Raymond Tomlinson Erfinder der E-Mail ist tot

Der Erfinder der E-Mail mit der typischen @-Adresse ist gestorben. Der US-Informatiker Raymond Tomlinson hatte 1971 die erste E-Mail in einem Netzwerk verschickt
Die Aufnahme aus dem Jahr 2009 zeigt den Erfinder der E-Mail bei einer Preisverleihung im spanischen Oviedo. Quelle: AFP
Raymond Samuel Tomlinson

Die Aufnahme aus dem Jahr 2009 zeigt den Erfinder der E-Mail bei einer Preisverleihung im spanischen Oviedo.

(Foto: AFP)

New YorkRaymond Tomlinson, der Erfinder der modernen E-Mail, ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 74 Jahren, wie sein Arbeitgeber, der US-Rüstungskonzern Raytheon, dem Sender CNN bestätigte.

Tomlinson hatte 1971 im Zuge der Entwicklung des Internet-Vorläufers Arpanet, bestehende Protokolle so modifiziert, dass auch elektronische Nachrichten zwischen zwei Computern versendet werden konnten. Davor konnten sich nur Nutzer eines Rechners Nachrichten hinterlassen.

Zu diesem Zeitpunkt, Jahre vor Beginn der PC-Ära, hatte kaum jemand einen eigenen Computer. Die Beliebtheit von persönlichen E-Mails setzte deshalb erst Jahre später ein, wurde dann aber zu einem integralen Bestandteil des modernen Lebens.

7 Tipps für die richtige Mail
Der Ton macht die Musik
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Jeder schreibt E-Mails - doch viele bleiben unbeantwortet. Die Mail-App „Boomerang“ hat Daten aus 5,3 Millionen Nachrichten analysiert und daraus einige Tipps, wie Ihre E-Mail aus der Masse heraussticht, abgeleitet.

Das Wichtigste ist der Ton. Gemäß dem alten Sprichwort „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus“ gilt: freundlich bleiben! Gleichwohl ein etwas negativer oder etwas positiver Grundton nicht schadet. Also: Wer eine komplett neutrale Mail verschickt, wartet unter Umständen länger auf eine Antwort.

Zweikämpfe vermeiden
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Wer kennt das nicht: Zwei Kollegen liefern sich via E-Mail einen Schlagabtausch und haben die ganze Abteilung in Kopie gesetzt. Peinlich! Und auch nicht ganz ungefährlich. Sollte mal ein Streit ausarten und man trifft sich vor Gericht, sind die Anfeindungen komplett dokumentiert. Auch wenn man persönlich angegangen wird, sollte man lieber zum Hörer greifen, als in Rage einen Text zu schreiben, den man später eventuell bereut.

Fragen sind gut
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Jemand, der Fragen stellt, bekommt darauf meist eine Antwort. Der Empfänger ist ihm das schuldig. Aber damit dieser sich nicht überrumpelt fühlt, sollte man nicht mehr als drei Fragen in eine E-Mail schreiben.

In der Kürze liegt die Würze
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Wer einen Roman als E-Mail schreibt, der erschlägt seinen Leser. Laut „Boomerang“ liegt die ideale Länge zwischen 50 und 120 Wörtern.

Nicht in Großbuchstaben schreiben
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Wer seine Texte nur in Großbuchstaben schreibt oder nur einzelne Wörter komplett groß, wirkt, als ob er sein Gegenüber anschreien wolle. Alles nur in Kleinbuchstaben zu schreiben ist aber auch nicht besser: Das wirkt dümmlich. Wer der deutschen Sprache mächtig ist, sollte sich auch an die Grammatik halten.

E-Mails wie einen Brief schreiben
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Jeder chattet über WhatsApp, Facebook oder iMessage. Dort schreiben wir, wie wir sprechen. Da das Gegenüber die Mimik des Senders nicht sieht, setzen die Schreiber oft Emojis ein, um zu zeigen, wenn etwas lustig oder ironisch gemeint war. Wer eine E-Mail schreibt, muss darauf verzichten. Da Emojis in E-Mails äußerst unprofessionell wirken, kann der Empfänger nur ahnen, ob ein Satz vielleicht nicht ganz ernst gemeint ist. Aber das kann gewaltig nach hinten losgehen. Daher gilt: E-Mails am besten so schreiben wie den klassischen Brief.

Nicht immer sind E-Mails geeignet
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Gerade wenn es um unangenehme Dinge geht, greifen viele zur elektronischen Post. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man muss seinem Gegenüber nicht in die Augen schauen, und man kann sich jedes Wort gut überlegen. Aber gerade bei heiklen Themen sollte man auf eine E-Mail verzichten und das Gespräch unter vier Augen suchen. Das gilt insbesondere, wenn Chefs ihren Mitarbeitern eine schlechte Nachricht überbringen müssen.

„Es war überhaupt kein Auftrag, er hat einfach nur herumgeblödelt; er hat nach etwas gesucht, das er mit Arpanet machen konnte“, sagte Raytheon-Sprecherin Joyce Kuzman.

Tomlinson war es auch, der zum @-Zeichen griff, um den Computer des Adressaten zu benennen. Das Symbol war ursprünglich von Händlern benutzt worden, die damit den Einzelpreis eines Produkts markierten – „zum Beispiel, zehn Artikel @ 1,95 Dollar“, wie Tomlinson selbst später erklärte. Er habe das Zeichen stattdessen für die räumliche Zuordnung benutzt: „Es machte einfach Sinn.“

Die erste E-Mai schickte Tomlinson von einer Maschine zu einer anderen, die direkt neben ihm stand. In einem Interview des Unternehmens sagte er, der Inhalt der Testnachrichten sei „vollkommen zum Vergessen“ gewesen – was er deshalb auch getan habe. Später sagte er, dass er genau gewusst habe, was er tue. Den unglaublichen Einfluss auf die Gesellschaft, die seine Erfindung erlangen würde, habe er allerdings nicht vorausgesehen.

  • dpa
  • ap
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