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Quartalszahlen IBM verdient weniger – hält aber an Dividende fest

IBM veröffentlicht schwache Quartalszahlen. Die Bilanz gibt einen Vorgeschmack darauf, wie hart die Coronakrise die US-Tech-Branche trifft.
21.04.2020 - 11:59 Uhr Kommentieren
Der Technologiekonzern verzeichnet deutliche Verschiebungen bei der Nachfrage seiner Kunden.
IBM

Der Technologiekonzern verzeichnet deutliche Verschiebungen bei der Nachfrage seiner Kunden.

San Francisco So hatte sich Arvind Krishna seinen Einstieg nicht vorgestellt. Der gebürtige Inder ist seit Anfang April CEO von IBM. Das Desaster nahm Anfang März seinen Lauf. Noch in den ersten zwei Monaten des Jahres lag IBM bei den selbst gesteckten Ziele voll im Plan. Doch dann kam die Corona-Vollbremsung.

IBM ist das erste Unternehmen der Tech-Industrie, das seine Zahlen vorlegt. Giganten wie Microsoft, Amazon, Alphabet, Alibaba oder Oracle werden folgen. Auch sie werden sich nicht jedem Negativtrend entziehen können.

Krishna strich am Montag, wie erwartet, wegen der extremen Unsicherheit alle Prognosen für 2020 und betonte gleichzeitig die gesunde bilanzielle und finanzielle Situation des Unternehmens: „Wir werden stärker aus der Pandemie herausgehen, als wir hineingegangen sind“, verspricht er den Anlegern.

Das Cloudgeschäft wachse stark. Und auch die hohe Dividende sei sicher, betont er. Doch die Wall Street will derzeit nichts davon hören. Die Aktie brach nachbörslich um gut vier Prozent ein.

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    Der März stellte alles auf den Kopf. Zuerst brach das Neugeschäft weg, weil weltweit die Kunden in allen Branchen schlagartig ihre Prioritäten änderten. Es ging nicht mehr darum, in ein neues, digitales Jahrtausend aufzubrechen. Stattdessen mussten die bestehenden IT-Systeme fast schon panikartig auf die aufziehende Coronakrise vorbereitet werden.

    Innerhalb von wenigen Tagen wurden ganze Unternehmen auf Homeoffice umgerüstet, die davon noch nie gehört hatten. Als Beispiel nennt IBM einen Versicherer, bei dem innerhalb weniger Tage 40.000 Mitarbeiter auf Fernarbeit umgestellt wurden.

    Insgesamt hat es auf Kundenseite eindeutige Verschiebungen gegeben. Vor allem Branchen, die überwiegend auf Transaktionen setzen, so wie der Einzel- oder Autohandel, sahen sich auf einmal vor dem Nichts. Kontrakte wurden gekündigt oder nicht neu abgeschlossen.

    Viele sicher geglaubte Kontrakte weggefallen

    Finanzinstitute, Zahlungsabwickler, Regierungsorganisationen und wichtige Behörden wiederum mussten ihre IT ausbauen, um den extremen Nachfrageanstieg bewältigen zu können. Für ein Kinderkrankenhaus in Atlanta, so Krishna, habe IBM etwa mithilfe der Künstlichen Intelligenz „Watson“ einen digitalen Assistenten aufgebaut, um die zahllosen Anrufe besorgter Eltern zu bearbeiten. Über tausend verschiedene Anfragen kann das System beantworten. Das habe das Krankenhaus und die Mitarbeiter stark entlastet.

    Doch das alles reichte nicht, um den Wegfall eigentlich sicher geglaubter Kontrakte für Unternehmenssoftware auszugleichen. Die Branche bringt traditionell in den letzten zwei Wochen eines Quartals die Verträge unter Dach und Fach, so Finanzvorstand James Kavanaugh. Jetzt waren die Unterschriftstermine abgesagt worden. Davon dürften auch die Konkurrenten Microsoft, Amazon, Google und Oracle betroffen sein.

