema Verma. Die republikanische Politikerin aus Donald Trumps Regierungsmannschaft leitet die gesetzliche Alterskrankenversicherung in den USA, Medicare, und die Krankenversicherung Medicaid für bedürftige Familien.

    Verma reiste im Juli 2018 nach San Francisco, um einen Vortrag zu halten. Aus ihrem geparkten Miet-SUV verschwand das Gepäck mit persönlichen Gegenständen und Schmuck im Wert von insgesamt 47.000 Dollar, wie sie angab. San Francisco ist die Hauptstadt der Autodiebstähle in den USA. Laut jüngsten Statistiken werden rund um die Uhr drei Autos pro Stunde aufgebrochen.

    Vertrag mit Betreiber eines Riesencasinos steht offenbar schon

    Oracle hat nun nach fast zwanzig Jahren Treue zur alten Hippie-Stadt die Konsequenzen gezogen. Laut CNBC ist ein Dreijahresvertrag mit dem Betreiber des neuen Riesencasinos „Ceasars Forum“ bereits geschlossen. Die Lokation bietet laut Ceasars Entertainment, wie der Betreiber heißt, direkten Zugang zu mehr als 8500 Hotelzimmern und stellt zusammen mit den zwei größten Ballsälen der Welt rund 51.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bereit. Eigenen Angaben zufolge sollen bereits sieben Monate vor Eröffnung Aufträge im wert von 300 Millionen Dollar gezeichnet worden sein.

    Die San Francisco Travel Association muss mit anderen Zahlen aufwarten. Sie habe bereits Stornierungen von rund 60.000 Hotelzimmern für Oktober beziehungsweise September jeweils für die Jahre 2020, 2021 und 2022 erhalten. Das ist der Zeitrahmen, in dem traditionell die Openworld stattfindet.

    Die größte noch in San Francisco verbliebene Messe ist jetzt die von Oracle-Konkurrent Salesforce. Die „Dreamforce“ meldet mehr als 171.000 Teilnehmer, wobei sich ein Großteil nur online beteiligt. Doch die Zahl der physisch anwesenden Kunden soll deutlich über der von Oracle liegen.

    Etliche andere Unternehmen verlassen San Francisco

    Microsoft hat sich praktisch aus San Francisco zurückgezogen, Google hat noch seine Cloud-Computingmesse vor Ort, die Hausmesse Google I/O ist längst an den Standort des Konzerns in Mountain View gewandert. Apple hat mittlerweile eigene Veranstaltungsflächen in Cupertino, Amazons Cloudsparte AWS ist mit der „re:invent“ und mehr als 70.000 Teilnehmern pro Jahr ebenfalls in Las Vegas gelandet.

    Doch für Oracle ist Las Vegas auch aus einem anderen Grund ein idealer Standort. Denn dort findet auch die „Suiteworld“ von Netsuite statt. Oracle hat das Unternehmen 2016 für 9,3 Milliarden Dollar übernommen.

    Während das Thema San Francisco für Oracle und andere Techunternehmen damit abgeschlossen ist, wird es für die Politikerin Seema Verma wohl noch ein Nachspiel haben. Die Frau aus der Trump-Verwaltung, die sich vehement gegen steuerfinanzierte Krankenversicherungen für alle einsetzt, hatte, wie das Politikportal Politico in Erfahrung bringen konnte, ihren Verlust aus dem Autodiebstahl gegenüber der Polizei zunächst auf mehr als 20.000 Dollar geschätzt, später aber auf 47.000 Dollar hochtaxiert. en Schaden wollte sie sich vom Gesundheitsministerium erstatten lassen, also vom Steuerzahler, denn schließlich sei sie auf Dienstreise gewesen, wie sie argumentierte.

    Letztlich bekam sie etwas mehr als 2800 Dollar und riesigen Ärger. Der demokratische Abgeordnete Joe Kennedy aus Massachusetts forderte nach Bekanntwerden ihrer Schadensersatzforderungen ihren sofortigen Rücktritt. Es sei der Versuch eines „eklatanten Missbrauchs öffentlicher Gelder“, so der Politiker.

    Mehr: Netsuite will SAP in Deutschland Marktanteile abjagen. Unterstützt wird das Unternehmen von Larry Ellison. Für den Oracle-Gründer hat Deutschland erste Priorität.

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