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Tim Cook

Der Chef von Apple wird im Prozess gegen Qualcomm vor Gericht erwartet.

(Foto: AFP)

Prozess vor US-Bundesgericht Showdown im Patentstreit: Qualcomm fordert Teile des Apple-Gewinns

Der entscheidende Prozess zwischen dem Chiphersteller und dem iPhone-Produzenten hat begonnen. Qualcomm fordert eine Gewinnbeteiligung bei Apple. Tim Cook will das persönlich verhindern.
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1. Um was streiten sich die Konzerne?

Vor allem geht es ums Geld: Der Halbleiterhersteller Qualcomm mit Sitz in San Diego verlangt von Apple für jedes iPhone einen bestimmten Prozentsatz vom Verkaufspreis. Diese Forderung begründet der Chiphersteller mit patentierten Technologien, die Apple nutzen soll. Der iPhone-Hersteller aus dem Silicon Valley hält die Forderungen für völlig überzogen.

Apple hat die per Richter-Urteil festgelegten Zahlungen daher eingestellt und Qualcomm verklagt. Der Konzern argumentiert, Qualcomm versuche auf ungerechtfertigte Weise von Apples eigenen Innovationen zu profitieren. Denn: Der Halbleiterhersteller fordert keinen Festpreis, sondern ist auf einen Anteil des Verkaufspreises der Apple-Geräte aus.

Qualcomm ist als Anbieter von Prozessoren und Funkchips bekannt, beansprucht aber auch die Erfindung vieler anderer Technologien in Smartphones für sich. Daher seien Apples Vorwürfe Qualcomm zufolge unbegründet.

2. Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Seit zwei Jahren verklagen sich Qualcomm und Apple gegenseitig vor zahlreichen Gerichten auf der ganzen Welt, auch in Deutschland. Am Montag hat nun ein Prozess in San Diego begonnen, dem Beobachter wegweisende Bedeutung zumessen. Erstmals befasst sich ein amerikanisches Bundesgericht mit dem Fall.

Die neun Geschworenen müssen entscheiden, ob das Geschäftsmodell von Qualcomm in Einklang mit den Gesetzen steht. Auch wird überprüft, ob Apple das Recht hat, die Zahlungen einzustellen. Die große Bedeutung des Prozesses kann allein daran gemessen werden, dass Apple-Chef Tim Cook persönlich im Gerichtssaal erwartet wird.

Es wäre sein erster Auftritt vor Gericht in der Auseinandersetzung. Auch der CEO von Qualcomm, Steve Mollenkopf, wird womöglich aussagen.

3. Was steht für Qualcomm auf dem Spiel?

Der Chipproduzent lebt einerseits davon, Halbleiter zu verkaufen. Aber deutlich lukrativer ist offenbar die Vermarktung der Patente. Aus Investorensicht sei der Ausgang des Verfahrens für Qualcomm daher bedeutender, sagte Analyst Shannon Cross von Cross Research LLC dem Finanznachrichtendienst Bloomberg.

Denn: „Ein großer Teil ihres Geschäfts besteht aus Lizenzeinnahmen“, so Cross. Der weltweit sechstgrößte Halbleiterhersteller Qualcomm beziffert die entgangenen Einnahmen auf sieben Milliarden US-Dollar.

4. Warum ist der Prozess für Apple wichtig?

Finanziell kann der Konzernriese jedes Urteil problemlos wegstecken, selbst wenn er mehrere Milliarden US-Dollar an Lizenzgebühren nachzahlen müsste. Apple besitzt Bloomberg zufolge ein Barvermögen über etwa 245 Milliarden US-Dollar. Trotzdem sollte dem Unternehmen an guten Beziehungen zu Qualcomm gelegen sein.

Denn der Lieferant aus San Diego ist führend beim Echtzeitmobilfunk 5G. Für die derzeit vorherrschende vierte Generation bezieht Apple die Halbleiter beim Qualcomm-Konkurrenten Intel. Zwei Bezugsquellen für die wichtigen Bauelemente wären für den iPhone-Konzern in jedem Fall hilfreich, um technisch gegenüber der Konkurrenz nicht zurückzufallen.

5. Inwiefern ist der Prozess für die Konsumenten relevant?

Die Auseinandersetzung zwischen den US-Konzernen hat dazu geführt, dass Apple einige iPhone-Modelle in Deutschland zwischenzeitlich nicht mehr anbieten durfte. Solche Blockaden könnten künftig vermieden werden, wenn die Streitfrage abschließend geklärt ist.

Der Prozessausgang könnte auch die künftigen Gerätepreise beeinflussen, je nachdem, ob Qualcomm sich mit seinen Forderungen durchsetzt oder nicht. Bis zu einer Entscheidung dürften allerdings mindestens vier Wochen vergehen.

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