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Software Rekognition Amazons Gesichtserkennung hat ein Frauenproblem

Amazons Gesichtserkennungssystem Rekognition hat Schwierigkeiten, Frauen von Männern zu unterscheiden. Das gilt besonders für Frauen mit dunkler Hautfarbe.
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Amazons Software hat Probleme, Frauen zu erkennen. Quelle: Imago
Gesichtserkennung

Amazons Software hat Probleme, Frauen zu erkennen.

(Foto: Imago)

Berlin Probleme mit dunkler Hautfarbe hat sie schon länger. Jetzt kommen Probleme mit Frauen hinzu – insbesondere mit Frauen dunkler Hautfarbe: Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben neue Schwachstellen in Amazons Gesichtserkennungssoftware Rekognition aufgedeckt.

Laut der MIT-Studie hielt Rekognition in 19 Prozent der Fälle eine Frau für einen Mann. Noch schlechter war das Ergebnis bei Frauen mit dunkler Hautfarbe. Die hielt Rekognition sogar in 31 Prozent der Fälle für einen Mann.

Schon bei früheren Studien hatte sich gezeigt, dass Amazons Gesichtserkennungssoftware Probleme mit der Hautfarbe hat: Es identifiziert Menschen mit dunkler Haut häufiger falsch als solche mit heller Haut.

Bei der Geschlechtererkennung ist Rekognition deutlich schlechter als Systeme anderer Anbieter wie etwa Microsoft, IBM und Megvii, auch als Face++ bekannt. Diese drei hatten die MIT-Forscher im vergangenen Jahr kritisiert, weil ihre Software ebenfalls Schwierigkeiten hatte, Frauen mit dunkler Hautfarbe zu erkennen. Alle drei reagierten jedoch und verbesserten ihre Software.

Anders Amazon: MIT-Studienleiterin Joy Buolamwini hatte Amazon-Chef Jeff Bezos im Juni vergangenen Jahres über die Ergebnisse informiert. Sie habe weder eine Antwort erhalten, noch habe Amazon das System verbessert, schreibt Buolamwini in einem Blogeintrag.

Amazon verteidigt sein System

Matt Wood, Leiter des Bereichs künstliche Intelligenz bei Amazon Web Services, verteidigte in einer Mitteilung das System. Die MIT-Forscher hätten die Gesichtsanalyse, nicht aber die Gesichtserkennung getestet, sagte er.

Erstere identifiziere Gesichter in Videos oder Bildern und erfasse Attribute wie etwa, dass in dem Gesicht eine Brille vorhanden sei. Nur bei der Erkennung werde ein Gesicht gegen Gesichter auf den Fotos oder Videos abgeglichen.

Zudem hätten die MIT-Forscher eine ältere Version von Rekognition getestet. Amazon habe im November eine neue Version eingeführt. Bei eigenen Tests dieser Version habe Amazon keine Unterschiede bei der Erkennung des Geschlechts in den Ethnien gefunden.

Amazon hat Rekognition 2016 vorgestellt. Das System erkennt Menschen und Objekte in Videos und Bildern, wenn es über Vorlagen verfügt. Das Unternehmen vermarktet das System unter anderem an die Polizei. So ist es etwa bei der Polizei in Orlando, Florida, und im Sheriffbüro in Oregon im Einsatz.

Sehr zum Missfallen von Angestellten, Aktionären und Bürgerrechtlern: Die haben Amazon dafür mehrfach kritisiert. Sie befürchten, dass das System zur Überwachung eingesetzt wird und sehen darin eine Gefahr für die Privatsphäre der Bürger, gerade angesichts der aktuellen politischen Lage in den USA.

Die Amazon-Geschäftsleitung lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken. Sie hat angekündigt, Rekognition auch weiter an US-Behörden zu verkaufen.

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