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Randi ZuckerbergEine Zuckerberg auf dem Weg ins Web3: Marks große Schwester wirbt für das Internet der nächsten Generation

Im Schatten des Facebook-Gründers will Randi Zuckerberg mit ihrem virtuellen Marktplatz besonders Frauen überzeugen. Doch für das Kryptogeschäft sind die Zeiten schwierig.Torsten Riecke 07.11.2022 - 12:57 Uhr Artikel anhören

Die Schwester von Mark Zuckerberg ist selbst als Tech-Unternehmerin aktiv.

Foto: Bloomberg

London. Wer in der Tech-Branche an Kryptotechnologien glaubt und auch noch den Nachnamen „Zuckerberg“ trägt, bekommt derzeit besonders viel Gegenwind. Kryptoanleger leben ohnehin auf der Achterbahn fallender und steigender Kurse. Und Meta-Chef Mark Zuckerberg hat alle Mühe, seine kostspieligen Pläne für das Metaversum den enttäuschten Aktionären nahezubringen. Die Aktie des Konzerns ist seit Jahresbeginn fast 70 Prozent abgestürzt.

Kryptounternehmerin Randi Zuckerberg, die große Schwester des Facebook-Gründers, lässt sich davon zwar nicht entmutigen, leugnet aber die Ernüchterung in der Tech-Branche nicht: „Mein Traum ist es, dass Hunderte von Millionen Menschen das Web3 nutzen. Aber gleichzeitig bin ich im Moment vorsichtig, diese Menschen dazu einzuladen, weil das Nutzererlebnis noch nicht ausgereift ist“, sagt die 40-Jährige im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Das Schlagwort „Web3“ steht für ein dezentralisiertes Internet der dritten Generation. Dieses nutzt neue Technologien wie Blockchain, Kryptowährungen und NFTs (Non-Fungible Tokens), um den Nutzern Macht in Form von Eigentum zurückzugeben. Das ist zumindest der erklärte Anspruch der Web3-Gemeinde.

Randi Zuckerberg hält es für „das nächste große Ding“ der Tech-Welt und die Zukunft des Internets. Für andere erklärte Krypto-Fans wie Tesla-Chef Elon Musk ist Web3 dagegen nur ein „Marketing-Buzzwort“.

Zuckerberg weiß um die Schwächen: „Es ist eine zwielichtige Umgebung, in der es viele Betrügereien und Probleme mit der Sicherheit gibt. Das ist nichts für schwache Nerven“, räumt sie mit Blick auf Geschäfte ein, die mit Krypto- oder Web3-Technologien arbeiten. Die Unternehmerin plädiert für einen Mittelweg, „eine Art Web 2.7“, wie sie sagt, der es ein Mindestmaß an Regeln und Schutz geben sollte.

Randi Zuckerberg schafft virtuellen Marktplatz für Künstler

„Sobald die Menschen das Gefühl haben, dass sie sich auf sichere Art und Weise mit Web3 beschäftigen können, werden wir ein explosives Wachstum in der Wirtschaft erleben“, ist sich die Amerikanerin sicher. Zuckerberg stört es nicht, dass sie im Schatten ihres zwei Jahre jüngeren Bruders wirkt. Sie hat nach ihrem Studium an der US-Eliteuniversität Harvard lange bei Facebook gearbeitet, erst in der Produktentwicklung und später als Sprecherin.

Die technologischen „Kinderkrankheiten“ von Krypto und Web3 erinnerten sie an den Start des Live-Streamings bei dem Netzwerk, sagt sie. „Damals habe ich davon geträumt, ein globales Live-Streaming zu starten, aber die Technik war einfach noch nicht so weit“, erzählt sie. Es habe fast sieben Jahre gedauert, bis jeder live streamen konnte.

„Das ist nichts für schwache Nerven“, sagt Randi Zuckerberg.

Foto: dpa

Um ihre Tech-Träume zu verwirklichen, hat sie ihr eigenes Unternehmen Zuckerberg Media gegründet. Ihr jüngstes Projekt ist die Internet-Plattform HUG, ein virtueller Marktplatz, auf dem Künstler und Kreative ihre Ideen und ihre als NFTs digitalisierte Werke ausstellen und sich darüber austauschen können.

„Wir wollen die Grundlage für eine neue kreative Wirtschaft schaffen“, sagt Zuckerberg. Künstler könnten auf ihrer Plattform „zum ersten Mal wirklich direkt zu ihren Fangemeinden gehen, ohne Galerien oder Zwischenhändler. Rund 700 Kreative würden von dem Angebot bereits Gebrauch machen.

„Wir sehen, dass eine völlig neue Schicht von Influencern und Kreativen auftaucht, die als Kuratoren fungieren“, berichtet Zuckerberg, „Ich glaube wirklich, dass wir an der Spitze einer völlig neuen Schöpferwirtschaft stehen.“ Die Künstler seien nur der Anfang für Web3-Plattformen: „Ich denke, in Zukunft wird fast der gesamte elektronische Handel auf diese Weise betrieben werden.“

Gerade Frauen will Zuckerberg für die neuen Technologien begeistern. Unter dem Label „GroupHUG“ hat sie einen virtuellen Raum für Unternehmerinnen geschaffen. „Die Kultur von Krypto und Web3 ist für viele Menschen sehr einschüchternd. Es fühlt sich beängstigend an“, sagt Zuckerberg. Deshalb wolle sie den Zugang freundlich, einladend und auch ein bisschen lustig gestalten. „Unsere Community besteht zu etwa 60 Prozent aus Frauen“, sagt sie, wohingegen es in der Web3-Gemeinde weniger als zehn Prozent seien.

Serena Williams gehört zu den Web3-Promis

Umso wichtiger seien prominente Vorreiterinnen wie die Tennisspielerin Serena Williams, die in mehrere Web3-Aktivitäten investiert hat. Zuckerberg rührt aber auch selbst die Werbetrommel für ihre Tech-Vision: Im US-Satellitenradio Sirius XM moderiert sie jede Woche ihren eigenen Podcast „Crypto Cafe“. Das US-Magazin „Forbes“ verlieh ihr deshalb den Titel „Krypto Queen“.

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Unterstützt wird Zuckerberg auch von der deutschen Investorin Nicole Junkermann. Sie schätzt das potenzielle Marktvolumen der nicht näher definierten digitalen „Kreativwirtschaft“ auf 100 Milliarden Dollar und die Zahl der weltweiten Interessenten auf rund 50 Millionen. „Ich habe Randi vor drei Jahren kennengelernt und sie hat mir die Augen für Web3 geöffnet“, sagt Junkermann. „Für mich ist das eine langfristige Anlage.“

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