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Software-Anbieter Europas nächstes Einhorn heißt Pipedrive – dank Geld aus den USA

Ein US-Fonds kauft den Softwareanbieter Pipedrive. Das Kerngeschäft mit Vertriebssoftware liegt in Europa – doch jetzt lockt auch die Wall Street.
12.11.2020 - 15:06 Uhr Kommentieren
Pipedrive positioniert sich als Anbieter für den Mittelstand, dem die Angebote etwa von SAP und Salesforce eine Nummer zu groß sind. Quelle: Pipedrive
Pipedrive-Mitgründer Timo Rein

Pipedrive positioniert sich als Anbieter für den Mittelstand, dem die Angebote etwa von SAP und Salesforce eine Nummer zu groß sind.

(Foto: Pipedrive)

Hamburg Europas jüngstes Einhorn stammt aus Estland. Der Unternehmenssoftware-Anbieter Pipedrive kommt in den Klub der mit mindestens eine Milliarde Dollar bewerteten Start-ups. Zehn Jahre nach der Gründung kauft der US-Investor Vista Equity Partners das Unternehmen.

Ziel soll es sein, das Wachstum so zu beschleunigen, dass in den kommenden zwei bis drei Jahren ein Börsengang möglich ist. Altinvestoren wie Atomico und Deutsche Telekom Capital Partners (DTCP) bleiben an Bord.

„Es ist Zeit für Hyper-Wachstum auf der Weltbühne“, kündigte Pipedrive-Chef Raj Sabhlok im Gespräch mit dem Handelsblatt an. Er hat vor einem halben Jahr Mitgründer Timo Rein auf dem Chefposten abgelöst und soll vor allem Marketing und Vertrieb professionalisieren. Dazu gehört, dass Pipedrive ein Vertriebsbüro in Berlin eröffnet, um in Deutschland schneller zu wachsen.

Nach Unternehmensangaben nutzen allein in der Bundesrepublik bereits 5000 kleine und mittlere Unternehmen die Software für Vertriebssoftware als Service (SaaS). Pipedrive positioniert sich dabei als umfassender Anbieter für den Mittelstand, dem die Angebote etwa von SAP und Salesforce eine Nummer zu groß sind. Auch der neue Chief Operating Officer Michael Schrezenmaier, der vom Dating-Unternehmen Spark kommt, wird in Berlin sitzen.

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    Obwohl Sabhlok Europa als Kernmarkt sieht und 450 der rund 700 Mitarbeiter im Gründungsland Estland arbeiten, ist der rechtliche Sitz des neuen Unternehmens unter Vista-Ägide wieder in New York. Das ermöglicht perspektivisch einen Börsengang in den USA und soll beim Marktzugang helfen.

    Zwiespältiger Geldsegen

    Einerseits zeigt der Deal so, wie attraktiv Start-ups aus Osteuropa für US-Investoren sind. Auch der inzwischen von Microsoft aufgekaufte Videodienst Skype, der Uber-Konkurrent Bolt und der Zahlungsdienstleister Transferwise stammen aus der estnischen Hauptstadt Tallinn. Andererseits zeigt die Übernahme durch Vista auch, dass in späteren Phasen oft US-Investoren die Führung übernehmen. Auch der 56-jährige Sabhlok stammt aus den USA, wo er zuvor das Softwareunternehmen Zoho leitete.

    Die europäischen Frühphaseninvestoren und zwei der Gründer werden künftig nur noch Minderheitseigner sein. Die Gründer werden zudem den Aufsichtsrat verlassen.

    „Pipedrive ist nun Europas und Estlands neuestes SaaS-Einhorn. Das ist für alle Pipedrive-Gründer, frühe Mitarbeiter und Anteilseigner natürlich finanziell lohnend“, sagte Atomico-Chef Niklas Zennström, der Skype mitgegründet hat. „Ich freue mich sehr, dass ein weiterer Weltmarktführer aus Estland emporsteigt – mit einigen Ex-Skypern als Schlüsselverantwortlichen.“ Atomico werde die Zusammenarbeit noch intensivieren.

    Der britische Investor war bei der zweiten größeren Wachstumsrunde 2017 dazugekommen. Von den bisher eingesammelten gut 90 Millionen Dollar Wagniskapital habe Pipedrive jedoch noch nichts ausgegeben, sagte Sabhlok. Bislang sei das Wachstum aus dem eigenen, profitablen Geschäft gelungen. Das könnte zur hohen Bewertung beigetragen haben: Der Deal soll das Unternehmen laut Umfeld mit 1,5 Milliarden Dollar bewerten bei jährlichen Softwareumsätzen (ARR) von gut 100 Millionen Dollar.

    Das zeigt: Die neuen Investoren fordern von Sabhlok Wachstum. Er will daher neue Angebote wie die Verwaltung von Vertriebsdokumenten und digitale Signaturen ausbauen. Zudem sieht er Chancen in der neuen Marketingstrategie: Bislang sei Pipedrive vor allem über Empfehlungen gewachsen. Nun soll eine stärkere Verkaufsmannschaft Pipedrives Position weiter stärken.

    Vista gehört mit 58 Milliarden Dollar Kapital zu den größten amerikanischen Beteiligungsgesellschaften. Der Investor hat sich auf Business-Software spezialisiert.

    Mehr: Start-up-Finanzierer überbieten sich mit Fonds für Europa

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