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Softwarehersteller SAP-Investoren machen auf Hauptversammlung ihrem Unmut Luft

Der Aktienkurs enttäuscht viele SAP-Aktionäre – Vorstand und Aufsichtsrat bekommen klare Worte dazu zu hören. Auch Aufsichtsratschef Plattner steht in der Kritik.
12.05.2021 - 16:32 Uhr 1 Kommentar
Der Manager rechtfertigt die neue Strategie: „Sonst hätte es für SAP keine Zukunft gegeben.“ Quelle: dpa
SAP-Chef Christian Klein

Der Manager rechtfertigt die neue Strategie: „Sonst hätte es für SAP keine Zukunft gegeben.“

(Foto: dpa)

Walldorf SAP ist ordentlich ins neue Jahr gestartet – doch die Turbulenzen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie machen den Aktionären weiter zu schaffen. An der Börse entwickelte sich der Softwarekonzern 2020 schlechter als die Konkurrenz, zudem kam es zu diversen Veränderungen im Vorstand. Zur virtuellen Hauptversammlung am Mittwoch äußerten daher mehrere große Fondsgesellschaften und Investoren deutliche Kritik.

„Herr Plattner und Herr Klein, Sie haben am Kapitalmarkt viel Vertrauen verspielt!“, erklärte Markus Golinski, Fondsmanager bei Union Investment. Der Konzern müsse jetzt Zweifel an der Wettbewerbsfähigkeit ausräumen. Die Entwicklung an der Börse sei „ein Trauerspiel“, meinte Ingo Speich von Deka Investments: „Während die Wettbewerber vom Cloud-Höhenflug beflügelt wurden, verweilt SAP auf dem Boden.“ Auch die fehlende Nachfolge für Aufsichtsratschef Hasso Plattner, 77, kam mehrfach zur Sprache.

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SAP-Chef Christian Klein warb bei den Aktionären um Vertrauen. Im vergangenen Jahr habe sich das Unternehmen in der Coronakrise als „robust und leistungsfähig“ erwiesen, „auch unter den schwierigsten Bedingungen“.

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    Die Neuausrichtung der Strategie, die mit erheblichen Kosten verbunden ist, rechtfertigte er: „Für uns war klar: Wir müssen entschlossen auf die Anforderungen unserer Kunden reagieren. Sonst hätte es für SAP keine Zukunft gegeben.“ Das Ziel sei eine nachhaltige Wertsteigerung. Die Aktie hat sich seit dem Absturz im Oktober wieder deutlich erholt und notiert bei 112 Euro.

    Anders als Microsoft oder Zoom zählt SAP nicht zu den Profiteuren des Digitalisierungsschubs in der Corona-Pandemie, der Softwarehersteller ist aber glimpflich durch die Krise gekommen. Der Umsatz sank 2020 um ein Prozent auf 27,34 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) stieg dank geringerer operativer Aufwendungen um 48 Prozent auf 6,62 Milliarden Euro. Auch der Cashflow stieg deutlich.

    Davon profitieren die Aktionäre: SAP schlug eine Erhöhung der Dividende von knapp 20 Prozent auf 1,85 Euro pro Aktie vor.

    Auf der Hauptversammlung stimmten 99 Prozent des Grundkapitals dafür. Auch die Entlastung des Vorstands trug eine große Mehrheit von 99 Prozent, der Aufsichtsrat erhielt mit 85 Prozent etwas weniger Zustimmung.

    Kontroverse um Sondervergütung für Vorstand

    Auch die Leitung des Aufsichtsrats beschäftigte die Investoren. Der Vorsitzende Hasso Plattner habe „einen immensen Einfluss“, sagte beispielsweise Deka-Fondsmanager Ingo Speich. „Wir sehen die Machtkonzentration kritisch und wünschen uns einen unabhängigeren Aufsichtsratsvorsitzenden, der das neue Managementteam auch im nächsten Jahrzehnt begleiten kann.“ Daher sei eine „nachvollziehbare Nachfolgeregelung“ notwendig.

    Auf diese müssen die Aktionäre aber offenbar noch warten: Der Mitgründer und Großaktionär kündigte auf der Hauptversammlung – aus Kalifornien per Video zugeschaltet – an, er wolle nach seiner verkürzten Wahlperiode 2022 „noch ein letztes Mal zur Wiederwahl für zwei weitere Jahre antreten“. Er wollte in einer kritischen Phase „Stabilität und Kontinuität“ gewährleisten und Unruhe durch einen weiteren Führungswechsel vermeiden.

    Die Vorstandsvergütung hat bei SAP in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen gesorgt – so auch in diesem Jahr: Der Aufsichtsrat gewährte dem Team um Christian Klein eine Sonderzahlung, die sich auf insgesamt vier Millionen Euro belief. Die Manager müssen den Nettobetrag in Aktien investieren und mindestens drei Jahre halten.

    Der Vorstand habe die Ziele für die kurzfristige variable Vergütung wegen der Corona-Pandemie nicht erreichen können und daher die Boni nicht erhalten, erklärte Aufsichtsratschef Hasso Plattner. Die Führung habe aber im Laufe des Jahres „die richtigen Entscheidungen getroffen“ und SAP gut durch die Krise geführt. Es gehe um ein „positives Signal für derzeitige und künftige Vorstandsmitglieder“.

    Große Investoren beurteilen diesen Schritt indes kritisch. Mit der Sondervergütung unterlaufe der Aufsichtsrat den Sinn und Zweck der kurzfristigen Boni, erklärte etwa Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die Organisation verweigerte dem Aufsichtsrat auch deswegen die Entlastung.
    Mehr: Wie SAP das Vertrauen der Aktionäre zurückgewinnen will

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    1 Kommentar zu "Softwarehersteller: SAP-Investoren machen auf Hauptversammlung ihrem Unmut Luft"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Eigentümer darben und die Angestellten bedienen sich aus dem Schatzkästchen. Opa Plattner lächelt dazu wohlwollend. Ist fast wie im richtigen Märchen. Warum sagt dem Plattner keiner, dass er nicht unersätzlich ist. Einen anderen Beschäftigungstherapeuten wird er sich sicher leisten können.

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