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Smart City München plant die Stadt der Zukunft – mit Starthilfe von Susanne Klatten

Stadt und Unternehmen arbeiten im Munich Urban Colab daran, die Lebensqualität in Citys zu verbessern. Das Who-is-who der Münchner Wirtschaft ist an Bord.
29.06.2021 - 01:10 Uhr Kommentieren
Die bekannte Investorin hat 35 Millionen Euro in das neue Gründerzentrum MUC gesteckt. Quelle: dpa
BMW-Großaktionärin Susanne Klatten

Die bekannte Investorin hat 35 Millionen Euro in das neue Gründerzentrum MUC gesteckt.

(Foto: dpa)

München Mit öffentlichen Auftritten hält sich Susanne Klatten zurück. Wenn es aber um Start-ups geht, eines ihrer Lieblingsthemen, tritt die BMW-Großaktionärin schon mal hinter dem Vorhang hervor.

An ihrem Wohnort München machte sie jetzt eine solche Ausnahme. Zusammen mit der Stadt München, der Technischen Universität und Wirtschaftsvertretern stellte sie am Montag ein kreatives Gründerzentrum vor, das neue Maßstäbe bei einem großen Zukunftsthema setzen soll: der „Smart City“, der intelligenten Stadt.

Sie soll mithilfe digitaler Technologien eine bessere Lebensqualität bieten, etwa mit entschieden weniger Umweltbelastung. Das neue „Munich Urban Colab“ (MUC) soll nicht weniger sein als ein „einzigartiger Ort für Smart-City-Solutions“ und eine „neue Form der Zusammenarbeit“ zwischen Staat und Unternehmen ermöglichen, so die Planung der Projektpartner.

Rund 250 Start-ups sind mit dem MUC verbunden. „Das Gebäude ist nur eine Hülle“, sagte Klatten: Es komme darauf an, die Stadt mit „unkonventionellen Lösungen“ zum Besseren zu bringen, es gehe um Nachhaltiges und Sinnhaftiges.

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    Ziel sei, München in den Top Ten der grünsten Städte der Welt zu etablieren, mindestens auf Platz acht und damit einen Rang vor Hamburg. Die 59-Jährige sieht sich in der Verantwortung, einen Beitrag für das von der UN ins Leben gerufene Programm zum urbanen Millennium zu leisten.

    Auf 3600 Quadratmeter Grund und 11.000 Quadratmeter Nutzfläche ist hier das Who-is-who der Münchener Wirtschaft zwecks Talentförderung vertreten. Quelle: AFP
    Munich Urban Colab

    Auf 3600 Quadratmeter Grund und 11.000 Quadratmeter Nutzfläche ist hier das Who-is-who der Münchener Wirtschaft zwecks Talentförderung vertreten.

    (Foto: AFP)

    Klatten ist hier über das von ihr finanzierte und beaufsichtigte Garchinger Gründerzentrum UnternehmerTUM aktiv. Es wurde vor 20 Jahren von CEO Helmut Schönenberger initiiert. Nun hat die bekannte Investorin 35 Millionen Euro in ein modernes, transparentes Gebäude auf einem alten Kasernengelände im nördlichen Schwabing gesteckt. Die Stadt München, Eigentümerin des Areals, gewährt Erbbaurecht und ist kleinerer Mitgesellschafter.

    München wächst weiter stark

    Auf 3600 Quadratmeter Grund und 11.000 Quadratmeter Nutzfläche ist hier das Who-is-who der Münchener Wirtschaft zwecks Talentförderung vertreten. Im „Maker-Space“ kann gewerkelt werden, im „Living Lab“ werden Apps und vernetzte Küchengeräte getestet, es gibt eine große „Lern-Arena“. Etliche etablierte Unternehmen wie Siemens, Infineon, Wacker Chemie oder SAP sind dabei.

    „Wir brauchen unternehmerischen Mut in der Stadtentwicklung“, erklärte Oberbürgermeister Dieter Reiter zu dem Projekt in der Freddie-Mercury-Straße 5: „Wir sind angewiesen auf neue Ideen.“

    Die Einwohnerzahl Münchens werde von heute rund 1,5 Millionen bis 2040 um 250.000 wachsen, da bekomme die Stadt ein immer größeres Raumproblem. Deshalb hat auch die kommunale Verkehrsgesellschaft Büros im MUC. „Noch mehr individuelle Mobilität verträgt München nicht“, sagte Reiter, der öffentliche Nahverkehr spiele eine entscheidende Rolle. Und er freue sich auch auf Anregungen, wie Autofahrer mit Radfahrern und Fußgängern zu versöhnen seien. Positiv sei, dass ein Deutsches Zentrum für Mobilität nach München komme.

    Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner fügte an, dass das MUC hoffentlich Lösungen liefere, „die wir bezahlen und umsetzen können“. Früher seien die finanziellen Möglichkeiten ungleich besser gewesen, jetzt fehlten viele Millionen Euro im Budget.

    Die bayerische Landeshauptstadt könnte bis 2040 um rund 250.000 Einwohner wachsen. Quelle: Moment/Getty Images
    Blick über München

    Die bayerische Landeshauptstadt könnte bis 2040 um rund 250.000 Einwohner wachsen.

    (Foto: Moment/Getty Images)

    Einer der Partner ist die Technische Universität München, die hier ihre Robotikforschung einbringt. „Innovation passiert nicht in Einbahnstraßen, sondern an Kreuzungen – so wie hier“, sagte Präsident Thomas F. Hofmann. Er will Erfindungen und Entwicklungen zielorientierter in die Märkte bringen. Wichtig sei die „menschzentrierte Innovation“. Dafür brauche man mehr denn je Sozialwissenschaften.

    „Hier arbeiten viele Spieler unter einem Dach“, sagte MUC-Geschäftsführerin Claudia Frey. Sie betont Teamlösungen und die engen Verbindungen zu Studenten und Tüftlern. Das Haus wolle intensiv mit den Bürgern kommunizieren. Ein Café soll auch den „Mann von der Straße“ nach innen locken.

    Schon 150 Städte haben Smart-City-Strategie

    „Wir können einen Riesensprung nach vorn machen“, erklärte auch Stefan Wagner, Leiter der SAP Labs in München. Er hat für den Softwarekonzern in einigen Ländern solche Zentren hochgezogen, und für München hat er große Pläne. Ins MUC will er rund 30 Mitarbeiter für flexible Arbeitsplätze sowie Kunden einbringen. Wagner: „Das MUC ist das Epizentrum für Innovation.“ Entscheidend sei, dass hier viele Disziplinen, viele Talente zusammenkämen.

    Weltweit haben mehr als 150 Städte eine vernetzte Smart-City-Strategie. Knapp zehn Metropolen sind schon sehr weit damit gekommen, zum Beispiel Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt sammelt mittels Sensoren überall Daten, die sie auch Bürgern und Firmen zur Verfügung stellt. In vier Jahren will man CO2-neutral sein.

    International gibt es viele illustre Beispiele für den Einsatz digitaler Mittel in der Stadtentwicklung. Mal wird auf früheren Betonflächen gegärtnert („Urban Gardening“), mal werden abgefeuerte Schüsse registriert („Shot Detection“), dann wieder gibt es hochintelligente Verkehrsleitsysteme oder „Smart Buildings“ mit biometrischer Einlasskontrolle und „Smart Meter“ für die optimierte Stromversorgung.

    MUC-Initiatorin Klatten lobte besonders Urban-Gardening-Projekte. Ihr imponiere, wenn oben auf dem Dach eines Hochhauses in der Stadt Gemüse angebaut wird, das dann unten im Laden verkauft wird. Bei der Eröffnung des MUC erzählte sie, selbst viel durch die Stadt zu gehen. Sie liebe Parks und Bäume, gleichzeitig fielen ihr der Stau und die drückende Luft auf. Negativ seien auch der teure Wohnraum und der Verlust kleiner Werkstätten.

    Aber selbst in Städten wie Los Angeles mit seinen Highways komme Leben in die Quartiere zurück, sagte Klatten. Und dann lobte die BMW-Gesellschafterin noch Carlos Moreno von der Universität Sorbonne: Der hat die Vision, dass alles in einer Stadt in 15 Minuten erreichbar sein müsse. Mit den drei voneinander getrennten Zonen für Handel, Wohnen und Arbeiten in der Fabrik müsse es vorbei sein. Klattens Credo: „Ich glaube an die Macht der Innovation.“

    Mehr: Silicon Valley an der Isar: Wie München Start-ups und Tech-Giganten anzieht

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