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Richard Plepler Wie sich der Ex-HBO-Chef bei Apple TV+ neu erfinden will

Mit Richard Plepler gewinnt Apple einen Fernsehveteranen für seinen Streamingdienst. Für ihn ist es die Chance, ein neues Karrierekapitel zu beginnen.
03.01.2020 - 18:10 Uhr Kommentieren
Der Ex-HBO-Chef ist dafür bekannt, Themen abseits der Trends zu suchen. Quelle: IMAGO
Richard Plepler

Der Ex-HBO-Chef ist dafür bekannt, Themen abseits der Trends zu suchen.

(Foto: IMAGO)

Düsseldorf Erst vor zehn Monaten hat Richard Plepler seinen Posten als Chef des US-Kabelsenders HBO niedergelegt. Er fühlte sich eingeengt, nachdem das Telekommunikationsunternehmen AT&T den Unterhaltungskonzern Time Warner übernommen hatte.

Doch der Manager, der hinter Erfolgsserien wie „Game of Thrones“ steckt, bleibt nicht lange untätig. Nun hat der neue Streamingdienst Apple TV+ den 60-jährigen Fernsehveteranen als Produzenten unter Vertrag genommen.

„Apple ist eines der kreativsten Unternehmen der Welt und der perfekte Ort für meine neue Produktionsfirma“, sagte Plepler über den neuen Deal. Mit seiner neuen Produktionsfirma Eden Productions wird Plepler die kommenden fünf Jahren exklusive Serien, Dokumentarfilme und Spielfilme für Apple TV produzieren.

Der neue Service von Apple ist erst seit November auf dem Markt. Er muss sich nicht nur gegen den Streaming-Pionier Netflix behaupten, sondern auch gegen Disney+, gegen Amazon Prime und demnächst auch gegen Peacock von der Comcast-Tochter NBC. Auch Pleplers ehemaligen Arbeitgeber HBO möchte sich mit HBO Max ab Mai am Markt behaupten.

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    In der Vergangenheit hat Plepler fast immer ein gutes Händchen für die Auswahl der Inhalte bewiesen: So wurde HBO bei den Golden-Globes-Auszeichnungen am Sonntag gleich 15 Mal nominiert – unter anderem mit den Serien „Game of Thrones“, „Chernobyl“ und „Big Little Lies“.    

    Bei den Golden Globes hatte Plepler in der Vergangenheit stets seine wenigen großen öffentlichen Auftritte. Sonst arbeitete der Manager lieber im Hintergrund oder mit nur wenigen ausgewählten Menschen zusammen. Zu den Dinnerparties in seinem fünfstöckigen Townhouse an der Upper East Side in Manhattan kamen nicht nur Schauspieler und Produzenten. Auch Journalisten und Politiker waren gern gesehene Gäste. Dazu gehörte der frühere israelische Premier Shimon Peres ebenso wie verschiedene demokratische Senatoren.

    In seiner Familie hat die Zugehörigkeit zur den Demokraten Tradition: Bereits Pleplers Eltern waren da aktiv. Gleich nach seinem Studium der Politikwissenschaften hatte er zunächst im Büro des Senators Chris Dodd gearbeitet. Die beiden wurden Freunde und später arbeite Dodd als Lobbyist für die Filmindustrie. „Er hat einen riesigen Appetit zu verstehen, was um ihn herum passiert“, beschrieb Dodd Plepler in einem Interview mit der New York Times. 

    Pleplers Interesse für Politik und das echte Leben schlägt sich auch in seiner Arbeit nieder. Da wählte er oft Themen gegen den Trend: In Zeiten, in denen Hollywood sich auf die Verfilmung von Comic-Büchern spezialisierte, ließ Plepler hochwertige Serien produzieren und journalistische Bücher verfilmen wie das zur Finanzkrise „Too big to Fail“. Auch „Enron: The smartest guys in the room“ fällt in seine Zeit.  Zuletzt hat HBO sich unter Pleplers Führung mit der Mini-Serie „Chernobyl“ der Explosion des Atomreaktors und deren Folgen gewidmet und damit einen Riesenerfolg gelandet.

    In Gesellschaft von Spielberg und Winfrey

    Nach 27 Jahren HBO erfindet sich Plepler nun mit Apple TV+ als Produzent neu. Dabei ist er in guter Gesellschaft. Der iPhone-Herstller hat bereits den Produzenten Steven Spielberg und die Medien-Unternehmerin Oprah Winfrey unter Vertrag. Als Produzenten und Schauspielerinnen sind auch Jennifer Aniston und Reese Witherspoon mit ihrer Serie „The Morning Show“ dabei. Auch mit dem James-Bond-Franchise-Besitzer MGM Holding soll es Gespräche geben.

    Eines steht für den in Connecticut aufgewaschenen, verheirateten Vater einer Tochter jedoch fest: Er bleibt in New York. Er wird nicht nach Cupertino in Kalifornien ziehen, sondern seine Produktionsfirma weiterhin von seinem Townhouse an der Upper East Side führen.

    Gegenüber der New York Times schließt Plepler auch die Rückkehr auf einen Chefposten aus. „Das habe ich schon gemacht“, sagte er. Stattdessen wolle er sich auf die Arbeit als Produzent konzentrieren und verglich das mit einem kleinen Torpedo-Boot: „Alles, was ich derzeit im tiefsten meines Herzens will, ist ein kleines Topedo-Boot zu steuern. Wenn ich damit in den kommenden Jahren so erfolgreich bin, wie ich hoffe, dann wird das mehr als genug Arbeit sein“.

    Mehr: Streamingdienste suchen neue Einnahmequellen. Eine davon sind Produktplatzierungen – ein US-Unternehmen will ganz neue technische Möglichkeiten bieten.

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