Paypal-Boykottaufrufe Wikileaks-Fans schlagen zurück

Die aktuelle Runde im "Informationskrieg" um Wikileaks geht an die Enthüllungsplattform: Die Dokumente sind inzwischen auf über 70 Servern von Sympathisanten des Projekts hinterlegt. Der Rückhalt ist groß: Über 800 000 Unterstützer bekennen sich auf Facebook zu Wikileaks. Auch Amazon und Paypal bekommen das nun zu spüren.
  • Stephan Dörner
16 Kommentare
"Keep us strong": Wikileaks setzt auf seine Unterstützer. Quelle: Reuters

"Keep us strong": Wikileaks setzt auf seine Unterstützer.

(Foto: Reuters)

DÜSSELDORF. Nachdem Amazons Cloud-Service und der Online-Bezahldienstleister Paypal die Zusammenarbeit mit der Enthüllungs-Plattform Wikileaks aufgekündigt haben, hagelt es Boykott-Aufrufe. Die Kommentare im Unternehmens-Blog von Paypal sind inzwischen abgeschaltet.

Auch auf der deutschen Facebook-Seite von Paypal hagelt es böse Kommentare im Minutentakt. "Paypal und Ebay existieren für mich nicht mehr - Accounts werden gelöscht" schreibt einer. Ein Freund stimmt ihm öffentlich zu: "Pfui schämt euch". Andere sprechen von Vorverurteilungen. Fast alle Kommentare sind mit dem Hinweis versehen, man habe das Paypal-Konto gekündigt.

Wikileaks finanzierte sich über Spenden und hatte diese auch über den Online-Bezahldienstleister erhalten. Paypal argumentierte auf dem Firmen-Blog, das Unternehmen wolle keine "illegalen Aktivitäten" fördern.

Seit der Veröffentlichung von als geheim klassifizierten Depeschen der US-Diplomatie wird Wikileaks mit Distributed Denial-of-Service (DDoS) überzogen. Patriotische Hacker nutzen Botnetze - Netzwerke von Computern, über die sie die Kontrolle erlangt haben - um die Wikileaks-Website mit Anfragen zu bombardieren. Der Domain-Provider EveryDNS, der die Domain Wikileaks.org verwaltete, kündigte daraufhin seinen Vertrag mit Wikileaks. Ein Verhalten, das bei IT-Experten allgemein für Verwunderung sorgte: Normalerweise würde nicht dem Opfer von Angriffen der Vertrag gekündigt, hieß es.

Auch die Schweizer Internet-Adresse wikileaks.ch war zeitweise nicht mehr verfügbar, da diese ebenfalls über EveryDNS lief. Die Piratenpartei der Schweiz, die die Adresse registriert hat, konnte aber den Betreiber des sogenannten Name-Servers wechseln, so dass wikileaks.ch am Wochenende wieder erreichbar war.

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16 Kommentare zu "Paypal-Boykottaufrufe: Wikileaks-Fans schlagen zurück"

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  • Hosianna... nein! kreuziget ihn! Wollt ihr b.... oder wollt ihr J.... barak, barrabas, barak!

  • Unterstützungsanleitungen

    1. Kündigen bzw. Kündigung androhen mit bezug auf WikiLeaks
    - Amazon, Anleitung:http://bit.ly/gi4wPd
    - PayPal
    - MasterCard
    - ebay
    - Visa http://yhoo.it/fARJKc

    2. Spenden
    > http://wikileaks.de/support.html
    > Mit CC: https://donations.datacell.com/

    3. bei Time für "Man of the Year" voten
    http://bit.ly/b1gbLQ

    4. LOiC
    Wer da keine Hemmungen hat...
    Das HQ dafür scheint hier zu sein:
    http://twitter.com/#!/Anon_Operation

  • Obama läßt Wikileaks durch bP stopfen

    http://www.einhornnews.de/?p=1092

  • Obama läßt Wikileaks durch bP stopfen

    http://www.einhornnews.de/?p=1092

  • ich habe gerade mein PayPal-Konto geschlossen. Zum Teil habe ich das aus Symphatie für WiKiLEAKS getan, auf der anderen Seite ist mir klar geworden, dass der politische Einfluss auf Portale wie PayPal groß sein muss. Man beugt sich dem Willen der Politik und schließt Konten des lästigen Gegners. ich möchte gar nicht wissen, wie sicher dann meine Kundendaten sind oder wie oft diese schon zu Auswertungen oder Erhebungen von Statistiken übermittelt wurden. PayPal, ab sofort "nein danke" und das amazon.de-Konto ist auch gleich dran. Kann mir eigentlich für Wikileaks noch spenden? Gibt es noch Konten bei Unternehmen oder banken, die einen Arsch in der Hose haben und Wikileaks nicht gleich als Kunden sperren, nur weil mal es gerade in der Öffentlichkeit steht?

  • Wikileaks ist derzeit das beste was uns der Menschheit passieren konnte . Ob die USA dabei zuviel gesagt haben oder nicht ist doch Egal .
    Als Nachrichtensender ist Wikileaks der beste .
    ich kann kaum einer Zeitung glauben.
    TV oder internet nicht . Alles ist Gottschalk Comic .

  • Mit bitte um Korrektur:
    > "Wiki der deutschen Piratenpartei"
    ist irreführend und FALSCH!

    Der Verweis führt _NiCHT_ zum Wiki der deutschen Piratenpartei [http://wiki.piratenpartei.de/], _SONDERN_ zur durch sie zugänglich gemachten Kopie der WikiLeaks-Webseite [http://wikileaks.piratenpartei.de/].

    beide Webseiten sind unabhängig voneinander.

    Die inhalte der WikiLeaks-Kopie kommen direkt von WikiLeaks und sind der bearbeitung durch Piratenpartei-Wiki-Autoren ebenso entzogen wie überhaupt der allgemeinen bearbeitungmöglichkeit.

    (WikiLeaks selbst ist trotz des Namens funktional kein Wiki [sondern höchstens in ideeller Hinsicht eines].)

    [zitat]"Danke für die Änderung und die Sorgfalt beim Editieren."[/zitat]

  • Die Lobby hat den gläsernen bürger geschaffen, zum Zweck der Ausbeutung und Kontrolle!

    Sie selbst nimmt ausschließliche für die eigene Tasche, gegen den bürger das Gegenteilige für sich in Anspruch!

    Was haben diese selbsternannten Herrenmenschen zu verbergen, wir wollen und müssen das wissen, um diese Parasiten und Ganster ausbremsen zu können!!

    ist ja wirklich interessant mit welchen Mitteln diese Mafiosis informationen blocken wollen.

    Die Zeit ist reif, dem Diktat die Stirn zu bieten!!!

  • ich hatte noch nie ein Paypalkonto; das war mir schon immer suspekt; ...und versuch mal einen Amazon-Konto zu schließen; da sollste noch extra ein Fax schicken....was für ein Zirkus.

  • Verstehe die Argumentation nicht. Warum sollten sie als Mittäter bestraft werden? Das Geld geht an die Wau Holland Stiftung.
    Ausserdem stellt WL die Daten nur zur Verfügung. "Geklaut" werden sie von anderen.

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