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Poker um Video-Plattform Trump sieht Microsoft noch im Rennen um Tiktok – Bytedance ist nun wohl doch für US-Mehrheit

Tiktok-Mutter Bytedance hat wohl der US-Regierung einen neuen Vorschlag gemacht und will auf seine Mehrheit verzichten. Trump bringt wiederum Microsoft ins Spiel.
18.09.2020 Update: 18.09.2020 - 06:32 Uhr Kommentieren
Die US-Regierung ist um die Sicherheit amerikanischer Nutzerdaten der chinesischen App besorgt. Quelle: Reuters
Tiktok

Die US-Regierung ist um die Sicherheit amerikanischer Nutzerdaten der chinesischen App besorgt.

(Foto: Reuters)

Washington Im Poker um die Zukunft der populären Video-App Tiktok in den USA hat Präsident Donald Trump eine rasche Entscheidung angekündigt. Die US-Regierung habe mit dem Software-Konzern Oracle und dem Supermarkt-Riesen Walmart gesprochen, sagte Trump am Donnerstag, als er das Weiße Haus für eine Wahlkampf-Tour in Wisconsin verließ. „Ich schätze, Microsoft ist auch immer noch dabei“, sagte der Präsident überraschend.

Der Software-Riese hatte über einen Kauf des Tiktok-Geschäfts in den USA und anderen Ländern verhandelt, teilte vor wenigen Tagen aber mit, dass sein Angebot vom chinesischen Tiktok-Besitzer Bytedance abgelehnt worden sei.

Nach einem neuen Entwurf aus dem US-Finanzministerium, dem Bytedance bereits zugestimmt haben soll, sollten die US-Konzerne Oracle und Walmart sowie die US-Anteilseigner von Bytedance mehr als 50 Prozent an Tiktok halten, sagte eine über die Sachlage informierte Person am Donnerstag zur Nachrichtenagentur Reuters. Auch das „Wall Street Journal“ (WSJ) berichtet das.

Nach dem Ministeriumspapier soll eine neue Gesellschaft namens Tiktok Global entstehen, die von einem Amerikaner geleitet wird und mehrheitlich Amerikaner in ihrem Board of Directors hat. Die „New York Times“ schrieb, als ein Kandidat für den Chefposten sei einer der Mitgründer der Foto-App Instagram, Kevin Systrom, angesprochen worden. Laut „WSJ“ soll auch Walmart-CEO Doug McMillon einen Vorstandsposten bekommen, wenn der Deal durchgehen sollte.

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    Der Softwarekonzern Oracle, der zunächst eine Partnerschaft mit Tiktok angestrebt hatte, wolle nun 20 Prozent der Anteile erwerben. Der Sender CNBC und die „Financial Times“ berichten zudem, Tiktok Global könne in einem Jahr an die Börse gebracht werden.

    Die Gespräche stehen unter Zeitdruck: Am Wochenende tritt ein Trump-Erlass von Anfang August in Kraft, der Tiktok Geschäfte mit Firmen und Personen in den USA verbietet. Ohne einen Deal droht der App das Aus im US-Markt, wo Tiktok nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Nutzer hat.

    Trump bezeichnet Tiktok als Sicherheitsrisiko mit der Begründung, dass chinesische Behörden an Daten von Amerikanern kommen könnten. Tiktok und Bytedance bestreiten dies. Ein Deal um Tiktok muss vom Präsidenten abgesegnet werden.

    Bytedance könnte die Mehrheit an Tiktok behalten

    Microsofts Gespräche waren von der chinesischen Regierung torpediert worden: Sie führte eine Regel ein, nach der sie dem Verkauf von Software-Algorithmen ins Ausland zustimmen muss. Diese über Jahre entwickelte Software entscheidet zum Beispiel darüber, welche Videos einem Nutzer als nächste vorgeschlagen werden - und gilt als eines der Erfolgsgeheimnisse von Tiktok.

    Danach wurde schnell ein Ersatzplan ausgearbeitet, nach dem Oracle als Technologie-Partner von Tiktok auftreten soll und das globale Geschäft der Video-App in eine neue Firma mit Sitz in den USA eingebracht wird.

    Nach Medienberichten sollte dabei Oracle die Speicherung der Daten von US-Nutzern übernehmen und auch Einblick in die Software bekommen, damit es keine Hintertüren für chinesische Behörden geben könne. Bytedance würde dabei die Mehrheit an Tiktok behalten, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Trump sagte dazu am Mittwoch, er wäre damit „nicht glücklich“.

    Danach gab es Spekulationen, dass Tiktok und Bytedance neuen Konditionen der US-Regierung zugestimmt hätten. Der Sender CNBC berichtete, TikTok Global könne in einem Jahr an die Börse gebracht werden. Die „New York Times“ schrieb, als ein Kandidat für den Chefposten sei einer der Mitgründer der Foto-App Instagram, Kevin Systrom, angesprochen worden.

    Der Finanzdienst Bloomberg schrieb, Bytedance sei zuversichtlich, die Zustimmung der chinesischen Regierung für den aktuellen Deal zu bekommen. Solange die Software-Algorithmen auf Basis künstlicher Intelligenz nicht den Besitzer wechselten, gelte das auch für den Fall, dass der chinesische Konzern die Mehrheit an Tiktok abtreten müsste, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

    Mehr: Trump gegen Chinas Mehrheitsbeteiligung an Tiktok

    • rtr
    • Bloomberg
    • dpa
    • veh
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