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Softwarekonzern Microsoft kündigt neues Betriebssystem Windows 11 an – Aktie legt zu

In der neuen Version gibt es unter anderem beim Start-Button Veränderungen. Die Teams-Software ist inklusive. Damit versucht Microsoft, den Vormarsch von Apple und Google zu bremsen.
24.06.2021 Update: 24.06.2021 - 20:44 Uhr 1 Kommentar
Das neue Betriebssystem soll App-Entwicklern die Möglichkeit geben, ohne Microsoft-Gebühren Geld mit In-App-Käufen zu verdienen. Quelle: dpa
Microsoft gibt ersten Ausblick auf neues Windows 11

Das neue Betriebssystem soll App-Entwicklern die Möglichkeit geben, ohne Microsoft-Gebühren Geld mit In-App-Käufen zu verdienen.

(Foto: dpa)

San Francisco Windows 10 bekommt einen Nachfolger und der heißt, wer konnte es ahnen, Windows 11. Gegen Ende der Pandemie, die das Homeoffice populärer gemacht und so einen unerwarteten Schub für das weltweit führende PC-Betriebssystems gebracht hat, nutzt Microsoft die Chance, um die Zukunft seiner Geldmaschine Windows zu sichern.

Die Vorstellung von Windows 11 gab Microsoft an der US-Börse zusätzlichen Rückenwind. Die Aktie des Software-Konzerns stieg den vierten Tag in Folge ein Rekordhoch.

Die Sparte „Other Personal Computing“, zu der Windows, die Surface-Laptops und -Tablets sowie die Spielekonsole Xbox gehören, macht immerhin gut 31 Prozent des Konzernumsatzes von 42 Milliarden Dollar im Quartal aus und basiert praktisch auf Windows. Nicht eingerechnet sind da noch die Hunderte Millionen Dollar, die jedes Quartal durch die Office-Produkte wie Word und Excel in die Kassen kommen.

Office läuft zwar auch auf Mac-Computern, aber die Masse der Abos wird für Windows-Maschinen in Unternehmen und Homeoffices abgeschlossen. Microsoft-Chef Satya Nadella selbst spricht deshalb auch von einem „Meilenstein“ bei Windows 11.

Die optischen Änderungen fallen zuerst auf. Die klassische Startleiste mit dem Windows-Symbol am linken unteren Rand rückt in die Mitte, umgeben von den anderen bekannten Buttons und den Icons der gerade geöffneten Apps. Die gesamte Oberfläche wirkt klarer, frischer und aufgeräumter.

Das Konferenztool Microsoft Teams kommt mit Windows 11 frei Haus. Dazu gibt es eine neue „Widget-Leiste“, die am linken Rand ausgeklappt wird und die „Live Tiles“ ersetzt. Hier lässt sich eine personalisierte Informationszentrale einrichten, vom Wetter-Widget über die Einkaufsliste und den Kalender bis hin zu den beliebtesten Nachrichtenseiten.

Windows 11: Mehrere Fenster gleichzeitig bedienen

Ein „Snap Navigator“ hilft dabei, personalisierte Desktops zu gestalten. In offenen Fenstern werden bislang rechts oben drei Klick-Segmente angezeigt: Minimieren, Maximieren und Schließen. Das Maximieren-Feld wird durch eine Auswahl ersetzt, in der man zum Beispiel das Fenster auf die linke Hälfte des Bildschirms „einschnappen“ lassen kann. Daneben kommen dann zwei oder drei weitere, vorinstallierte Fenster.

Das ergibt bei großen Bildschirmen und erst recht bei zwei Screens viel Sinn. Microsoft setzt auf Multitasking.

Eine optische Überarbeitung erhielten auch der File-Explorer und Microsofts App-Store. Anders als bei Apple und Google, die ihre App-Stores zu zentralen Bestandteilen ihrer Umsatz- und E-Commerce-Strategie aufgebaut haben, fristete der App-Store bei Microsoft ein Dasein als Mauerblümchen. Das soll der Vergangenheit angehören.

Die Oberfläche sieht moderner aus, aber der echte Angriff auf die Konkurrenz wird bei den Gebühren und Bedingungen gefahren. Entwickler werden Apps, auch alte Windows-Programme, teilweise sogar „im Rohzustand“ einliefern können – ohne dass Microsoft ihnen Gebühren berechnet, wenn sie die Apps verkaufen wollen.

Die neue Windows-Version soll den Verkaufsschlager Windows 10 ablösen. Quelle: Reuters
Microsoft

Die neue Windows-Version soll den Verkaufsschlager Windows 10 ablösen.

(Foto: Reuters)

Zur Erinnerung: Apple befindet sich gerade in einem existenziellen, milliardenschweren Rechtsstreit mit Epic Games um seinen Umsatzanteil von 30 Prozent an In-App-Käufen bei Apps, die über seinen Store verkauft werden.

Microsoft kooperiert für App-Store mit Amazon

Das Ziel von Microsoft-Chef Nadella ist es dagegen, jetzt einfach alle Windows-Apps oder -Programme im Store zu vereinen, egal ob dabei Profit herausspringt. Er will den Nutzern klarmachen, dass der Windows-Store die erste Anlaufstelle für ihre Programme werden wird.

