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Oslo-Attentat Applaus aus dem Netz für einen Massenmörder

Der Täter von Oslo hat Menschen kaltblütig ermordet. Doch so abstoßend die Tat ist: In rechten Internet-Foren erhält er dafür Beifall. Das Netz präsentiert sich nicht zum ersten Mal von seiner unangenehmsten Seite.
25.07.2011 - 11:16 Uhr
Deckblatt des Manifests des Oslo-Attentäters. Anti-Islam-Aktivisten zeigen im Netz Sympathien für das Gedankengut des Oslo-Attentäters. Quelle: AFP

Deckblatt des Manifests des Oslo-Attentäters. Anti-Islam-Aktivisten zeigen im Netz Sympathien für das Gedankengut des Oslo-Attentäters.

(Foto: AFP)

Düsseldorf 1511 Seiten umfasst das wahnhafte Werk des Attentäters, das er nach eigenen Angaben in jahrelanger Kleinarbeit aufgeschrieben und vor der Tat verschickt hat. Wie verbreitet seine dort geäußerten Gedanken, vor allem die Angst vor Überfremdung durch muslimische Einwanderer, sind, spiegelt sich auch im Internet wider. Der Attentäter selbst war auf der islamkritischen Website Document.no aktiv, äußerte sich wortreich in politischen Pamphleten gegen „Kulturmarxisten“ und die „Islamisierung Europas“.

Auch in Deutschland haben derartige Websites ein großes und aktives Publikum. Das deutsche islamkritische Blog „Politically Incorrect“ (PI) ist einer der populärsten Anlaufpunkte für die islamkritische Rechte in Deutschland. Im „PI-Shop“ können T-Shirts erworben werden mit Slogans wie „Sarrazin statt Muezzin“, bei allen politischen Fragstellungen sind die Rollen klar verteilt: Für alles Böse in der Welt sind der Islam und seine westlichen Erfüllungsgehilfen, die "Multikulti"-Apologeten, verantwortlich. So fragte einer der Autoren des Portals schon wenige Stunden nach dem Anschlag in Oslo: „Warum bombt der Islam ausgerechnet in Oslo?“

Inzwischen mutmaßen die gleichen Blogger aber auch, dass der geständige Attentäter „der islamkritischen Szene einen Bärendienst erwiesen“ habe. Die Autoren des Blogs treibt die Sorge um, „Linke“ könnten das Attentat ebenso „für ihre Zwecke instrumentalisieren“ wie schon die „jüngsten Katastrophen in Japan“.

Deutlicher in ihrem Wohlwollen werden die zumeist anonymen Kommentatoren des Blogs. Das wirre Manifest von Anders B. wird hier explizit gelobt: „Wäre es kein so trauriges Thema, könnte es eine Doktorarbeit sein“ urteilt ein Leser.

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    Norwegens Weg der Trauer
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    Ein Land geht gemeinsam auf die Straße und setzt ein Zeichen: Die "Blumenzüge" waren von einer Privatinitiative gestartet worden. Die Initiatoren in Oslo rechneten mit bis zu 100.000 Teilnehmern. Allein 60.000 Menschen hatten sich auf einen Aufruf im Facebook-Netzwerk angemeldet. Vor der Stadthalle versammelten sich die Trauernden.

    (Foto: AFP)
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    Ein Bild, dass die Unschuld der Opfer symbolisiert: Der Terror traf überwiegend Heranwachsende.

    (Foto: AFP)
    huGO-BildID: 22800039 People hold flowers
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    Die Bekenntnisse der Teilnehmer waren klar: Zusammenhalt, Nächstenliebe, kein Hass.

    (Foto: AFP)
    huGO-BildID: 22799919 People comfort each
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    Die Trauer überwältigte besonders die Menschen, die Angehörige und Freunde bei den Anschlägen verloren haben.

    (Foto: AFP)
    Norway attacks - Rose Walk
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    Bewegender Moment: Bei der zentralen Kundgebung hielten die Teilnehmer gleichzeitig Rosen in die Luft.

    (Foto: dpa)
    Norway attacks - Mette-Marit and Märtha Louise
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    Auch Kronprinzessin Mette-Marit (rechts) und Prinzessin Märtha Louise nahmen an der Veranstaltung teil. Mette-Marits Stiefbruder ist eines der Opfer des Massakers.

    (Foto: dpa)
    Norway Explosion
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    In Oslo füllte die Menschenmenge weite Teile der Innenstadt. Auch aus anderen Städten wie Bergen und Stavanger wurden Menschenansammlungen gemeldet, wie Norwegen sie seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht erlebt hat.

    (Foto: dapd)
    Verschwörungstheorien und Täter-Opfer-Umkehrung
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