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Quartalsbericht Apple präsentiert Rekordzahlen

Selbst der iPhone-Umsatz steigt wieder: Apple übertrifft im abgelaufenen Quartal alle Erwartungen. Doch aktuell bremst das Coronavirus das Geschäft.
29.01.2020 - 02:15 Uhr Kommentieren
Die iPhone-Erlöse wachsen nach längeren Rückgängen wieder. Quelle: Reuters
Apple-Store

Die iPhone-Erlöse wachsen nach längeren Rückgängen wieder.

(Foto: Reuters)

San Francisco Es ist noch nicht lange her, da sahen ernst zu nehmende Apple-Beobachter den Konzern als „One Trick Pony“. Als Unternehmen, das eigentlich nicht viel mehr kann, als schicke und sehr teure iPhones zu verkaufen. Der iPod – längst überflüssig. Der iMac – für Designer und Angeber vielleicht. iTunes – schon mal von Spotify gehört?

Nun lernt der mit 1,4 Billionen Dollar Marktwert wertvollste Konzern offenbar neue Tricks. Und an seinem Evergreen verdient das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino immer extrem gut.

91,8 Milliarden Dollar Umsatz verzeichnete Apple im letzten Quartal 2019, das dem amerikanischen Steuerjahr entsprechend als „Q1 2020“ bezeichnet wird – ein neuer Rekordwert. Der lag um neun Prozent über dem Vorjahresquartal und sprengte die Erwartungen von Analysten, die im Durchschnitt nur mit gut dem halben Wachstum gerechnet hatten – nämlich von 84,3 Milliarden Ende 2018 auf rund 88,5 Milliarden Dollar.

Der Gewinn stieg mit 22,2 Milliarden Dollar ebenfalls auf ein neues Rekordhoch. Die Aktie, die ihren Wert 2019 bereits verdoppelt hatte, stieg im nachbörslichen Handel noch einmal um drei Prozent.

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    Auf den nächsten Rekord wird Apple nun aber warten müssen, wohl mindestens ein Jahr: Weil iPhones, iPads und AirPods oft zu Weihnachten verschenkt werden, ist das Weihnachtsquartal bei Apple mit keinem anderen vergleichbar.

    Dafür könnte Apple dann mit einer echten technologischen Neuheit aufwarten. „Das erste iPhone mit 5G-Mobilfunk wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit im September kommen“, sagte Gartner-Analystin Annette Zimmermann dem Handelsblatt. Das könne zu höheren Absatzzahlen der Apple-Geräte führen.
    Derzeit hielten sich Kunden noch zurück, erklärte Zimmermann: „Im Jahr 2019 haben viele Kunden abgewartet und harren lieber bis zur nächsten Geräte-Generation aus.“

    Coronavirus beeinträchtigt Lieferkette

    Im laufenden Vierteljahr rechnet Finanzchef Luca Maestri mit einem Umsatz von 63 bis 67 Milliarden Dollar. Das ist eine für Apple-Verhältnisse relativ große Spanne, die Apple-Chef Tim Cook mit dem Ausbruch des Coronavirus in China und den verbundenen Reiseeinschränkungen in Apples wichtigstem Produktionsland erklärt. Apple hat in China bislang einen seiner Stores ganz geschlossen und bei weiteren die Öffnungszeiten eingeschränkt. Auch einige chinesische Einzelhandelspartner hätten Geschäfte geschlossen oder die Öffnungszeiten verkürzt, und in die Läden kämen weniger Käufer, so Maestri.

    Im laufenden Quartal stellt sich Apple zudem auf Turbulenzen in seiner chinesischen Lieferkette durch das Coronavirus ein. Einige Betriebe befänden sich in der besonders betroffenen Region rund um die Stadt Wuhan, sagte Konzernchef Cook. Derzeit werde über eine neue Generation des Einsteiger-Modells iPhone SE spekuliert, sagte Analystin Zimmermann. „Sollte dafür die Produktion gerade laufen, könnte das Virus starke Konsequenzen haben“, sagte Zimmermann.

