Project Debater KI von IBM debattiert so gut wie ein Mensch

Computer debattieren demnächst vielleicht so gut wie Anwälte oder Politiker. IBM hat ein KI-System entwickelt, das eine Debatte führen kann wie ein Mensch.
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IBM: KI debattiert so gut wie ein Mensch
Debatte im Bundestag

Debattieren ist keine rein menschliche Domäne mehr. (Foto: dpa)

BerlinEinen Standpunkt darlegen, ihn gegen die Argumente eines Gegners verteidigen und am Ende von einer Jury zum Sieger der Debatte gekürt werden – das schien bisher menschlicher Intelligenz vorbehalten. Doch IBM möchte das mit seinem Project Debater ändern: Das System ist ebenfalls in der Lage, zu argumentieren und einen Standpunkt zu vertreten. In einer Debatte gegen zwei Menschen schaffte es beim ersten Versuch ein Unentschieden.

Project Debater ist ein System mit künstlicher Intelligenz (KI), das das IBM-Forscherteam in Haifa in Israel in den vergangen sechs Jahren darauf trainiert hat, in Debatten zu bestehen. Zu den Fähigkeiten des Systems gehören datengesteuertes Schreiben einer Rede, die Verarbeitung natürlicher Sprache, die Erfassung der Argumente in gesprochener Rede und schließlich das Formulieren eigener Argumente.

Eine Debatte biete eine gute Möglichkeit, diese Fähigkeiten zu trainieren, sagt IBM: Die KI müsse „durch unsere chaotische, unstrukturierte menschliche Welt navigieren“. Das sei etwas anderes als der Umgang mit einem definierten Regelwerk eines Brettspiels.

Bei der Vorstellung ließ IBM Project Debater gegen zwei israelische Debattier-Profis antreten. Ähnlich wie der Jeopardy-spielende Watson wurde Project Debater mit einem Konvolut von Fakten gefüttert. Die Themen der Debatte – die staatliche Finanzierung von Raumfahrt und der Einsatz von Telemedizin – bekam das System jedoch erst kurz zuvor mitgeteilt.

Die Debatten bestanden aus einer vierminütigen Einführung. Danach setzten sich beide Seiten jeweils vier Minuten mit den Argumenten der Gegenseite auseinander. Am Ende lieferte jeder Teilnehmer eine zweiminütige Zusammenfassung.

In beiden Debatten lieferte Project Debater nach Ansicht des Publikums zwar mehr Fakten, war aber in der Präsentation dem Menschen unterlegen. In der Debatte um die Frage, ob die staatliche Finanzierung der Raumforschung wünschenswerte sei, erklärte das Publikum Noa Ovadia zur Siegerin über den Computer.

Doch in der Frage, ob mehr Telemedizin eingesetzt werden sollte, fand es Argumente des Computers überzeugender als die seines menschlichen Kontrahenten Dan Zafrir. Ein Erfolg, der IBM hoffen lässt, dass Project Debater in Zukunft einmal Menschen dabei helfen könnte, überzeugende Argumente zu entwickeln und gut informierte Entscheidungen zu treffen.

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