Einen großen Erfolg verspricht auch die Integration von Android-Apps in Windows 11 und den App-Store. Dabei geht Microsoft eine Partnerschaft mit Amazon und dessen App-Store ein. Amazon hat sich eine eigene erfolgreiche Version von Googles Android gebaut und liefert hier Schützenhilfe. Google muss Microsoft also nicht um Erlaubnis fragen.

Die wichtige Gamingszene wird ebenfalls bedient. Windows 11 bekommt signifikante Verbesserungen in Grafik und Geschwindigkeit und wird enger mit der Xbox-Konsole verzahnt.

Nicht zuletzt durch den pandemiebedingten Trend zum Homeoffice sind auch die Laptop- und Computerverkäufe 2020 in ungeahnte Höhen geschnellt. Die Marktforscher von IDC rechnen damit, dass die PC-Verkäufe weltweit im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahreswert um 55 Prozent auf 84 Millionen Einheiten angestiegen sind.

Unternehmen wie Lenovo, Dell oder HP sind die größten Gewinner – und sie sind treue Windows-Kunden. Noch immer läuft auf gut 75 Prozent aller PCs und Laptops Windows. Um den Rest streiten sich Google (Chrome) und Apple.

Windows muss auf Google-Angriff reagieren

Das sind ideale Bedingungen, um Windows eine vorsichtige, aber wirkungsvolle Frischzellenkur zu verordnen. Denn im Homeoffice arbeiten heute überwiegend Menschen, die schon an Windows-Geräte gewöhnt sind. Doch für die neuen Generationen der Produktivitätsarbeiter aus Schulen und Hochschulen gilt das nur bedingt.

In den USA sind bereits viele Schulen Windows-freie Zonen. Googles Chrome-Betriebssystem auf preisgünstiger Hardware kommt dort besonders gut an.

An Schulen und Hochschulen werden Google- und Apple-Produkte immer beliebter, Microsoft hat das Nachsehen. Quelle: AP
Microsoft verliert Zugang zu jungen Nutzern

An Schulen und Hochschulen werden Google- und Apple-Produkte immer beliebter, Microsoft hat das Nachsehen.

(Foto: AP)

Außerdem ist Microsoft nicht mehr Herr über die erste Begegnung, die Kinder und Jugendliche mit Technologie machen – das sind Smartphones, eine Hardwaregattung, bei der Microsoft auf ganzer Front versagt hat. Deshalb folgt nun die Integration von Android-Apps.

Windows 11 muss dringend die heranwachsenden Nutzer und Käufer gewinnen, ohne die alten Nutzer zu verschrecken. Während Apple zum Beispiel ohne große Probleme radikale Änderungen auch im Inneren seiner Betriebssysteme durchführen und sogar die Chiparchitektur ändern kann, muss Microsoft bei Windows extrem behutsam vorgehen.

Große Kunden haben auf Windows-Basis bis zu 20 Jahre alte Systeme laufen, die mit vertretbarem Aufwand praktisch nicht mehr zu verändern sind. Windows-Server-Software ist das Rückgrat vieler multinationaler Konzerne – immerhin erschien die erste Windows-Version bereits vor 35 Jahren. Microsoft kann nicht riskieren, durch unbedachten Kleinkram, modischen Schnickschnack oder radikale Umbauten bei der Programmierung Panik auszulösen.

Windows 11: Neues Betriebssystem ab Herbst 2021 verfügbar

Für diese Sicherheit geben die Unternehmen schließlich Jahr für Jahr sehr viel Geld bei Microsoft aus. Mit Windows 11 will Microsoft-Chef Nadella das berücksichtigen – und gleichzeitig in die Zukunft starten. Denn mit dem Betriebssystem hat er noch große Pläne.

Die neue Datenbrille Hololens ist im Prinzip nichts anderes als ein Windows-PC auf dem Kopf. Im Herbst wird sich zeigen, ob es Nadella gelingt, diese Zukunft vorzubereiten.

Das neue Betriebssystem wird als kostenloses Upgrade an Windows-10-Nutzer ausgeliefert werden, ein Zeitlimit für den Umstieg wird es laut Microsoft nicht geben. Wer es also nicht will, kann bis 2025 bei Windows 10 bleiben. Dann läuft der Support für diese Version aus. Ab Herbst 2021 soll das Upgrade verfügbar sein.

Mehr: US-Konzerne steigern Aktienrückkäufe auf Rekordwert

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  • Glaube NIE an Software-Hersteller.
    - Das Leben bedingt Lernen bis zum Tode. Das hält jung...
    - Bei Win 10 wurde behauptet, eine neue Version von Windows wird nie mehr nötig sein, nur Updates. Jetzt soll das BS in 2025 auslaufen...
    - Jede neue SW hat erst mal Kinderkrankheiten, die von Usern auf eigene Kosten entdeckt werden. Der Hersteller haftet nie!
    - Die meisten Upgrades von SW sind hauptsächlich "kosmetische Operationen" der Oberfläche. Dabei gehen zugeladene Programme ins Nirwana, viele eigene Dateien sind auch gefährdet.
    - Wann kommt Windows 12?

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