    Grafik

    Apple-Chef Cook beruhigte die Aktionäre: Es gebe alternative Quellen für die Apple-Produkte. Unklar sei die weitere Entwicklung bei anderen Zulieferern, bei denen die übliche Auszeit zum chinesischen Neujahrsfest zum Teil um eine Woche verlängert worden sei.

    China war schon im abgelaufenen Quartal eine der wenigen Schwachstellen in den Apple-Zahlen: Lange waren die Volksrepublik, Taiwan und Hongkong nicht zu bremsende Wachstumsmärkte, inzwischen ist der Motor fast zum Erliegen gekommen: Statt 13,2 Milliarden Ende 2018 (Q1 2019) setzte Apple dort nun 13,6 Milliarden Dollar um – gerade mal drei Prozent mehr.

    Zwar war der Umsatz ein Jahr davor sogar deutlich gefallen, das lag aber auch am Mangel an neuen iPhone-Modellen. Nun stagniert er trotz neuer iPhones. Die schwächelnde Wirtschaft und die Konkurrenz heimischer Smartphone-Hersteller wie Huawei machen sich offenbar bemerkbar.

    Europa-Markt legt kräftig zu

    Das Wachstum kommt aktuell erstaunlicherweise aus Apples am stärksten entwickelten Märkten: Nord- und Südamerika legten um zwölf Prozent auf 41,3 Milliarden zu, Europa sogar um 14 Prozent auf 23,3 Milliarden Dollar.

    „Wir sind begeistert zu berichten, dass Apple im abgelaufenen Quartal sowohl den höchsten Umsatz als auch Gewinn aller Zeiten hatte“, sagte Cook in der Telefonkonferenz. Die Rekorde würden angetrieben von starker Nachfrage nach dem iPhone 11 und 11 Pro und stark wachsenden Umsätzen für digitale Dienste und Wearables. 1,5 Milliarden installierte Apple-Geräte gebe es nun auf der Welt.

    Zu dieser Zahl tragen neue iPhones bei, deren Umsatz von 52 auf 56 Milliarden Dollar stieg. Zunehmend sind es aber auch Geräte, die in der Ära von Cook erdacht wurden: Dank des Erfolgs der AirPods, der kleinen, kabellosen Kopfhörer, stieg der Umsatz für Wearables und Smarthome-Geräte erstmals auf mehr als zehn Milliarden Dollar – und um mehr als ein Viertel im Jahresvergleich. Jeder Erfolg bei Services, Wearables und Smarthome-Geräten ist auch ein weiterer Schritt Cooks aus dem übergroßen Schatten seines Vorgängers, Apple-Gründer Steve Jobs.

    Abhängigkeit vom iPhone bleibt

    Apples Servicegeschäft, in dem etwa Umsätze aus dem App Store, Apple Music oder der neuen Streaming-App TV+ zusammengefasst werden, wuchs um zwei Milliarden auf knapp 13 Milliarden Dollar, jedoch etwas schwächer als von Analysten erwartet.

    Traditionell ein Hardware-Konzern, verspricht sich Apple vom Verkauf digitaler Dienstleistungen nicht nur eine neue Umsatzquelle, sondern auch eine höhere Marge: Eine noch höhere, muss man sagen, denn Apple behält schon heute von jedem umgesetzten Euro 38 Cent. So ist es auch zu verschmerzen, dass Apples restliches Hardware-Geschäft schrumpft: Mit Macs und iPads setzte der Konzern weniger um als noch Ende 2018.

    Die Abhängigkeit vom iPhone ist im vergangenen Quartal somit gar nicht kleiner geworden: Der Umsatzanteil des Smartphones stieg wegen der im September vorgestellten neuen Modelle sogar wieder auf 62 Prozent. Ganz falsch ist die Analyse vom „One Trick Pony“ also immer noch nicht. Aber wer so ein Pferd im Stall hat, muss sich auch nicht gerade beklagen.

    Mehr: 2020 wird das Jahr multimilliardenschwerer Streaming-Attacken von Disney, Apple und anderen gegen Netflix.

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