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RFID in aller Munde Produktkennzeichnung der Zukunft

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Vorgeprescht sind vor einiger Zeit schon der Hersteller Gillette, der einige Produkte mit RFID-Chips versehen hat, und der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart. Aber die Entwicklung ist nicht auf die Vereinigten Staaten begrenzt. Der größte Händler Europas, die Metro-Gruppe hat in ihrem Extra-Markt "Future Store" in Rheinberg diese Technik ebenfalls bereits eingeführt, um Erfahrungen in der Praxis zu sammeln. Prompt wurde die Handelskette von Datenschützern mit dem Big-Brother Award in der Kategorie Verbraucherschutz „ausgezeichnet“. Der berührungslos auszulesende Chip birgt große Gefahren für die Privatsphäre der Verbraucher, begründen die Datenschützer.

Hier ist die Kehrseite der Medaille. Wenn jeder Joghurtbecher, jede Weinflasche und jeder Pullover eine eigene Nummer hat, die ohne Berührungs- oder Sichtkontakt ausgelesen werden kann, sind der Sammelwut keine Grenzen mehr gesetzt. Mit einem vernetzten Lesegerät können direkt Informationen zu jedem gekennzeichneten Gegenstand aufgerufen werden. Da auch Kunden-, Kredit- oder Payback-Karten zukünftig mit diesen kleinen Chips ausgerüstet werden sollen, sind auch Kunden eindeutig zu identifizieren. Der Schritt zum gläsernen Kunden ist dann nicht mehr weit.

Die Entwicklung ist jedoch nicht aufzuhalten. Zurzeit sind die Chips zwar noch zu teuer für den Alltagseinsatz, aber Hersteller wie Infineon, Philips oder Hewlett-Packard signalisieren bereits einen drastischen Preisverfall. Bei HP erwartet man noch in diesem Jahr Preise von 5 Cent pro Chip – im Gegensatz zu den 25 Cent, aktuell kalkuliert werden. Allerdings ist das bei den knappen Margen der Supermärkte noch immer zu teuer. So gehen Experten davon aus, dass in der Anfangsphase nicht jedes Produkt einen eigenen Chip hat, sondern zunächst Paletten und Kartons elektronisch aufgerüstet werden. Bei Einzelprodukten werden zunächst wohl nur so genannte „non-label tags“ eingesetzt. Das sind Chips, die keine eignen Seriennummer haben, sondern wie der heutige Barcode nur eine Typenkennung von sich geben.

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