Sicherheitslücken auf IT-Chips Alle Apple-Geräte betroffen

Ob iPhone, iPad oder Mac-Computer: Sämtliche Apple-Geräte sind von der Sicherheitslücke bei Computerchips betroffen. Theoretisch sind damit die Nutzerdaten in Gefahr – doch der Konzern gibt trotzdem Entwarnung.
Update: 05.01.2018 - 10:52 Uhr Kommentieren

„Jedes Apple-Gerät ist aktuell für Hacker angreifbar“

San FranciscoWegen der gravierenden Sicherheitslücken bei fast allen Computerchips gehen Hunderte Millionen Nutzer von iPhones und iPads beim Surfen im Netz möglicherweise ein Risiko ein. Zwar kündigte der Hersteller Apple am Donnerstagabend ein Update für seinen Browser Safari an, der auch auf Mac-PCs und Macbooks installiert ist. Die Aktualisierung soll allerdings erst in den kommenden Tagen zur Verfügung stehen. Dem kalifornischen Konzern zufolge ist bisher kein Fall bekannt, in dem Hacker die Sicherheitslücken ausnutzten.

Weil auch andere Browser-Anbieter wie Google (Chrome) oder Mozilla (Firefox) ihre Programme für das mobile Betriebssystem iOS noch nicht aktualisiert haben, könnten Apple-Kunden beim Surfen ihre Daten in Gefahr bringen. Google sowie IT-Experten hatten am Mittwoch Einzelheiten zu zwei Sicherheitslücken mit den Namen „Meltdown“ und „Spectre“ veröffentlicht. Während „Meltdown“ nur bei Chips von Intel ein Problem ist, betrifft „Spectre“ praktisch alle Chips, die in den vergangenen Jahren hergestellt wurden.

Macs, iPhones und iPads sind Apple zufolge von beiden Problemen betroffen. Die aktuellen Versionen der Betriebssysteme schützen demnach zumindest vor „Meltdown“, ohne die Geräte zu verlangsamen. Damit bleibt die Sicherheitslücke „Spectre“, die bei Browsern zum Problem werden kann. Experten zufolge könnten Hacker dank „Spectre“ Programme so manipulieren, dass wichtige Daten preisgegeben werden könnten. Die Lücke ist zwar nicht so gefährlich wie „Meltdown“, aber schwieriger zu beheben.

Unterdessen machen Intel und seine Softwarepartner nach eigenen Angaben deutliche Fortschritte bei ihren Bemühungen, die massive Sicherheitslücke zu stopfen. Das Unternehmen habe inzwischen Updates für alle Intel-basierten Systeme entwickelt, die vor „Meltdown“ und „Spectre“ schützen, teilte Intel mit. In der Nacht zum Freitag erklärte Amazon zudem, dass alle Bereiche seiner virtuellen Server (EC2), die auf Linux oder Windows laufen, inzwischen geschützt seien. In den meisten Fällen seien auch keine Performance-Einbußen zu verzeichnen gewesen.

Auch Microsoft und Google hätten bestätigt, dass die eingespielten Updates für die überwiegende Mehrzahl der Nutzer und Kunden kaum oder gar nicht bemerkbar seien dürften. Ursprünglich war vermutet worden, dass Systeme bis zu 30 Prozent langsamer werden könnten. Intel war zuletzt davon ausgegangen, dass die Performance-Einbußen höchstens zwei Prozent betragen würden. Für einen Großteil seiner Prozessoren, die in den vergangenen fünf Jahren ausgeliefert wurden, seien Updates bereits veröffentlicht worden, teilte Intel mit. Bis Ende kommender Woche sollen dann mehr als 90 Prozent dieser Chips sicher sein.

Die Probleme dürften auf die Hersteller aber auch wirtschaftliche Auswirkungen haben: Der Intel-Aktienkurs gab innerhalb von zwei Tagen um insgesamt mehr als fünf Prozent nach. Apple hielt sich zunächst mehr als einen Tag lang bedeckt. Dies könnte sich auf die Bemühungen des iPhone-Herstellers auswirken, für Geschäftskunden attraktiver zu werden, bemängelte der Experte Ben Johnson von der Sicherheitsfirma Carbon Black. Wenn Mitarbeiter und Manager von den eigenen Experten keine Antwort bekämen, „erzeugt das nicht gerade viel Vertrauen“. 

  • rtr
  • dpa
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