Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Softwarekonzern „Schwieriges Umfeld gemeistert“ – SAP übertrifft die Erwartungen

SAP kommt gut durch die Coronakrise: Im zweiten Quartal bricht das Geschäft des Softwarekonzerns weniger ein als befürchtet. Der Aktienkurs steigt deutlich.
08.07.2020 Update: 09.07.2020 - 09:19 Uhr Kommentieren
Das Lizenzgeschäft zieht in Asien wieder an. Quelle: dpa
SAP-Zentrale in Walldorf

Das Lizenzgeschäft zieht in Asien wieder an.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Das Geschäft von SAP ist im zweiten Quartal besser gelaufen als erwartet. Trotz der Coronakrise habe die Tätigkeit allmählich wieder angezogen, teilte der Softwarehersteller Mittwochabend mit. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent auf 6,74 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis aufgrund von Sondereffekten sogar um 55 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro – um Sondereffekte bereinigt lag das Plus bei immerhin sieben Prozent. Auch die operative Marge verbesserte sich deutlich.

„Ich bin sehr stolz darauf, dass unsere Teams das sehr schwierige Umfeld erfolgreich gemeistert und ein besseres Quartalsergebnis erreicht haben als erwartet“, erklärte Vorstandschef Christian Klein in einer Mitteilung, die SAP ad hoc verbreitete.

Durch das breite Portfolio und die „beispiellose Diversifikation“ sowie den hohen Anteil planbarer Umsätze habe der Softwarehersteller die Herausforderungen gut bewältigen können, betonte Finanzchef Luka Mucic. Die vollständigen Ergebnisse veröffentlicht der Dax-Konzern am 27. Juli.

Der Aktienkurs stieg Donnerstagmorgen nach Eröffnung der Börse um gut sechs Prozent und erreichte mit mehr als 137 Euro ein Rekordhoch. Die Marktkapitalisierung beträgt jetzt rund 168 Milliarden Euro, SAP ist damit wertvollster Konzern im Dax.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die positive Entwicklung überrascht. Im April hatte SAP wegen der Coronakrise noch den Ausblick fürs laufende Jahr gesenkt und vor der ungewissen wirtschaftlichen Lage gewarnt, besonders im zweiten Quartal.

    Ein wichtiger Faktor bei der Erholung: Das Geschäft mit Softwarelizenzen entwickelte sich für SAP stärker als erwartet. Der Erlös sank zwar im Zeitraum von Anfang April bis Ende Juni um 18 Prozent auf 0,77 Milliarden Euro, am Jahresanfang war das Minus allerdings noch deutlich höher ausgefallen. In der Region Asien-Pazifik-Japan, zu der auch China zählt, sei es zu einer starken Erholung gekommen, teilte der Konzern mit.

    Das Geschäft mit dem Cloud-Computing wuchs um 21 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro und damit weniger stark als noch in den Monaten zuvor. SAP verwies darauf, dass der Umsatz aus Transaktionen wie der Vermittlung von Geschäftsreisen oder dem Verkauf von Material wegen der Wirtschaftskrise gesunken sei. Der Softwarehersteller bietet mit Ariba, Concur und Fieldglass Geschäftsnetzwerke für Beschaffung, Reisen und Personal.

    Viele Kunden schließen aber weiterhin neue Verträge ab und verlängern alte. Die Kennzahl Current Cloud Backlog, die bereits abgeschlossene, aber noch nicht verbuchte Umsätze darstellt, stieg um 20 Prozent. Die Nachfrage nach Lösungen für digitale Logistikketten, E-Commerce und die Marktforschungsplattform Qualtrics sei „unverändert stark“, erklärte SAP.

    Weiter in Forschung und Entwicklung investieren

    Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation gelang es SAP, die Profitabilität weiter zu steigern. Die bereinigte operative Marge, die für das Management wie auch für Investoren eine wichtige Rolle spielt, stieg deutlich um 1,8 Prozentpunkte auf 29,1 Prozent. Diese Kennzahl lässt Aufwendungen für Übernahmen und Restrukturierungen außen vor und zeigt damit die Entwicklung des Tagesgeschäfts.

    Die „schnelle Reaktion auf die Krise auf der Kostenseite“ habe zu dem starken Anstieg geführt, erklärte Finanzchef Mucic. Der Softwarehersteller hat weniger neue Mitarbeiter eingestellt, bei den Geschäftsreisen gespart, Veranstaltungen virtuell ausgerichtet und die Gebäudekosten gesenkt.

    Trotzdem will SAP weiter in Forschung und Entwicklung investieren, wie Vorstandschef Klein im April in einem Interview mit dem Handelsblatt betonte: „Natürlich sind wir nicht immun gegen die Krise, aber wir sehen uns finanziell sehr gut aufgestellt.“ So arbeitet der Softwarehersteller an branchenspezifischen Cloud-Lösungen.

    Was Investoren freuen dürfte: SAP bestätigte den Ausblick für das laufende Jahr. Der Softwarehersteller geht weiterhin davon aus, „dass sich die Nachfrage im dritten und vierten Quartal allmählich verbessert, wenn Länder ihre Wirtschaft weiter hochfahren und die Einschränkungen für die Bevölkerung gelockert werden“.

    Der Umsatz soll 2020 um ein bis drei Prozent wachsen, für das Betriebsergebnis gibt der Konzern eine Spanne von minus eins bis plus sechs Prozent an. Auch die mittelfristigen Ziele für 2023 behält SAP bei.

    Mehr: Neue Vision für SAP: Wie Christian Klein den Konzern verändert

    Startseite
    Mehr zu: Softwarekonzern - „Schwieriges Umfeld gemeistert“ – SAP übertrifft die Erwartungen
    0 Kommentare zu "Softwarekonzern: „Schwieriges Umfeld gemeistert“ – SAP übertrifft die Erwartungen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%