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Pixel-Smartphones Google gibt den Kampf mit dem iPhone auf

Weniger Funktionen, nur noch gut 600 Euro teuer – Googles erstes 5G-fähiges Smartphone konkurriert nicht mehr direkt mit den teuersten Apple-Geräten.
01.10.2020 - 03:54 Uhr Kommentieren
Das Pixel 5 lässt sich kabellos laden. Quelle: Google
Google Pixel 5

Das Pixel 5 lässt sich kabellos laden.

(Foto: Google)

San Francisco Es ist ein Rückzug, aber glaubt man Rick Osterloh, ist es ein geordneter: „Die Welt braucht kein weiteres 1000-Dollar-Smartphone“, sagt Googles Hardware-Chef in einer kleinen Journalistenrunde nach der Vorstellung der neuen Pixel-Smartphones während einer Online-Veranstaltung am Mittwoch.
Stattdessen soll das Pixel 5 schon für 700 Dollar (613 Euro) zu haben sein, das Pixel 4a mit 5G für 500 Dollar (486 Euro). Dass Google mit seinen ersten 5G-fähigen Smartphones den Kampf um die Luxusklasse aufgeben würde, zeichnete sich schon länger ab.

Das vor nicht einmal einem Jahr vorgestellte Pixel 4 lag mit einem Startpreis von 800 Dollar unterhalb der Konkurrenz von Apple und Samsung. Trotzdem war die Produktion kürzlich eingestellt worden, ein halbes Jahr schneller als bei früheren Geräten. Zwei für das Pixel verantwortliche Top-Manager verließen Google. Das neue Gerät soll nun satte 100 Dollar günstiger sein.

Google hat den Durchbruch mit seinen eigenen Geräten noch nicht geschafft. Nach einer Schätzung von IDC-Analyst Francisco Jeronimo verkaufte Google im Jahr 2019 7,2 Millionen Geräte. Das waren zwar 52 Prozent mehr als 2018, aber Google schaffte es nicht mal in die Top 10 der Smartphone-Produzenten weltweit.

Warum Google überhaupt eigene Smartphones entwickelt, ist erklärungsbedürftig. Lange lieferte der Konzern aus Mountain View mit Android das Betriebssystem für praktisch alle Smartphone-Produzenten außer Apple. Doch Google-Chef Sundar Pichai will mit den Pixel-Geräten die eigene Technologie präsentieren ohne durch den Filter anderer Geräteproduzenten zu müssen.

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    Besonders stolz präsentiert Google seit Jahren seine visuelle Künstliche Intelligenz, die auf dem neuen Gerät etwa Fotos optimieren kann, die gegen einen sonnigen Hintergrund geschossen wurden.

    Mit Software will Google auch die Zermürbungstaktik schlecht besetzter Telefon-Hotlines überlisten. Das „Hold for Me“-Feature soll erkennen, wann Warteschleifenmusik endet und den Anrufer benachrichtigen, damit dieser die Zwischenzeit sinnvoller nutzen kann.

    Ein eigenständiges, profitables Geschäft

    Ein Vorzeigeprojekt sind die Pixel-Geräte also. Doch Pichai will damit auch ein eigenständiges, profitables Geschäft entwickeln. Momentan macht noch das Werbegeschäft eine große Mehrheit des Umsatz der Google-Mutter Alphabet aus.

    Weil das in der Coronakrise einbrach, sank Alphabets Umsatz im Vorjahresvergleich – erstmals in der Unternehmensgeschichte. Der Suchmaschinenkonzern braucht demnach weitere Erfolgssparten, um seine ewig wachstumsverwöhnten Aktionäre nicht zu enttäuschen.

    Mit anderen Hardware-Geräten wie dem Fernseh-Stick Chromecast und dem smarten Lautsprecher Nest Audio gelingt das schon besser. Von ihnen wurden am Mittwoch ebenfalls neue Versionen vorgestellt. Google zählt in diesen Bereichen zu den Marktführern. Doch die Königsklasse der Hardware, der persönlichste Computer von allen, bleibt das Smartphone.

    Sie sind alle Teil von Pichais Vision vom „Ambient Computing“, von Computern, die unbemerkt in den Alltag integrierten werden. Eine Vision, die allerdings schwerer zu verwirklichen ist, wenn Google diese smarte Umgebung nur gefiltert durch die Geräte anderer Hersteller steuern kann.

