Softwareanbieter: Absturz eines deutschen Börsenstars: Warum Teamviewer plötzlich als Verlierer dasteht
Seit Jahresbeginn haben die Papiere 68 Prozent verloren.
Foto: HandelsblattLissabon, Düsseldorf. 46 Millionen Euro pro Jahr, um das eigene Logo auf Fußballtrikots drucken zu lassen: Das muss Teamviewer auch Monate nach dem Sponsoring-Deal mit Manchester United („ManU“) immer wieder erklären.
Bei der internationalen Technologiekonferenz WebSummit versucht es Marketing-Vorständin Lisa Agon so: „Wir sind als Marke nicht so bekannt, wie wir es gerne wären“, sagt die Managerin auf der Bühne. Der englische Traditionsklub biete eine Art globale Plattform für Teamviewer, um populär zu werden. „Und es hilft uns, die Marke mit Emotionen aufzuladen.“
Größenwahn oder cleveres Marketing? Manchester United wird auch von Fans in Asien verfolgt, wo Teamviewer kräftig wachsen will. Das Problem: Mit der Fußballbegeisterung bei den Aktionären war es nicht weit her. Anlegern fehlte die Fantasie, wie sich ein Sponsoringdeal im Umfang von sagenhaften zehn Prozent des Umsatzes je rentieren sollte.
Die Sponsoring-Partnerschaft, angekündigt im März, war der Anfang eines Kursabsturzes, wie es ihn in einem Börsenindex wie dem MDax nur selten zu beobachten gibt. Teamviewer, das mit dem ManU-Deal das Wachstum beschleunigen wollte, musste die Prognose senken. Und das gleich zweimal.