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Softwarekonzern SAP baut Vorstand um: Ein Ressort für Kundenerfolg

SAP strukturiert erneut um: Der Konzern teilt die Aufgaben des Serviceressorts auf – und will so besser für Kunden erreichbar sein. Kleinemeier und Ries geben ihre Posten ab.
20.02.2020 Update: 20.02.2020 - 19:00 Uhr Kommentieren
Die Manager bemühen sich verstärkt um die Zufriedenheit der Kunden. Quelle: Sepp Spiegl
Führungsduo von SAP

Die Manager bemühen sich verstärkt um die Zufriedenheit der Kunden.

(Foto: Sepp Spiegl)

Düsseldorf SAP bemüht sich unter dem neuen Führungsduo Christian Klein und Jennifer Morgan verstärkt um die Kundenzufriedenheit – an der hat es zuletzt gehapert. Ein großer Kritikpunkt: Die Unternehmen monieren die mangelnde Integration der viele Produkte, die der Softwarehersteller verkauft.

Mit einer neuen Aufstellung des Vorstands will SAP die verschiedenen Bereiche besser integrieren. Der Softwarehersteller löst das Ressort Global Business Services (GBS) auf überträgt die Aufgaben auf zwei andere Bereiche. Ziel sei es, die Abläufe stärker an den Kunden zu orientieren, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung.

In diesem Zuge verlässt Michael Kleinemeier, 62, nach mehr als 30 Jahren das Unternehmen. Sein Vorstandsvertrag, bis Ende des Jahres terminiert, wird vorzeitig beendet. Zudem geht Personalvorstand Stefan Ries, 53, mit unbekanntem Ziel und ohne Angabe von Gründen. Er war bis 2024 bestellt. Der Dax-Konzern will die Aufgaben des Managers bis zur Hauptversammlung im Mai neu verteilen.

Der SAP-Betriebsratsvorsitzende Ralf Zeiger erklärte, dass das Unternehmen den richtigen Weg gehe. „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass der Betriebsrat früher und intensiver in geplante Veränderungsprozesse eingebunden wird“, mahnte er an.

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    Die Arbeitnehmervertretung begrüßte die Umstrukturierung: Es sei der richtige Weg, um „zu stärker kundenorientierten Abläufen und Prozessen zu gelangen“, erklärte Betriebsratsvorsitzender Ralf Zeiger gegenüber dem Handelsblatt. Er mahnte aber: „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass der Betriebsrat früher und intensiver in geplante Veränderungsprozesse eingebunden wird.“

    SAP bündelt mit dem Umbau nun alle Einheiten, die direkt gegenüber den Kunden auftreten: Adaire Fox-Martin leitet neben dem Vertrieb auch den Service. Ihr Vorstandsbereich erhält den Namen „Customer Success“. Thomas Saueressig wiederum übernimmt die Verantwortung für einen großen Teil der produktbezogenen Teams, neben Produktmanagement und Entwicklung künftig auch die Wartung.

    Bei der Umstrukturierung bezieht SAP einen Großteil der Tochterunternehmen ein, die der Konzern in den vergangenen Jahren übernommen hat, etwa Ariba, Fieldglass und Concur. In dem Ressort Cloud Business Group, das Co-Chefin Morgan leitet, verbleiben somit nur der Marktforschungsspezialist Qualtrics sowie die Produktstrategie und -entwicklung des Bereiches Customer Experience.

    Betriebsrat sieht noch Beratungsbedarf

    Das Ziel: Anwender sollen einen einheitlichen Ansprechpartner haben, wenn es Fragen zu Produkten gibt oder Probleme auftreten. „Unsere Kunden erwarten von uns zu Recht, dass unser Angebotsportfolio nahtlos integriert ist und alle Lösungen reibungslos zusammenarbeiten“, sagte Co-Chef Christian Klein. Das sei maßgeblich für den Erfolg.

    Für SAP ist die Integration ein wichtiges Verkaufsargument im Wettbewerb mit Salesforce, Workday, Infor und Oracle. Wenn die Systeme des deutschen Konzerns aufeinander abgestimmt sind, müssen Kunden weniger in Einführung und Wartung investieren, zudem können sie leichter Aufgaben automatisieren und neue Geschäftsmodelle einführen.

    SAP will deswegen im Laufe des Jahres wichtige betriebswirtschaftliche Prozesse über mehrere Produkte hinweg abbilden. Es handle sich „um das größte Engineering-Programm, das wir haben“, sagte Technikchef Jürgen Müller in der vergangenen Woche. Mit der Umstrukturierung vollzieht der Vorstand die Vereinfachungen für die Kunden in der eigenen Organisation nach.

    Zudem trägt die Umstrukturierung der Tatsache Rechnung, dass sich die Softwareentwicklung in den vergangenen Jahren verändert hat. Bei Cloud-Diensten, wie SAP sie anbietet, leisten die Programmierer in der Regel auch einen großen Teil der Wartung, anders als bei der klassischen Methode.

    Die Umsetzung dürfte die Organisation indes noch einige Zeit beschäftigen. Es gebe „noch Lücken im Organisationsdesign und bei Beschreibungen von Verantwortungen und Aufgaben“, monierte der Betriebsrat am Donnerstag in einer internen E-Mail an die Mitarbeiter. Auch bei den „geplanten Maßnahmen des nun einsetzenden Change Managements“ sieht die Mitarbeitervertretung Auffälligkeiten. Sie mahnt daher weitere Beratungen an.

    Mehr: SAP erhöht die Dividende um fünf Prozent – und die Aktie steigt auf ein Rekordhoch.

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