    Doch Google-Chef Pichai will mit den Pixel-Geräten die eigene Technologie präsentieren ohne durch den Filter anderer Geräteproduzenten zu müssen. Quelle: Reuters
    Sundar Pichai

    Doch Google-Chef Pichai will mit den Pixel-Geräten die eigene Technologie präsentieren ohne durch den Filter anderer Geräteproduzenten zu müssen.

    (Foto: Reuters)

    Um mit einem niedrigeren Preis Marktanteile gewinnen zu können, reduziert Google sogar die Features gegenüber dem Vorgänger: Das Pixel 5 hat einen langsameren Prozessor als das Pixel 4.

    Der sogenannte Soli-Sensor, der Gestensteuerung auf dem Smartphone möglich machte, wurde im Pixel 5 nicht mehr eingebaut. Den Radarchip dafür hatte Google bei Infineon eingekauft.

    Zudem können Nutzer das neue Gerät nicht mehr mit ihrem Gesicht entsperren – eine Funktion, die beim Pixel 4 stolz als schnellster Scanner der Branche eingeführt worden war. Stattdessen haben die neuen Pixel-Geräte wieder einen Fingerabdruck-Sensor. „In Zeiten von Masken, ist Gesichtsentsperrung nicht ideal“, heißt es von Google.

    Doch Osterloh stellt auch klar, dass die Features aus Kostengründen gekappt wurden. Sowohl die technologische Entwicklung als auch die nötigen Bauteile seien teuer, sagt er vor Journalisten.

    Tuong Nguyen, Smartphone-Analyst beim Marktforscher Gartner, hält das für eine nachvollziehbare Strategie: „Das Wettrüsten um Hardware-Verbesserungen bringt nur noch einen kurzlebigen Vorsprung“, sagt er.

    Smartphones würden nur noch in Details verbessert und viele Kunden würden ihr Gerät länger behalten. Mit einer Kamera mehr oder einer etwas höheren Auflösung überzeuge man kaum noch jemanden vom Kauf eines 1000-Dollar-Geräts. Das gilt besonders für eine vergleichsweise wenig etablierte Marke wie Pixel.

    Software und Künstliche Intelligenz seien nicht nur Googles Stärken, sondern könnten noch echte Differenzierung schaffen – wie bei dem Warteschleifen-Feature etwa. etwa. „Wir wollen uns auf das konzentrieren, was Google einzigartig anbieten kann“, sagt Osterloh.

    Längere Akku-Laufzeit

    Daneben muss der Hardware-Chef auch alte Fehler ausbügeln. Über die kurze Batterielaufzeit des Pixel 4 hatte sich Osterloh laut einem Bericht von „The Information“ sogar nach dem Start noch bei seinem Team beschwert.

    Nun sollen Nutzer mit einem „Extreme Battery Saver“-Feature besser bestimmen können, welche Apps pausiert werden sollen. Auf bis zu zwei Tage soll die Akku-Laufzeit dadurch verlängert werden.

    Osterloh glaubt, dass die neuen, günstigeren Smartphones in die Zeit nach Corona passen, in der mehr Menschen aufs Geld achten müssen. Bevor Apple im Oktober seine neuen iPhones vorstellt, dreht Google bei und hofft, in einer Liga darunter den Durchbruch zu schaffen.

    Das Pixel 5 solle „das richtige Gerät für den Moment“ sein und die 5G-Technologie auf Smartphones, die aus Osterlohs Sicht vor dem Durchbruch steht, bezahlbar machen.

    Einen Plan, in der Zukunft wieder teurere Pixel-Varianten einzuführen, gebe es nicht, sagt Osterloh. Auch faltbare Smartphones, die Samsung seit einigen Jahren zu etablieren versucht, interessieren den Hardware-Chef aktuell nicht. „Die sind sehr teuer und der Markt noch nicht sehr entwickelt“, sagt Osterloh.

    Bevor die Pixel-Smartphones ein neues Smartphone-Segment erobern, sollen sie erst mal ihren Platz im alten finden.

    Mehr: Google kann offenbar mit grünem Licht für Fitbit-Übernahme rechnen

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