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Ruth Porat Alphabets Finanzchefin gerät in Erklärungsnot

Ruth Porat präsentiert trotz eines Umsatzsprungs schwache Gewinne. Und jetzt will Google wohl auch noch den Smartwatch-Konzern Fitbit kaufen.
29.10.2019 - 16:59 Uhr Kommentieren
Die Britin hat nahezu ihre gesamte Karriere im Investmentbanking verbracht. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Ruth Porat

Die Britin hat nahezu ihre gesamte Karriere im Investmentbanking verbracht.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

New York, Düsseldorf Ruth Porat ist das Kämpfen gewöhnt. Die 61-jährige Finanzchefin der Google-Mutter Alphabet besiegte zweimal Brustkrebs und setzte sich in Männerdomänen wie Investmentbanking und Technologie durch. Doch die jüngsten Zahlen bringen Porat in Erklärungsnot.

Das klassische Werbegeschäft mit der Suchmaschine Google, dem Videoportal Youtube und der App-Store Google Play bringen zwar weiter Milliarden ein. Aber innovative Bereiche wie die autonomen Autos von Waymo oder die Lieferdrohnen von Wing verzeichnen Rekordverluste.

Der Ausbau des Cloud-Computing-Geschäfts und höhere Personalkosten schmälerten im abgelaufenen dritten Quartal die Bruttomargen. Auch die Einigung im Steuerstreit mit Frankreich schlug mit einer Milliarde Dollar zu Buche.

Der Nettogewinn betrug nur noch 7,06 Milliarden Dollar – im Vorjahr waren es 9,19 Milliarden Dollar. Das sind die Alphabet-Anleger nicht gewohnt, die Aktie reagierte mit einem Kursknick. „Wir investieren weiter mit Augenmaß in die Expansion unserer Wachstumsfelder und in neue Mitarbeiter“, sagte die Finanzchefin nach den enttäuschenden Quartalszahlen.

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    Die gebürtige Britin, die als Tochter eines Harvard-Professors als Kind nach Boston kam und später in Stanford, an der London School of Economics und an der Wharton School of Business studierte, hat fast ihr ganzes Leben im Investmentbanking verbracht.

    Schon früh befasste sie sich mit Internetfirmen, half Amazon, als die Internetblase Anfang des Jahrtausends platzte, mit neuen Finanzvehikeln über die Runden. Bei Morgan Stanley brachte sie es bis zum Finanzvorstand.

    Porat ist Demokratin

    Auch mit der Politik ist sie vertraut: Während der Finanzkrise beriet sie die US-Regierung, wie sie mit den Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac und mit dem damals taumelnden Versicherungsriesen AIG umgehen sollte. Als Barack Obama US-Präsident wurde, galt die Mutter von drei Kindern als mögliche Finanzministerin, bat aber selbst darum, ihren Namen von der Liste streichen zu lassen.

    Der Wahlsieg von Donald Trump 2016 dagegen hat sie schwer getroffen. Die rechte Plattform Breitbart teilte ein Video, das Porat auf einer Versammlung von Google-Mitarbeitern unmittelbar nach dem Wahlsieg Trumps zeigt.

    Die Finanzchefin ist dort den Tränen nahe: „Wir alle brauchen eine Umarmung“, sagte sie und forderte die Anwesenden auf, die neben ihnen stehende Person in den Arm zu nehmen. Unter dem Applaus der Mitarbeiter sagte sie, Google werde seine „große Stärke, Ressourcen und Reichweite“, nutzen, „um wirklich wichtige Werte zu fördern“.

    Porat hatte im Wahlkampf die Demokratin und Trump-Widersacherin Hillary Clinton unterstützt. Um Spenden für Clinton zu sammeln, öffnete sie auch ihre eigene Wohnung im legendären New Yorker Dakota-Gebäude am Central Park. Porat spricht sich für höhere Steuern für Reiche und mehr Staatsausgaben aus. „Wir können nicht unseren Weg zur Großartigkeit sparen“, sagte sie.

    Diesen Ansatz fährt sie auch bei Alphabet: großzügige Investitionen in neue Technologien, um die Zukunft zu sichern. Schließlich steht das Werbegeschäft derzeit unter Druck von Behörden und Politikern in der Welt.

    Laut Nachrichtenagentur Reuters will Google nun Fitbit kaufen, einen Pionier für Smartwatches und Datenauswertung in Sport und Gesundheit. Die Firma setzt 1,5 Milliarden Dollar im Jahr um, steht aber aufgrund von Billigkonkurrenz aus Asien und den Ambitionen von Apple mächtig unter Druck.

    Die Übernahmepläne wollte Porat nicht kommentieren. Aber erst vor wenigen Tagen schrieb sie ausführlich in einem Blog, wie wichtig medizinische Innovationen für Google seien. Mit Algorithmen und Künstlicher Intelligenz will das Unternehmen beispielsweise Krebs früher erkennen. 2001 und 2004 besiegte Porat Brustkrebs. „Damals waren meine Kinder fünf, sieben und neun Jahre alt“, schrieb Porat „Alles, was ich wollte, war, sie aufwachsen zu sehen.“

    Mehr: Alphabet profitiert von Googles wachsendem Werbegeschäft. Eine Schwäche beim Gewinn sorgt jedoch für Verunsicherung – und für Kursverluste.

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