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Softwarekonzern Microsoft steigert Umsatz und Gewinn kräftig

Der Software-Riese verdient weiter prächtig an seinem boomenden Cloud-Geschäft. Auch für die künftige Entwicklung zeigen sich Analysten optimistisch.
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Der US-Softwarekonzern befindet sich im Aufwind. Quelle: dpa
Microsoft

Der US-Softwarekonzern befindet sich im Aufwind.

(Foto: dpa)

San Francisco Microsoft hat die Wall Street gerettet. Nachdem am Mittwoch Netflix die Anleger mit seinen Zahlen enttäuscht hatte, übertraf der Software-Riese aus Redmond die Erwartungen der Aktionäre in allen Sparten. Der Konzernumsatz lag im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres, das am 30. Juni endete, bei 33,7 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung von zwölf Prozent. Analysten hatten einen um eine Milliarde Dollar niedrigeren Umsatz erwartet.

Auch beim Nettogewinn, berechnet nach dem Bilanzstandard GAAP, gelang Microsoft eine deutliche Steigerung. So erhöhte sich der Gewinn um 49 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar – enthalten sind einmalige Steuererleichterungen in Höhe von 2,6 Milliarden Dollar der US-Regierung. Doch auch ohne die finanziellen Mittel aus Washington verbleibt noch ein Nettogewinn von 10,6 Milliarden Dollar, was einem Plus von 21 Prozent entspricht.

Wieder einmal war es das Cloud-Geschäft, das Microsofts Zahlen stützte. Mit der Sparte „Intelligent Cloud“ erreichte der Konzern Quartalseinnahmen von 11,4 Milliarden Dollar. Serverprodukte und andere Cloud-Dienstleistungen legten um 21 Prozent zu. Besonders positiv wirkte sich die Cloud-Plattform „Azure“ auf die Zahlen aus: Das Kerngeschäft von Microsoft legte um 64 Prozent zu. Damit liegt die Messlatte für den Branchenprimus Amazon hoch, der am 25. Juli seine Geschäftszahlen vorlegen wird.

Selbst die Windows-Sparte „More Personal Computing“ lag währungsbereinigt vier Prozent höher bei 11,3 Milliarden Dollar Umsatz. Windows-Lizenzen an Großkunden stiegen um sieben Prozent. Viele Unternehmen stellen derzeit ihre Systeme von alten Produkten wie Windows 7 oder Windows 8 auf das aktuelle Betriebssystem Windows 10 um. Der Rückenwind, den Microsoft durch die Umstellungen im Großkundenbereich aktuell erfährt, wird nach Einschätzung von Microsoft-Finanzvorständin Amy Hood noch „zwei weitere Quartale“ anhalten, wie sie in einem Analysten-Call sagte. Windows 10 laufe bereits jetzt auf 800 Millionen Geräten weltweit. Die Laptop- und Tabletsparte Surface steigerte den Umsatz um 14 Prozent.

Wichtig ist für Microsoft auch weiterhin das Geschäft mit Businesskunden. Dort erreichte der Konzern währungsbereinigt ein kräftiges Umsatzwachstum von 14 Prozent auf elf Milliarden Dollar. Herausragend ist dabei die Entwicklung des Produkts „Office 365 Commercial“, das um 31 Prozent zulegte.

Der neuen App „Teams“ – ein so genannter „Workplace-Manager“ zur Kommunikation, Vernetzung und effektiven Planung am Arbeitsplatz – bescheinigte Microsoft-Chefin Satya Nadella jüngst ein „Blowout-Year“. Nadella geht nicht umsonst davon aus, dass die App in diesem Jahr ihren Durchbruch haben wird: Teams ist laut eigenen Angaben die am schnellsten wachsende App, die Microsoft je herausgebracht hat. Teams ist ein direkter Konkurrent des Börsenneulings Slack.

Schwache Gaming-Sparte

Enttäuschend fielen hingegen die Zahlen im Bereich Gaming aus. Anlass dafür ist wohl die bevorstehende Markteinführung des Xbox-Nachfolgers, der bislang unter dem Arbeitstitel „Project Scarlett“ bekannt ist und im vierten Quartal 2020 auf den Markt kommen soll. Die Gaming-Sparte verlor zehn Prozent ihres Umsatzes.

Insgesamt überzeugten die Zahlen die Microsoft-Anleger: Nachbörslich erreichte das Papier zeitweise mit 140,20 Dollar ein neues Allzeithoch. Dazu trug neben den Zahlen aus dem abgelaufenen Geschäftsquartal auch die Vorhersage für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres bei.

Noch vor einem Jahr lieferten sich Apple und Amazon ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des wertvollsten Unternehmens der Welt mit einer Börsenbewertung von über einer Billion Dollar. Beide Konzerne schafften bei der Börsenbewertung an der Wall Street kurzzeitig den Sprung über die Marke – doch inzwischen hat sich Microsoft an die Spitze gedrängt. Mit einer Börsenbewertung von über einer Billion Dollar führt der Konzern das Feld souverän an, dahinter folgen Amazon und Apple.

Noch vor zehn Jahren galt Microsoft als Technologie-Dinosaurier, den die neuen Pioniere der Internetbranche wie Amazon, Google, Facebook oder auch Apple weit hinter sich lassen wollten. Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet und die einstigen Emporkömmlinge haben selbst mit ernsthaften Problemen zu kämpfen.

Google etwa sucht noch immer den Anschluss im Cloud-Geschäft und kämpft in diesem Bereich mit dem langsam wieder erstarkenden Konzern IBM um Anschluss. Zudem ist Apple im Cloud-Geschäft für Unternehmenskunden nicht relevant.

Mit Microsoft, so scheint es, kann sich derzeit keiner messen. Zuletzt zeigten sich Analysten der Investmentbank Cowen von der breiten Aufstellung Microsofts in allen aktuellen digitalen Wachstumsfeldern beeindruckt. Vergangene Woche vergaben die Analysten ein „Outperform“-Rating und ein Kursziel von 150 Dollar. Cowen sieht das Cloud-Geschäft von Microsoft im Jahr 2025 bei rund 25 Prozent Marktanteil – und damit in Reichweite des Marktführers Amazon (AWS).

Mehr: Mit einem überraschenden Ergebnis hat Netflix die Quartalssaison der Technologiewerte in den USA eröffnet.

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