Rick Santorum US-Hardliner wird Opfer einer Google-Bombe

Das Internet macht ganz neue Formen des politischen Anschlags möglich. Am republikanischen Schwulen-Hasser Rick Santorum rächten sich schwule Aktivisten 2003 mit einer „Google-Bombe“ – und die explodiert nun.
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Der ehemalige US-Senator Rick Santorum will Homosexualität unter Strafe stellen. Schwule Aktivisten rächten sich mit einer „Google-Bombe“. Quelle: AFP

Der ehemalige US-Senator Rick Santorum will Homosexualität unter Strafe stellen. Schwule Aktivisten rächten sich mit einer „Google-Bombe“.

(Foto: AFP)

DüsseldorfNur acht Stimmen trennten Rick Santorum vom Sieg bei den Vorwahlen der Republikaner für die Präsidentschaftskandidatur im ersten Vorwahl-Staat Ioawa. Knapp musste er sich Mitt Romney geschlagen geben. In den anderen Bundesstaaten werden dem erzkonservativen Bewerber um das US-Präsidentenamt zwar wenig Chancen eingeräumt – doch ein Achtungserfolg ist das allemal.

Damit rückt der langjährige US-Senator in das Licht der Öffentlichkeit. Wer nun per Google-Suche mehr über den Republikaner erfahren möchte, erlebt eine Überraschung: Weit vorne in den Suchergebnissen findet er die Website spreadingsantorum.com, die den Nachnamen des Senators mit Analsex in Verbindung bringt.

Dahinter steckt ein gezielter Anschlag auf den Politiker – allerdings ein gewaltloser. Eine sogenannte Google-Bombe ist schuld daran, dass die Seite so prominent bei einer Websuche nach Santorum angezeigt wird. Dabei wird ein bestimmter Suchbegriff auf möglichst vielen Internetseiten gezielt mit einer Website verknüpft. Eine Google-Bombe funktioniert umso besser, je mehr Internet-Nutzer mitmachen – und den entsprechenden Begriff, wie hier den Namen Santorum, mit der Website verlinken. Damit nutzen Aktivisten die Methoden von Suchmaschinen-Optimierern.

Schwulen-Aktivisten rächen sich

Verantwortlich für spreadingsantorum.com ist der Schwulen-Aktivist Dan Savage. Er hatte die Domain 2003 angemeldet, nachdem der erzkonservative Santorum den Kindesmissbrauch katholischer Priester mit Homosexualität unter Männern gleichsetzte. Er habe grundsätzlich „ein Problem mit homosexuellen Handlungen“ sagte er damals auf die Missbrauchsfälle angesprochen. Santorum befürwortet, ausgelebte Homosexualität unter Strafe zu stellen.

Die Rache der Schwulen-Aktivisten folgte schnell: Santorum, so behaupten sie auf der Website, sei eine Bezeichnung für eine bestimmte Nebenwirkung des Analsex. Die Google-Bombe zündete, weil zahlreiche Mitglieder der Schwulenszene teilnahmen und auf ihren Websites und Blogs den Namen Santorum auf die Website spreadingsantorum.com verweisen ließen. Von 2006 datiert der erste Medienbericht, der über die hohe Google-Platzierung der Website berichtet.

Auch Angela Merkel wurde schon Opfer einer Google-Bombe
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