Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Software SAP plant den Börsengang für Qualtrics

Nur eineinhalb Jahre nach der Übernahme von Qualtrics kündigte SAP an, die Tochter an die Börse zu bringen. Der Softwareriese will aber Mehrheitsaktionär bleiben.
26.07.2020 Update: 27.07.2020 - 07:21 Uhr Kommentieren
SAP will die wichtige Tochter Qualtrics an die Börse bringen Quelle: dpa
SAP-CEO Christian Klein

Der Konzernchef baut das Softwarehaus um.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Im November 2018 überraschte der damalige SAP-Chef Bill McDermott mit einer spektakulären Übernahme. Für gewaltige acht Milliarden Dollar kaufte SAP den Marktforschungsspezialisten Qualtrics. So viel hatte Europas wertvollster Softwarekonzern noch nie für einen Firmenkauf ausgegeben. In der Nacht auf Montag kündigte SAP per Ad-hoc-Mitteilung an, die Tochtergesellschaft an die Börse bringen zu wollen.

SAP hält derzeit 100 Prozent an Qualtrics. Auch künftig will der Konzern die Mehrheit an der Gesellschaft behalten. „Es besteht keine Absicht, diese Mehrheitsbeteiligung auszugliedern oder anderweitig zu veräußern“, kündigte SAP an. Gründer Ryan Smith beabsichtige, größter Einzelaktionär von Qualtrics zu werden.

Qualtrics ist spezialisiert auf Lösungen für Online-Marktforschung. Unternehmen können damit ermitteln, wie zufrieden ihre Kunden und Mitarbeiter sind, wie ihre Marken und Produkte wahrgenommen werden, im besten Fall in Echtzeit. Dabei werten sie Umfragen, Äußerungen in den sozialen Medien und Kundenfeedback aus.

SAP begründete die Entscheidung für einen Börsengang damit, Qualtrics mehr Spielraum ermöglichen zu wollen. „Diese größere Unabhängigkeit soll Qualtrics in die Lage versetzen, innerhalb des SAP-Kundenstamms und weit darüber hinaus erfolgreich zu wachsen“, teilten die Walldorfer mit. Einschränkend kündigte SAP an, eine endgültige Entscheidung über den Börsengang, sowie genaue Bedingungen und Zeitplan stünden noch aus.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    SAP-Chef Christian Klein sagte, er habe die Entscheidung über den Börsengang gemeinsam mit dem Management von Qualtrics getroffen. Mit dem Schritt solle das Wachstum beschleunigt werden, zudem ermögliche er, „näher am Kunden zu agieren, eine eigene Akquisitionsstrategie zu verfolgen und weiter attraktiv für die besten Talente zu sein“. Über den Geschäftserfolg von Qualtrics sagte Klein: „Die Übernahme von Qualtrics durch SAP ist ein großer Erfolg, sie hat mit Cloud-Umsatzwachstum von über 40 Prozent im Jahr 2019 alle Erwartungen übertroffen.“

    SAP legt überzeugende Quartalszahlen vor

    Ryan Smith sagte, durch einen Börsengang könnte sich Qualtrics neue Partner erschließen. „SAP ist ein global aufgestelltes Unternehmen, das weltweit seines Gleichen sucht. Wir freuen uns daher besonders über die Fortsetzung der Partnerschaft“, wurde Smith in der SAP-Mitteilung zitiert. Auf seinem Linkedin-Account teilte er die Nachricht über den geplanten Börsengang von Qualtrics mit lachenden Smileys sowie dem Symbol eines Konfettiwerfers.

    McDermott hatte den Kauf von Qualtrics damals eigentlich damit begründet, das Produktangebot von SAP erweitern zu wollen. Gerade das Geschäft mit Marketing- und Vertriebssoftware sollte durch Qualtrics gestärkt werden. Wenn Qualtrics künftig stärker eigenständig operiert, könnte genau dieses Ziel schwieriger zu realisieren sein.

    McDermott hatte den Kauf von Qualtrics im Jahr 2018 kurz vor einem eigentlich von Smith anvisierten Börsengang abgeschlossen. McDermott hatte argumentiert, der Kauf wäre nach einem Börsengang für SAP deutlich teurer geworden. Die Walldorfer hatten damals rund das 20-Fache des Umsatzes von Qualtrics für die Übernahme bezahlt.

    Am Montag legt SAP Zahlen für das zweite Quartal vor. Der Nettogewinn kletterte im Vorjahresvergleich um 52 Prozent auf 885 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern am Montag in Walldorf mitteilte. Das lag auch daran, dass ein Stellenabbauprogramm vor einem Jahr knapp 200 Millionen Euro gekostet hatte.

    Bereits vor zwei Wochen hatte der Konzern einige Kennzahlen für die vergangenen drei Monate per Ad-hoc-Mitteilung vorgelegt. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent auf 6,74 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis aufgrund von Sondereffekten sogar um 55 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro – währungsbereinigt lag das Plus bei immerhin sieben Prozent. Auch die operative Marge verbesserte sich deutlich.

    Mehr: 170 Milliarden Euro Marktkapitalisierung: Die Börse feiert gute SAP-Zahlen.

    Startseite
    Mehr zu: Software - SAP plant den Börsengang für Qualtrics
    0 Kommentare zu "Software: SAP plant den Börsengang für Qualtrics"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%