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Ross Seychell Geschäft boomt trotz Corona – Personio holt neuen Personalchef von Transferwise

Das Start-up profitiert von der Pandemie, weil Unternehmen ihre Prozesse digitalisieren. Ross Seychell soll das Wachstum auf Personalebene stemmen.
15.10.2020 - 08:20 Uhr Kommentieren
Der Ex-Personalchef des Fintechs Transferwise wechselt als „Chief People Officer“ zum Münchener Personalsoftware-Start-up Personio. Quelle: Personio
Ross Seychell

Der Ex-Personalchef des Fintechs Transferwise wechselt als „Chief People Officer“ zum Münchener Personalsoftware-Start-up Personio.

München Das Start-up Personio will weltweit zu einer Art SAP für Personaler in mittelständischen Unternehmen werden. Auf dem Weg dahin setzt die Softwarefirma in der oberen Führungsetage verstärkt auf erfahrene IT-Manager, die bereits anderswo starke Wachstumsphasen durchlaufen haben. Als neuer „Chief People Officer“ wechselt nun Ross Seychell von Transferwise zu Personio.

Personio gilt als eines der aussichtsreichsten deutschen Start-ups. Das Unternehmen hat eine Standardsoftware für die Personalverwaltung von kleinen und mittelständischen Unternehmen entwickelt. Es bietet Betriebssysteme für die Personalverwaltung mit etwa zehn bis 2000 Mitarbeitern, an die auch andere Softwaremodule angedockt werden können. Im Kern geht es um Lösungen zum Beispiel für das Bewerbermanagement und die Urlaubsplanung.

In der letzten Finanzierungsrunde Anfang des Jahres wurde Personio mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag bewertet – und ist damit auf dem Weg zum Einhorn, also einer Milliardenbewertung.

Noch wird bei den kleinen und mittleren Unternehmen viel per Hand oder mit Excel-Tabellen gemacht. Personio will daher durch rasches Wachstum in dem neuen Markt zur Standardlösung in seinem Segment werden.

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    Den Wachstumskurs hat bislang auch die Pandemie nicht gebremst. „Im ersten Coronaschock hatten die Personalabteilungen anderes zu tun, als Software zu implementieren“, sagte CEO Hanno Renner dem Handelsblatt. Seither jedoch profitiere das Start-up von der Pandemie. „Wenn alle im Home-Office sind, macht es Schwierigkeiten, wenn die Personalakten im Büro sind.“

    Laut einer KPMG-Studie gaben Unternehmen während der ersten Coronawelle 15 Milliarden US-Dollar wöchentlich zusätzlich für Technologien aus. Quelle: dpa
    Homeoffice

    Laut einer KPMG-Studie gaben Unternehmen während der ersten Coronawelle 15 Milliarden US-Dollar wöchentlich zusätzlich für Technologien aus.

    (Foto: dpa)

    Die Personio-Software biete zum Beispiel die Möglichkeit der digitalen Unterschrift unter Verträge. Auch bei der Verwaltung der Kurzarbeit helfe die Digitalisierung – und selbst Aufhebungsverträge müssen abgewickelt werden. Laut Branchenschätzungen dürfte sich der Umsatz von Personio in diesem Jahr so auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag verdoppeln.

    Damit liegt Personio im Trend. Als Konsequenz aus der Corona-Pandemie mit dünn besetzten Büros digitalisieren viele Unternehmen ihre Prozesse. Laut einer KPMG-Studie gaben Unternehmen während der ersten Coronawelle 15 Milliarden US-Dollar wöchentlich zusätzlich für Technologien aus. „Viele werden durch die aktuelle Situation zu Investitionen in die IT-Infrastruktur gezwungen“, sagte KPMG-Partner Klaus Schatz.

    30 neue Mitarbeiter pro Monat

    Der Markt für Personalsoftware boomt schon seit Jahren. Die Coronakrise konnte da kaum einen Abbruch tun. Bei der Konjunkturbefragung des Wirtschaftsinstituts Wolfgang Witte beurteilten im April und Mai sieben von zehn Anbietern ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut.

    Die Geschäftserwartungen trübten sich allerdings ein. Im vergangenen Jahr hatten mehr als die Hälfte der Anbieter die Umsätze prozentual zweistellig gesteigert.

    Das wird auch Personio 2020 gelingen. Mit der Expansion wächst zugleich die Personio-Mannschaft. Im Schnitt kommen pro Monat 30 neue Mitarbeiter hinzu. „Umso wichtiger ist es, diesem Wachstum auch auf Organisationsebene gerecht zu werden“, sagte Renner.

    Dies soll nun der neue „Chief People Officer“ stemmen. Seychell betonte, dass er die Personio-Software als Nutzer kenne. „Die richtige HR-Software macht den entscheidenden Unterschied, damit Personaler sich auf die Mitarbeiter und strategische Themen fokussieren können.“

    Dritter namhafter Neuzugang von außen

    Der Manager entwickelt seit mehr als 20 Jahren Personalstrategien bei schnell wachsenden Unternehmen. In den vergangenen drei Jahren war er als Personalchef für Transferwise tätig. In dieser Zeit steigerte das Fintech-Unternehmen die Zahl der Mitarbeiter von 800 auf 2.400 Beschäftigte. Zuvor arbeitete er unter anderem für Virgin Media, Tesco und den Online-Spieleanbieter King.

    Seychell ist bereits der dritte namhafte Manager, den Personio von außen holt. Seit dem Frühjahr ist die Ex-Dropbox-Europachefin Geraldine MacCarthy für die Marketing- und Vertriebsaktivitäten verantwortlich. Zudem wechselte Birgit Haderer von Zalando als Finanzvorstand zu Personio.

    CEO Renner sieht es nicht als Problem, dass Seychell von London aus arbeiten wird. „Er wird sehr viel Zeit in München verbringen.“ Personio müsse ohnehin lernen, über die verschiedenen Standorte in Europa zu operieren. Das funktioniere auch gut mit MacCarthy, die ihren Sitz im Personio-Büro in Dublin hat.

    Renner ist froh, dass dem Unternehmen noch vor Corona eine große Finanzierungsrunde gelungen ist. „Das hat uns Sicherheit gegeben.“ Das gelang nicht allen jungen Unternehmen. Die Investitionen in deutsche Start-ups brachen im ersten Quartal auf nur noch 22 Deals mit insgesamt rund 344 Millionen Euro ein, berichtete der Datenanbieter Refinitiv. Beim Volumen ist dies der niedrigste Stand seit 2014, bei der Zahl der Transaktionen sogar seit 1997.

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