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Rüdiger Weiß In der Höhle des Löwen

Der Insolvenzverwalter der Firma Loewe will innerhalb von vier Monaten einen Investor finden. Keine leichte Aufgabe – doch er verbuchte einen ersten Erfolg.
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Das Insolvenzverfahren ist eröffnet. Quelle: dpa
TV-Geräte von Loewe

Das Insolvenzverfahren ist eröffnet.

(Foto: dpa)

Düsseldorf „Entschlossenheit im Unglück ist immer der halbe Weg zur Rettung.“ Mit Sprüchen wie dem des Schweizer Gesellschaftskritikers Hans Pestalozzi lockt der Rechtsanwalt und Sanierungsexperte Rüdiger Weiß potenzielle Kundschaft. Die Werbung steht in der Imagebroschüre seiner 2002 gegründeten Kanzlei Wallner Weiß.

In Sachen Entschlossenheit benötigt Weiß in den kommenden Monaten eine gute Portion, damit der Fernsehgerätehersteller Loewe noch eine Zukunft hat. Das Amtsgericht Coburg bestellte Weiß zum Insolvenzverwalter des dauerkriselnden fränkischen Unternehmens.

Die Insolvenz der Traditionsfirma Loewe mit seinen 400 Mitarbeitern und zuletzt 120 Millionen Euro Umsatz ist für den 47-Jährigen Dresdener das bis dato wohl öffentlichkeitswirksamste Verfahren. Wenn auch nicht das größte. Erst im vergangenen Jahr brachte Weiß die Insolvenz des Thüringer Autozulieferers Rege Motorenteile zu einem guten Ende – mehr als 1000 Arbeitsplätze konnten gesichert werden.

Die Herausforderungen bei Loewe, einem der letzten deutschen TV-Hersteller, sind kaum weniger groß. Schon 2013 beantragte die Firma Insolvenz in Eigenverwaltung. Wenig später stieg der Investor Stargate Capital ein, Loewe schien gerettet. Recht schnell geriet das Unternehmen erneut in eine existenzbedrohende Krise.

Im Mai 2019 meldete Loewe schließlich wieder Insolvenz in Eigenregie an. In den vergangenen beiden Monaten spitzte sich die Situation so zu, dass nur noch die Regelinsolvenz blieb. Deshalb liegt die Zukunft Loewes nun in den Händen von Weiß und seinem Team.

Im vergangenen Jahr brachte Weiß die Insolvenz des Thüringer Autozulieferers Rege Motorenteile zu einem guten Ende. Quelle: benefizminute
Rüdiger Weiß

Im vergangenen Jahr brachte Weiß die Insolvenz des Thüringer Autozulieferers Rege Motorenteile zu einem guten Ende.

(Foto: benefizminute)

Einen ersten kleinen Erfolg konnte er schon verbuchen. Anstelle von 10 bis 15 Mitarbeitern halten nun 50 Angestellte den Betrieb vorerst aufrecht, nachdem ein zusätzlicher Auftrag einging. In vier Monaten will Weiß einen Investor gefunden haben. Möglicherweise lässt er sich von einem weiteren Ausspruch aus seiner Kanzleibroschüre leiten: „Gelegenheit ist überall, man muss sie nur erkennen“, sagte einst der britische Geschäftsmann Sir Charles Clore.

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