Sicherheitskontrolle WLAN-System erkennt Waffen in Taschen

Die Sicherheitskontrollen an Flughäfen sind oft nervtötend – und die Gerätschaften teuer. Ein neues, WLAN-basiertes System vereinfacht die Kontrolle nun.
Kommentieren
Das neue System soll solche Kontrollen vereinfachen. (Foto: dpa)
Gepäckkontrolle am Flughafen

Das neue System soll solche Kontrollen vereinfachen. (Foto: dpa)

BerlinBekannte Technik, neue Einsatzmöglichkeit: Eine Gruppe von Forschern der Rutgers University in New Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey hat ein Sicherheitssystem entwickelt, das mit WLAN arbeitet und Waffen und andere gefährliche Gegenstände in Taschen detektieren soll.

Das System besteht aus einem WLAN-fähigen Gerät mit mehreren Antennen, das in ein bestehendes Netz integriert werden kann. Die WLAN-Signale durchdringen Taschen und treffen auf die Objekte darin. Das System analysiert, wie die Signale von Gegenständen und Materialien reflektiert werden.

So lasse sich die Größe und Form von Gegenständen in der Tasche erkennen, schreiben die Forscher um Chen Wang in einem Aufsatz. Bei Flüssigkeiten lasse sich zudem abschätzen, wieviel davon in einem Behälter sei. Die Trefferquote geben sie mit mindestens 90 Prozent an.

Was Leser durch die Gepäckkontrolle schleusen
Flughafen Dresden
1 von 9

Bei Sicherheitskontrollen an den Flughäfen in Frankfurt und in Düsseldorf haben EU-Kontrolleure Ende vergangenen Jahres Mängel festgestellt. So konnten bei Stichproben beispielsweise Waffen die Scanner passieren. Handelsblatt Online hat daraufhin seine Leser gefragt, welche Gegenstände sie schon versehentlich im Handgepäck mit zum Flughafen schleppten, die aber trotzdem unbemerkt blieben. Viele haben uns ihre Erfahrungen geschickt – nicht nur darüber, welche Objekte es durch die Sicherheitsschleuse schafften, sondern auch darüber, wegen welcher Objekte sie aus der Warteschlange herausgezogen wurden. Eine Auswahl der besten Beispiele.

Diese Ergebnisse sind lediglich beispielhaft und in keiner Weise repräsentativ.

WMF Produktion
2 von 9

Messer

Teppichmesser, Küchenmesser, Bastelmesser, Taschenmesser – das sind nur ein paar Beispiele dafür, welche Arten von scharfen Klingen die Handelsblatt-Online-Leser bereits im Handgepäck hatten. Ein Leser berichtet, dass er vor einem Flug versehentlich ein Küchenmesser in seinem Handgepäck verstaut hatte – aufgefallen ist das aber nicht dem Sicherheitspersonal, sondern erst ihm selbst nach dem Urlaub. Ein anderer schreibt, er sei mit einem Messer der Klingenlänge 7,5 Zentimeter, also über den erlaubten sechs Zentimetern, durch die Kontrolle gekommen, habe es selbst aber auch erst vor dem Abflug bemerkt. Auch andere haben den potenziell gefährlichen Gegenstand erst nach der Sicherheitskontrolle wiedergefunden – etwa eine Leserin, die in ihrer Federmappe ein Bastelmesser führte. Es sei ihr erst beim Landeanflug in Peking aufgefallen, als sie einen Stift brauchte.

SCHWEIZER TASCHENMESSER FUSIONIEREN
3 von 9

Mehrere Leser hatten auch Schweizer Taschenmesser in ihrem Gepäck. Einer schreibt, in Düsseldorf und Istanbul sei dies problemlos durchgegangen. Bei einem weiteren Facebook-Nutzer hingegen entdeckte man das Messer zwar, doch der Kontrolleur sagte schlicht: „Stecken Sie es wieder weg.“ Das habe ihn schon verwundert, aber auch gefreut, da er sehr an dem Teil hänge.