    Besonders bei Einzelhandels- und Automobilkunden habe sich das Wegbrechen bemerkbar gemacht, heißt es. Aber der CFO betonte auch, dass „rund 70 Prozent“ der IBM-Kunden aus Branchen kämen, die laut Daten von Marktforschern wie Gartner und IDG nur „minimal“ oder „mäßig“ von Corona betroffen seien, etwa Kreditkarten- oder Versorgungsunternehmen.

    Am Ende stand von Januar bis Ende März bei IBM ein Konzernumsatz von 17,57 Milliarden Dollar nach 18,18 Milliarden im Jahr zuvor. Analysten bei Factset hatten 17,59 Milliarden vorausgesagt. Das Nettoergebnis wird mit 1,18 Milliarden Dollar angegeben oder 1,31 Dollar pro Aktie. Im Vorjahr waren es noch 1,59 Milliarden oder 1,78 Dollar pro Aktie.

    Besonders gut gelaufen sei die neue Cloudsparte mit dem Zukauf des Softwareherstellers „Red Hat“. 5,24 Milliarden Dollar Umsatz stehen zu Buche, ein Plus von fünf Prozent.

    Red Hat habe 1,1 Milliarden Dollar Umsatz zugeführt, was isoliert betrachtet ein Plus von 20 Prozent gewesen wäre. Aber aus buchhalterischen Gründen dürfe man nur 719 Millionen davon ausweisen, erklärt CEO Krishna. Trotzdem sei die Akquisition weiter von entscheidender Bedeutung.

    Gute Liquidität

    IBM setzt auf die „hybride Cloud“. Hierbei wird die alte schon existierende IT-Infrastruktur mit einer neuen IT in einer Cloud zusammengeführt. Der US-Konzern glaubt dadurch Unternehmen schnelle und günstige Cloud-Lösungen anbieten zu können. In der Hybrid-Cloud sieht IBM einen potenziellen Billionenmarkt.

    Erfreulich schnitt „Global Business Services“ mit 4,14 Milliarden Dollar ab. Analysten hatten mit 3,91 Milliarden Dollar gerechnet. Hier ist zum Beispiel strategische Beratung, Systemintegration und sämtliche Programmierarbeit zusammengefasst. Dienstleistungen, die jetzt gefragt sind. Alles zusammen reichte aber nicht, um die Ausfälle bei Unternehmenssoftware auszugleichen.

    Auch wenn IBM keine Prognose für den weiteren Geschäftsverlauf gibt, zeigt sich der CEO verhalten optimistisch. Wiederkehrende Umsätze aus länger laufenden Verträgen machten bei IBM mittlerweile 60 Prozent des Geschäfts aus, vor zehn Jahren seien es noch unter 50 Prozent gewesen.

    Im April, lässt der CEO zudem durchblicken, habe es „keine signifikanten Abweichungen“ beim Abo-Geschäft mit Software oder Dienstleistungen gegeben, macht Krishna im Gespräch mit Analysten Mut. Er fühle sich damit „ziemlich gut“. Deswegen hält IBM an der recht hohen Dividendenrendite von über fünf Prozent fest. Krishna sei „sehr zuversichtlich“, dass sie nicht in Gefahr sei.

    IBM hat im Vorjahresquartal 1,4 Milliarden Dollar an Dividenden gezahlt, die durch den Free Cashflow gedeckt waren. In den zwölf Monaten bis Ende März zusammen habe der gesamte Free Cashflow 11,6 Milliarden Dollar betragen.

    Aus dem freien Cashflow werden nicht nur Dividenden bezahlt, sondern auch Aktienrückkäufe oder Akquisitionen. Aktienrückkäufe hat IBM Mitte 2019 eingestellt. Der Bestand an liquiden oder schnell veräußerbaren Mitteln liege drei Milliarden Dollar über Vorjahr. Solche Zahlen sind derzeit wichtig, um in diesen Zeiten zu überleben.

    Mehr: Viele Firmen notieren wieder auf oder nahe ihren Rekordkursen. Doch die Auswahl für Investoren ist nicht leicht. Was Anleger wissen sollten.

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