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Quartalsbilanzen Apple und Facebook feiern Rekordgewinne trotz Pandemie

Rekordzahlen mitten in der Coronakrise: Apples Umsatz liegt erstmals im Quartal bei mehr als 100 Milliarden Dollar. Facebook-CEO Zuckerberg gibt zu: Sein größtes Problem heißt Apple.
28.01.2021 - 07:20 Uhr Kommentieren
Apple-Chef Cook blendete die drohende Regulierung aus, Facebook-Chef Zuckerberg kritisierte Apple. Quelle: AP
Tim Cook (l.) und Mark Zuckerberg

Apple-Chef Cook blendete die drohende Regulierung aus, Facebook-Chef Zuckerberg kritisierte Apple.

(Foto: AP)

San Francisco Mit Apple und Facebook haben am Dienstag zwei der weltgrößten Technologiekonzerne zeitgleich ihre Quartalsergebnisse präsentiert und dabei eindrücklich demonstriert, dass die Coronakrise für sie keine ist. Speziell Apple übertraf alle Erwartungen: Der Konzern aus Cupertino verzeichnete seinen höchsten je in einem Quartal erreichten Umsatz mit 111,4 Milliarden Dollar (plus 21 Prozent im Jahresvergleich) sowie Gewinn (28,75 Milliarden Dollar, plus 29 Prozent).

Die durch die Pandemie an das eigene Zuhause gebundenen Konsumenten fragten vor allem Hardwareprodukte wie das neue iPhone 12, tragbare Accessoires wie die neuen Kopfhörer sowie den neuen Mac-Computer mit Apples hauseigenem Chip nach.

Aber auch die Service-Sparte, auf die Apple inzwischen als Wachstumstreiber setzt, wuchs in der Pandemie: Mit seinen Musik-, Fitness- und Streamingdiensten setzte der Konzern 15,8 Milliarden Dollar um, 24 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Weihnachtsquartal ist bekanntlich besonders wichtig für Apple, der Konzern macht in jenen drei Monaten ein Drittel seines jährlichen Umsatzes. Doch die Corona-Pandemie hatte Lieferschwierigkeiten aus China verursacht, weshalb besonders das mit Spannung erwartete neue iPhone nicht schon im September, sondern erst im Oktober vorgestellt wurde – und teils erst im November ausgeliefert werden konnte, also nach der Hälfte des Quartals. Das damit verkürzte Weihnachtsgeschäft lief dennoch sehr gut.

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    Wie viele der neuen Smartphones konkret verkauft wurden, teilte Apple so detailliert nicht mit. Doch in einem Telefonat mit Analytikern und Journalisten gab CEO Tim Cook preis, dass besonders die teureren Pro-Ausführungen gefragt gewesen seien.

    Damit geht Cooks Strategie auf, mit Premium-Produkten mehr Profit pro Gerät zu machen, weil die Konsumenten immer länger mit dem Kauf eines neuen Smartphones warten. Gemäß der Analysefirma Consumer Intelligence Research Partner ist der durchschnittliche Verkaufspreis eines iPhones von 809 Dollar vor einem Jahr auf nun 873 Dollar gestiegen.

    Apple bricht im Weihnachtsgeschäft alle Rekorde

    Insgesamt nahm Apple mit seinen Smartphones 65,6 Milliarden Dollar ein. Weltweit seien nun mehr als eine Milliarde iPhones aktiv in Gebrauch, sagte Cook.

    Bemerkenswert sind diese zweistelligen Wachstumsraten über alle Produktkategorien vor allem, wenn man sich vor Augen führt, auf welch hohem Niveau der vor 45 Jahren gegründete Konzern nach wie vor wächst. Auch an der Börse tut er das: Als erste US-Firma hatte Apple im August eine Marktkapitalisierung von zwei Billionen Dollar erreicht – nur fünf Monate später liegt sie bereits bei 2,4 Billionen Dollar. Die Pandemie hat sich für den Konzern zu einem Wachstumsbeschleuniger entpuppt.

