Samsung, Intel, TSMC: Die USA subventionieren sich bei Chips an die Weltspitze
Baustelle einer neuen Chipfabrik von Intel in Arizona.
Foto: ReutersSan Francisco, München. Die USA drängen an die Spitze der weltweiten Chipindustrie. Bis Mitte des Jahrzehnts werden die Chipkonzerne mehr als 122 Milliarden Dollar in neue Werke in Amerika stecken. Das zeigt eine exklusive Auswertung des Lieferkettenspezialisten Everstream für das Handelsblatt.
Der Bauboom führt zu einer Kräfteverschiebung auf dem Chipmarkt. Amerika gewinnt an Gewicht, Europa fällt weiter zurück: In der EU gehen Everstream zufolge bis 2025 lediglich Fabriken mit einem Investitionsvolumen von 32 Milliarden Dollar in Betrieb. Dabei hat sich die EU zum Ziel gesetzt, bis 2030 ihren Anteil an der weltweiten Chipproduktion auf zwanzig Prozent zu verdoppeln. Sowohl die USA als auch Europa wollen sich möglichst unabhängig von Importen machen.
Denn die Bauelemente sind die Basis der modernen Industriegesellschaft, sie stecken in den Fliegern von Airbus und Boeing genauso wie in den Pick-ups von Ford, den SUVs von Mercedes oder den iPhones von Apple.
„Die USA liegen ganz klar vorn, Europa hechelt hinterher“, sagte Gunther Kegel, Präsident des deutschen Branchenverbands ZVEI, dem Handelsblatt. Die Vorliebe der Chipindustrie für die USA hat handfeste Gründe. Amerika hat im Sommer 52,7 Milliarden Dollar an staatlicher Unterstützung für die Industrie bereitgestellt. Europa dagegen debattiert noch immer über mögliche Unterstützung.