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Personalwechsel Eine ungewöhnliche Personalchefin: SAP wirbt Sabine Bendiek von Microsoft ab

Zuletzt hatten mehrere Topmanager den Dax-Konzern verlassen. Nun gewinnt SAP eine profilierte Managerin fürs Personalressort – und andere Aufgaben.
02.09.2020 Update: 03.09.2020 - 12:57 Uhr Kommentieren
SAP: Sabine Bendiek wird Personalvorständin Quelle: dpa
Sabine Bendiek

SAP wirbt die Microsoft-Deutschlandchefin ab.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Schon seit Ende Mai ist bei SAP der Posten des Personalchefs vakant. Nun hat der Softwarehersteller jedoch eine hochkarätige Besetzung gefunden: Sabine Bendiek, derzeit Geschäftsführerin von Microsoft Deutschland, wird Anfang 2021 von München nach Walldorf wechseln, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Zuvor hatten bereits das Handelsblatt und die „Wirtschaftswoche“ darüber berichtet.

Bendiek wird einen großen Aufgabenbereich übernehmen: Nach einer Einarbeitungsphase von einem halben Jahr soll sie zusätzlich die Rolle als Chief Operating Officer (COO) übernehmen. Alle Teile der Strategie müssten miteinander verbunden sein, auch Personal und Prozesse, begründete Vorstandschef Christian Klein diesen Schritt in einer internen E-Mail an die Mitarbeiter.

Der Dax-Konzern gewinnt eine Managerin, die sich in der Technologiebranche in vielen Führungspositionen bewährt hat, bislang jedoch nicht Spezialistin fürs Personalwesen aufgefallen ist. Allerdings hat sie sich zu Themen wie der digitalen Transformation und moderner Führungskultur positioniert, bei Microsoft wie auch in der Öffentlichkeit. Das ist auch für SAP ein großes Thema, auch wenn das Unternehmen sich selbst längst als „Cloud Company“ bezeichnet.

Schon im Studium entwickelte Bendiek eine Faszination für Technologie. Die Betriebswirtin machte einen Abstecher an das Massachusetts Institut of Technology (MIT) in Boston, wovon sie Jahre später noch schwärmte. Das färbte ab: Nach Stationen bei den Unternehmensberatungen McKinsey und Booz Allen arbeitete sie um die Jahrtausendwende für den Risikoinvestor Early Bird, der Start-ups finanziert.

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    Anschließend machte sie in IT-Konzernen Karriere: Erst war sie beim Computerhersteller Dell in verschiedenen Führungsaufgaben tätig, dann heuerte sie beim Speicherspezialisten EMC Deutschland als Chefin an, bevor sie im Januar 2016 die Geschäftsführung in der wichtigen Landesgesellschaft von Microsoft übernahm – als erste Frau übrigens. Damit ist sie eine der wenigen Topmanagerinnen in der deutschen Technologieszene, die auch durch viele Interviews und Auftritte Sichtbarkeit gewonnen hat.

    Die Biografie zeigt: Bendiek hat viel Führungserfahrung – nur nicht an der Spitze des Personalressorts. Allerdings hat sie sich bei Microsoft stark mit der internen Transformation befasst, von den Strukturen bis zur Kultur. So hat sie die Arbeit des „Transformation Teams“ in Deutschland geprägt, zwei Jahre lang berichtete die Organisation an sie. Auch ein konzernweites Weiterbildungsprogramm hat sie nach Einschätzung aus Unternehmenskreisen mit Verve eingeführt.

    SAP-Vorstand wird weiblicher

    Der Job des klassischen Managers werde dieser Tage neu erfunden, zeigte sich Bendiek 2016 kurz nach ihrem Amtsantritt bei Microsoft in einem Interview mit dem Handelsblatt überzeugt: „Es geht weg von der stark zahlenorientierten hin zur inhaltlichen Führung, mehr Coaching, mehr Kreativität, Zusammenarbeit, Teamarbeit.“ Auch bei Themen von digitaler Transformation bis Künstlicher Intelligenz ist sie jemand, der sich regelmäßig – einige sagen inflationär – zu Wort meldet.

    Dieses Profil als Allrounderin dürfte Bendiek bei SAP zugutekommen. Der Softwarehersteller hat schon unter Stefan Ries den Wert der Personalarbeit für die gesamte Organisation betont – eine erfolgreiche Digitalisierung hänge vom Faktor Mensch ab, sagte dieser einmal. Personaler müssten sich daher von „Verwaltern zu Gestaltern“ wandeln. Um dieses Rollenverständnis zu betonen, trug er bei Auftritten häufig ein T-Shirt mit dem Schriftzug „HR Punks“.

    „Mit Sabine Bendiek haben wir eine außergewöhnliche Führungskraft gefunden, die nicht nur unsere laufende Transformation vorantreiben kann, sondern auch über umfassende operative Erfahrung verfügt“, erklärte SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner.

    „Eine erfolgreiche digitale Transformation geht weit über Technologie und Prozesse hinaus“, erklärte Klein am Donnerstag. „Sie bedeutet einen unternehmensweiten Kulturwandel, der bei den Menschen beginnt und endet.“ Bendiek habe bereits mehrere Unternehmen durch Transformationen geführt – diese Erfahrung kombiniere sie „mit ihrer Leidenschaft für Menschen und Führung“.

    Für SAP ist es eine wichtige Personalie. In den vergangenen zwei Jahren haben etliche Topmanager den Softwarehersteller verlassen. Der Vorstand ist von neun auf fünf Personen geschrumpft, was für einen Konzern mit 100.000 Mitarbeitern und 440.000 Kunden vergleichsweise klein ist. Nun wird das Gremium größer und weiblicher: Mit Sabine Bendiek und Vertriebschefin Adaire Fox-Martin sind künftig wieder zwei Frauen auf der obersten Führungsebene aktiv.

    Christian Klein, der seit dem Abschied seiner Kollegin Jennifer Morgan im Mai alleiniger Chef ist, richtet die Organisation neu aus. So treibt er die Integration der verschiedenen Softwareprodukte an, die Kunden regelmäßig verlangen, und positioniert den Softwarekonzern als Helfer für die digitale Transformation – gerade in der Coronakrise, in der Kunden Lieferantenausfälle überbrücken oder Geschäftsprozesse digitalisieren müssen.

    Für Klein bedeutet die neue Kollegin eine große Entlastung: Derzeit ist er nicht nur kommissarischer Personalchef, sondern auch immer noch Chief Operating Officer – es ist die Rolle, mit der er zunächst in den Vorstand berufen wurde.

    Mehr: SAP-Konkurrent Salesforce hebt Ziele für das Geschäftsjahr an

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