Mindestlohn
4 von 9

Schere

Viele Leser überraschte aber nicht nur, dass sie einen Gegenstand problemlos mitführen konnten, sondern auch, wegen welcher Objekte sie stattdessen angehalten wurden. Auf Facebook merkt ein Leser an, dass er bei einer Kontrolle in Stuttgart einen Moderatorenkoffer dabei gehabt habe. „An der Security haben sie mir die Papierschere abgenommen, den Cutter durfte ich behalten, hat keiner gesehen“, so der Nutzer.

Sicherheitslücken am Frankfurter Flughafen
5 von 9

Auch bei anderen sind Scheren, wie hier auf dem Bild, nicht weiter aufgefallen. Allerdings muss man dazu wissen, dass bei Messern wie Scheren gilt: Als gefährliche Gegenstände werden sie erst ab einer Klingenlänge von sechs Zentimetern eingestuft. Eine Nagelschere zum Beispiel fällt gewöhnlich also nicht in diese Kategorie.

Wasser aus Glasflaschen
6 von 9

Wasserflasche

Auch größere Menge Wasser dürfen eigentlich nicht die Sicherheitskontrolle passieren. Fluggäste werden im Normalfall aufgefordert, ihre Flasche vor den Checkpoints zu leeren. Ein Leser schreibt auf Facebook, in Barcelona hätten sich seine Freunde am Gate gewundert, wo er eine 1,5-Liter-Flasche Wasser herhabe. „Ich habe mich dann auch gewundert“, schreibt er. Dem Sicherheitspersonal war diese durchgegangen.

zirkel_pic_all_8438517
7 von 9

Zirkel

Manche Absender wunderten sich allerdings nicht über die laschen Sicherheitsbedingungen, sondern darüber, mit welchen Gegenständen sie die Aufmerksamkeit des Sicherheitspersonals stattdessen auf sich zogen. So zum Beispiel eine Leserin, die einen Zirkel in ihrer Federmappe hatte und auf dem Rückflug von Spanien nach Deutschland vom Sicherheitspersonal deswegen abgefangen wurde. In Deutschland war der Zirkel auf dem Hinflug übrigens durchgegangen.

Die Forscher haben das System mit 15 verschiedenen Arten von Objekten und sechs Taschentypen getestet. Dabei habe das System gefährliche Gegengenstände zu 99 Prozent erkannt. Objekte aus Metall wurden zu 98 Prozent, Flüssigkeiten zu 95 Prozent richtig erkannt.

Bei Rucksäcken liege die Trefferquote bei über 95 Prozent. Sie sinke jedoch auf etwa 90 Prozent, wenn die Objekte in den Taschen oder Rucksäcken zusätzlich eingepackt seien.

Vorteil des Systems ist, dass es günstiger ist als die Sicherheitssysteme, wie sie beispielsweise an Flughäfen im Einsatz sind. Außerdem benötigt es weniger Personal, um es zu bedienen. Deshalb eigne es sich gut für Orte, an denen es bisher noch keine Geräte für Sicherheitskontrollen gebe, wie etwa Themenparks, Museen oder Sportstadien.

„Das könnte einen großen Einfluss auf den Schutz der Öffentlichkeit vor gefährlichen Gegenständen haben“, sagt Yingying Chen, die an dem Projekt mitgearbeitet hat. „Dafür gibt es inzwischen wachsenden Bedarf.“

Als nächstes wollen die Forscher die Genauigkeit des Systems verbessern. Dazu gehört unter anderem, die Form von Gegenständen abzubilden.

Startseite

Mehr zu: Sicherheitskontrolle - WLAN-System erkennt Waffen in Taschen

0 Kommentare zu "Sicherheitskontrolle: WLAN-System erkennt Waffen in Taschen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%