    Auffällig war im Telefonat jedoch, dass Cook nicht den Elefanten im Raum ansprach. Vonseiten der amerikanischen Regierung drohen den Techkonzernen strenge neue Regulierungen, zudem haben jüngst mehrere Mitbewerber und Drittfirmen Apple wegen angeblich monopolistischen Verhaltens verklagt, besonders mit Blick auf den App-Store.

    Facebook-Chef warnt Investoren

    Auf diese Probleme ging ein anderer Silicon Valley-CEO bei seiner Präsentation zur gleichen Zeit am Dienstag offen ein: Facebooks Gründer Mark Zuckerberg warnte die Investoren in deutlichen Worten vor künftiger Unsicherheit im Markt.

    Doch zunächst hatte auch Zuckerberg gute Nachrichten parat. Schließlich profitiert das weltgrößte soziale Netzwerk davon, dass die Nutzer im „Hausarrest“ sich virtuell austauschen wollen. Facebook verzeichnete mit gut 28 Milliarden Dollar den höchsten Umsatz in seiner Geschichte, ein Drittel mehr als noch vor drei Monaten. Fast alles Geld (96 Prozent) verdient die Firma mit Werbung, welche trotz der Corona-Pandemie für den Konzern nicht weggebrochen ist.

    Auch der Gewinn stieg um die Hälfte auf 11,2 Milliarden Dollar. Über die drei großen Plattformen Instagram, Whatsapp und Facebook hinweg verzeichnet der Mutterkonzern nun täglich 2,6 Milliarden aktive Nutzer weltweit, so viele wie kein anderes soziales Netzwerk.

    Sorgen bereiten dürfte Zuckerberg jedoch, dass in den USA und Kanada nun schon das zweite Quartal hintereinander die Zahlen täglich aktiver Nutzer gesunken sind. Die Menschen mögen zwar mehr Zeit zu Hause verbringen – aber die Konkurrenz an Unterhaltungsangeboten und sozialen Netzwerken wächst im Heimatmarkt spürbar.

    Mark Zuckerberg kritisiert Apple

    Überraschend war, wie häufig Zuckerberg in seiner Präsentation gegen den Mitbewerber Apple schoss. Einmal kritisierte er dessen Nachrichtendienst iMessage; das auf allen iPhones vorinstallierte Programm ist in den USA der Marktführer für Chat-Programme und mit Facebooks Produkt WhatsApp konkurriert. Ein anderes Mal betonte Zuckerberg, dass bei Apple – dem selbst ernannten Datenschützer – die Nachrichten unverschlüsselt in der iCloud lägen und damit Regierungsbehörden zugänglich seien. Ein anderes Mal sagte er, dass man „Apple zunehmend als einen der größten Konkurrenten“ sehe.

    Die Seitenhiebe erklären sich einerseits mit dem seit Jahren schwelenden Kleinkrieg zwischen den beiden Silicon-Valley-CEOs. Andererseits wird Apple es in seinem neuen iPhone-Betriebssystem den Nutzern bald ermöglichen, das Datensammeln von Drittfirmen-Apps wie Facebook zu untersagen. Das hätte womöglich massive Konsequenzen für Facebooks Geschäftsmodell. „Wir erwarten 2021 starken Gegenwind für unseren Anzeigenmarkt“, sagte der Finanzchef Dave Wehner.

    Zudem ist Facebook bemüht, sich als Firma inmitten erbitterter Konkurrenzkämpfe darzustellen. Erst im Dezember hatten das US-Justizministerium und Dutzende Bundesstaaten Klage gegen Facebook wegen angeblich monopolistischen Verhaltens eingereicht. Weitere Rechtsstreite schwelen in Europa wie in den USA. Zuckerberg warnte die Investoren, die Firma stecke in einer großen Phase der Unsicherheit – ganz unabhängig von der Pandemie.

    Mehr: Big Tech als Gatekeeper: Regulierer fordern schärfere Regeln für soziale Netzwerke

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