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Softwarekonzern SAP senkt wegen der Coronakrise den Ausblick – Aktie verliert mehr als 20 Prozent

Der Softwarekonzern hat aufgrund der Pandemie-Folgen den Ausblick gesenkt. An der Börse sorgt das für den größten Kurssturz seit 22 Jahren.
25.10.2020 Update: 26.10.2020 - 09:16 Uhr 2 Kommentare
Blick auf die SAP-Zentrale Quelle: dpa
SAP

Der Softwarekonzern leidet unter der Coronakrise. Dies wirkt sich negativ auf die SAP-Aktie aus.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Corona-Pandemie bereitet SAP mehr Probleme als bislang gedacht: Der Softwarehersteller hat nach einem durchwachsenen dritten Quartal den Ausblick fürs laufende Jahr gesenkt. Die Belebung der Nachfrage sei nach erneuten Einschränkungen des öffentlichen Lebens in einigen Ländern verhaltener ausgefallen als erwartet, hieß es am Sonntag in einer Ad-hoc-Mitteilung. Auch die mittelfristigen Ziele korrigierte der Softwarehersteller nach unten.

SAP prognostiziert für 2020 nun einen Umsatz in einer Spanne zwischen 27,2 bis 27,8 Milliarden Euro (zuvor 27,8 bis 28,5 Milliarden Euro) – im Vorjahr betrug der Erlös 27,6 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis soll zwischen 8,1 und 8,5 Milliarden Euro liegen, die Obergrenze lag zuvor um 200 Millionen Euro höher. Im Vorjahr waren es 8,2 Milliarden Euro.

Bei den Aktionären kamen die Nachrichten schlecht an: Der Kurs der SAP-Aktie sank am Montag in den ersten Handelsminuten um fast 21 Prozent auf 98,88 Euro. Das ist der größte Kurssturz seit knapp 22 Jahren. Noch im September hatte die Aktie des Softwarehersteller mit rund 142 Euro einen historischen Höchststand erreicht.

Wie die Krise das Geschäft beeinträchtigt, zeigen die Zahlen fürs dritte Quartal: Der Umsatz sank um vier Prozent auf 6,54 Milliarden Euro, wobei Währungseffekte dazu erheblich beitrugen – bereinigt blieb der Erlös stabil. Das ist dem Cloud-Geschäft zu verdanken, das ein Plus von elf Prozent auf 1,98 Milliarden Euro verzeichnete.

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    Das Betriebsergebnis ging um zwölf Prozent auf 1,47 Milliarden Euro zurück, wozu anteilsbasierte Vergütungen wesentlich beitrugen. Bereinigt stieg es um vier Prozent auf 2,07 Milliarden Euro. Damit verfehlte SAP bei diesen beiden zentralen Werten die Erwartungen der Analysten.

    Grafik

    Es gebe weiterhin ein stabiles Interesse an den Digitalisierungslösungen von SAP, allerdings sei die wirtschaftliche Unsicherheit enorm – „daher werden größere Projekte noch genauer geprüft“, teilte der Konzern mit. Hinzu kommt, dass die SAP-Geschäftsnetzwerke weniger Transaktionen verbuchen. Besonders Concur, über das Unternehmen Reisen buchen können, ist von den aktuellen Beschränkungen betroffen.

    Dagegen erwirtschaftete SAP im dritten Quartal und in den ersten neun Monaten mehr operativen Cashflow, der ein Indikator für die Finanzkraft ist, als erwartet. Der Dax-Konzern hob daher die Prognose fürs laufende Jahr unter Verweis auf die „starke Entwicklung“ seit Jahresbeginn von 5,0 auf 6,0 Milliarden Euro an. Zu dem Anstieg tragen maßgeblich geringere Restrukturierungskosten bei.

    Höhere Investitionen geplant

    Auch in den nächsten zwei Jahren müssen sich Aktionäre auf schlechtere Zahlen einstellen: Der Umsatz werde nur verhalten wachsen, das Betriebsergebnis stagnieren oder leicht zurückgehen, teilte SAP mit.

    Dies ist einerseits auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, die sich „voraussichtlich mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2021“ negativ auswirken werde, andererseits auf die Umstellung des Geschäftsmodells, bei dem nun das Cloud-Computing im Mittelpunkt steht.

    Im Zuge der Coronakrise nutzen Unternehmen in aller Welt verstärkt Lösungen aus der Cloud, die einen geringen Administrationsaufwand, organisatorische Flexibilität und eine ortsunabhängige Nutzung versprechen. Auch für SAP spielt dieses Modell eine zentrale Rolle – der Konzern hat deswegen in den vergangenen Jahren mehrere Spezialisten übernommen.

    Der schnellere Umstieg der Kunden von klassischer Lizenz-Software auf Cloud-Abonnements belastet jedoch die Profitabilität von SAP. So plant der Dax-Konzern höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung, beispielsweise um branchenspezifische Cloud-Lösungen zu entwickeln, zudem will er die Harmonisierung der vielen zugekauften Lösungen beschleunigen. Das kostet in den beiden kommenden Jahren einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag.

    SAP verspricht, dass mit den Investitionen die Effizienz und die Stabilität des Cloud-Betriebs erheblich steigen. Zunächst belasten die Investitionen jedoch die operative Marge, die für viele Investoren eine wichtige Kennzahl ist: Es sei bis 2023 mit einem negativen Effekt von etwa vier bis fünf Prozentpunkten zu rechnen – dabei hatte der Softwarehersteller erst im vergangenen Jahr auf Druck von Investoren ein Effizienzprogramm aufgelegt, um diesen Wert auf 34 Prozent zu steigern.

    Diese Investitionen sollen sich langfristig bezahlt machen. SAP hat sich für 2025 das Ziel gesteckt, den Umsatz auf mehr als 36 Milliarden Euro zu steigern, wozu das Cloud-Geschäft 22 Milliarden Euro beitragen soll. Für das Betriebsergebnis stellt der Softwarehersteller 11,5 Milliarden Euro in Aussicht.

    Vorstandschef Christian Klein rechtfertigte den Schritt. Wegen der Coronakrise verändere sich der Markt dramatisch, es gebe eine verstärkte Nachfrage nach Cloud-Lösungen. „Ich opfere den Erfolg unserer Kunden nicht der kurzfristigen Optimierung unserer Marge“, sagte er am Montag.

    Mehr: Der Vorstand für Produktentwicklung steht für ein großes Ziel: SAP will Kunden ein einheitliches Programmpaket bieten – daran hapert es noch.

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    2 Kommentare zu "Softwarekonzern: SAP senkt wegen der Coronakrise den Ausblick – Aktie verliert mehr als 20 Prozent"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es ist interessant zu sehen, dass auch Unternehmen wie SAP in Corona-Zeiten keine Garantie für starkes Wachstum besitzen. Das könnte auch einzelnen Werten aus dem Nasdaq-Index früher oder später drohen und so manche Blase könnte platzen.

    • Es wäre sehr interessant die Zukäufe, die SAP in den letzten Jahren tätigte, zu bewerten und deren Entwicklung nach dem Zukauf zu beschreiben.

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