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Quartalszahlen Microsoft-Zahlen übertreffen alle Erwartungen – sogar die eigenen

IT-Gigant Microsoft trotzt der Coronakrise und legt herausragende Quartalszahlen vor. Das Unternehmen profitiert dabei auch von den veränderten Arbeitsbedingungen.
30.04.2020 - 07:24 Uhr Kommentieren
Die Ergebnisse zeigen, wie Microsoft durch seine breite Produktpalette erfolgreich dem breiten Abwärtstrend der Wirtschaft entgehen konnte. Quelle: dpa
Microsoft

Die Ergebnisse zeigen, wie Microsoft durch seine breite Produktpalette erfolgreich dem breiten Abwärtstrend der Wirtschaft entgehen konnte.

(Foto: dpa)

San Francisco Mitten in der Krise glänzt der größte Technologiekonzern der Welt mit herausragenden Quartalszahlen. Aus einem Konzernumsatz von 35 Milliarden Dollar, 15 Prozent über Vorjahr, wurden im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, das erste Quartal des Kalenderjahres, 10,8 Milliarden Dollar Nettogewinn erzielt.

Das sind sogar 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Beide Werte liegen deutlich über dem Vorjahr und den Erwartungen der Analysten. Und auch die eigenen Erwartungen hat Microsoft damit übertroffen: Noch im Februar des Jahres wurde eine Umsatzwarnung für die Computersparte ausgerufen, weil die chinesischen Lieferketten zusammengebrochen waren. Doch selbst das hatte sich schneller erledigt als erwartet.

„Wir haben in zwei Monaten so viel Digitalisierung der Wirtschaft gesehen wie sonst in zwei Jahren“, fasst Microsoft-Chef Satya Nadella sie Lage prägnant zusammen. Und das hat Microsoft in die Hände gespielt.

Niemand in der gesamten Branche ist so breit aufgestellt wie der Windows-Konzern. Wer heute in der weltweiten Technologieindustrie um die Weltherrschaft kämpfen will, muss erst einmal an Microsoft vorbei, dem 45 Jahre alten Softwaregiganten aus Redmond. Vor zehn Jahren noch galt Microsoft als trauriger Restant der neuen Internetwelt.

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    Doch dann kam Satya Nadella an die Spitze und stellte den Konzern zielgenau neu auf. Heute sind Wachstumstreiber Nummer eins Internet und Cloud. Microsoft Office 365 beherrscht die Homeoffices weltweit, die Cloud-Infrastruktur „Azure“ für Unternehmensanwendungen legte im Quartal um 59 Prozent zu.

    Ein Wert, den Erzkonkurrent Amazon („AWS“) am Donnerstag erst einmal überbieten muss, was schwer zu schaffen sein wird. Die Video-Konferenz- und Teamwork-Software Teams kommt jetzt auf 75 Millionen tägliche Nutzer, so Nadella. Das ist eine glatte Verdopplung in kaum vier Wochen und lässt den Konkurrenten Slack im Staub zurück. Die letzte veröffentlichte Zahl der täglichen Nutzer lag hier bei zwölf Millionen.

    Sorgenkind war „More Personal Computing“

    Die Sparte „Intelligent Cloud“, in der auch Azure und zusätzliche Cloud-Dienste für Unternehmen verbucht sind, stieg insgesamt um 27 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar. Das Sorgenkind war „More Personal Computing”, hier sind Windows, Surface-Laptops und X-Box-Spielekonsole zusammengefasst.

    Der Zusammenbruch der chinesischen Zulieferkette hatte Schlimmes befürchten lassen , aber zuletzt reichte es dann doch auf ein Plus von drei Prozent auf elf Milliarden Dollar. Nur die Suchmaschinenwerbung brach branchenkonform drastisch ein.

    „Productivity und Business Process“, hier sind zum Beispiel geschäftliche Office-Geschäfte verbucht, setzte 15 Prozent mehr mit 11,7 Milliarden Dollar um.

    Die Ergebnisse zeigen, wie Microsoft durch seine breite Produktpalette erfolgreich dem breiten Abwärtstrend der Wirtschaft entgehen konnte. Zumindest zeitweilig. Für das laufende Quartal zeigt sich Finanzchefin Any Hood verhalten positiv.

    Einige Bereiche, etwa alle, die vom Trend zur Heimarbeit profitieren, sollten weiter Zuwächse zeigen, aber nicht mehr so stark wie zuvor. Vor allem, wenn langsam wieder Normalität einkehren und Angestellte teilweise in ihre Büros zurückkehren sollten.

    Gebot der Stunde ist bei vielen Liquidität zu sichern

    Auch steht zu befürchten, dass die drastischen Kostensenkungsmaßnahmen, die in vielen Branchen um sich greifen, sich auf den boomenden Cloudbereich auswirken könnten. So gerne die Unternehmen investieren würden, das Gebot der Stunde heißt bei vielen zurzeit Liquidität sichern.

    Trotzdem ist der alte Bill-Gates-Konzern die Messlatte der heutigen digitalen Welt geworden. Der Börsenwert lag zum Ende des Wall-Street-Handels am Mittwoch bei 1,3 Billionen Dollar, vor Apple mit 1,25 Billionen, gefolgt von Amazon mit 1,18 Billionen Dollar und Google mit 921 Milliarden.

    Apple und Amazon müssen jetzt noch ihre Karten offenlegen. Dabei ist denkbar, dass Apple unter starken Einbrüchen bei der Konsumelektronik leidet. Wichtig wird auch die Frage, wie der Bereich „Services“ dasteht. Er gilt als Apples größte Wachstumshoffnung.

    Bei Amazon wird entscheidend sein, wie sich die Cloud-Sparte schlägt und ob sie ihren Vorsprung vor Microsoft gehalten hat. Im Handel stellt sich nicht die Frage, ob der stark gewachsen ist. Allerdings schon, ob Amazon unter den gegebenen chaotischen Bedingungen und angesichts der logistischen Klimmzüge wirklich auch Geld verdienen konnte. Das wird entscheiden, ob sich die Hackordnung an der Wall-Street-Spitze wieder ändert.

    Mehr: Microsoft will das Teilen von Daten erleichtern – und damit auch sein Image aufbessern. Vieles ist vage, doch es gibt Lob aus Berlin.

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