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Smartphone-App Oberster Datenschützer warnt Nutzer vor FaceApp

Die beliebte Foto-App wird aus Russland gesteuert. Bei Datenschützern wachsen die Bedenken. Auch in den USA werden Rufe nach einer Untersuchung laut.
Update: 18.07.2019 - 13:16 Uhr Kommentieren

FBI soll die „FaceApp“ auf Datenschutz prüfen

Baden-Baden, Washington Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat vor der Nutzung der aktuell sehr populären Smartphone-Anwendung FaceApp gewarnt. Es gebe Besorgnis, „dass wichtige persönliche Daten in die falschen Hände geraten könnten“, sagte Kelber (SPD) am Donnerstag in der Radiosendung „SWR Aktuell“. Der Datenschützer monierte unter anderem „schwammige Nutzungsbedingungen“. Besorgniserregend sei auch, dass nur wenig darüber bekannt sei, wer hinter FaceApp stecke.

Befeuert durch Promis und millionenfach in sozialen Netzwerken gepostete Bilder ist die Smartphone-App aktuell besonders populär. Die Anwendung bearbeitet mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Bilder von Nutzern und verfremdet sie mit Filtern, die zum Beispiel zeigen, wie diese im Alter aussehen könnten.

Die App der Firma Wireless Lab aus Sankt Petersburg gibt es bereits seit 2017 für Android und Apples iOS, erlebt jedoch mit dem neuen Alters-Filter eine neue Renaissance.

Es sei nicht bekannt, welche weiteren Daten bei der Nutzung erhoben werden, sagte Kelber. Außerdem könne es sein, dass die persönlichen Daten an Dritte weitergegeben würden. „Hier übergeben Sie also ein Foto von sich oder anderen, das biometrisch auswertbar ist, Ihnen also zugeordnet werden kann, an eine dritte, nicht bekannte Person.“ Von den Anbietern fordert Kelber, sich an die grundlegendsten Dinge zu halten, etwa einen klaren Ansprechpartner zu benennen.

Auch in den USA trifft FaceApp auf Sicherheitsbedenken. Der Fraktionschef der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, forderte die Bundespolizei FBI zu einer Untersuchung der App auf. Die von Russland aus betriebene App könne wegen ihres Umgangs mit persönlichen Daten ein nationales Sicherheitsrisiko sowie eine Gefahr für Millionen US-Bürger darstellen, schrieb er in einem am Mittwoch (Ortszeit) auf Twitter veröffentlichten Brief.

„Es wäre zutiefst beunruhigend, wenn die sensiblen persönlichen Informationen von US-Bürgern einer feindlichen ausländischen Macht zur Verfügung gestellt würden, die aktiv an Cyber-Angriffen gegen die Vereinigten Staaten beteiligt ist“, schrieb Schumer weiter. Das FBI müsse deshalb untersuchen, ob Daten von US-Bürgern in die Hände der russischen Regierung oder ihr nahe stehenden Stellen gelangten.

In dem Brief richtet sich der Senator aus New York auch an die US-Handels- und Verbraucherschutzbehörde FTC. Diese müsse überprüfen, ob US-Bürger – inklusive Regierungspersonal und Angehörige des Militärs – ausreichend gegen eine mögliche missbräuchliche Nutzung ihrer Daten geschützt seien.

Mehr: Der Datenskandal um Cambridge Analytica soll Facebook fünf Milliarden Dollar kosten. Die Probleme des Netzwerks sind damit jedoch nicht beseitigt.

  • dpa
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