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Sony zieht personelle Konsequenzen PS3-Debakel schlimmer als befürchtet

Die Produktionsprobleme der Playstation 3 (PS3) von Sony sind offenbar größer als bislang zugegeben. In der Konzernzentrale hüllt man sich dazu zwar bislang in Schweigen, doch die jüngste personelle Veränderung spricht für sich.

HB DÜSSELDORF. Auf einer Konferenz erklärte der Chef des Spielesoftware-Giganten Electronic Arts Larry Probst, Sony habe mit 200 000 Spielekonsolen beim Start Mitte November in den USA gerade mal die Hälfte der angepeilten Stückzahlen verkaufen können. Electronic Arts (EA) ist enger Sony-Partner und größter Lieferant für Playstation-Software. "Wir hatten schon mit weniger gerechnet", sagte Probst auf dem Reuters Media Summit. "Aber wo es geendet hat, hat uns dann doch überrascht."

Ein Sprecher von Sony Computer Entertainment (SCE) Deutschland wollte die Aussagen nicht kommentieren. Aber am heutigen Freitag muss Ken Kutaragi, "Vater der Playstation" und Chef von SCE, überraschend das operative Geschäft an den neuen President und COO Kaz Hirai abgeben. Hirai soll umgehend in Tokio die Arbeit aufnehmen.

Die Playstation, laut Sony-Chef Howard Stringer "das wichtigste Produkt der Gruppe", war nach etlichen Verzögerungen Anfang November in den USA auf den Markt gekommen. Angeblich sollten 400 000 Einheiten - eine bereits nach unten korrigierte Zahl - zur Verfügung stehen. Sogar der Europa-Start war dafür auf 2007 verschoben worden. Grund waren Probleme mit den neuen "Blu-Ray"-HD-Laufwerken. Zum Vergleich: Konkurrent Nintendo konnte in nur acht Tagen über 600 000 seiner neuen Konsole "Wii" in den USA ausliefern.

Die Sony-Schlappe in den USA dürfte ihre Fortsetzung in Japan und Europa finden. Dort startet Nintendos "Wii" am 2. bzw. 8. Dezember. Ein Nintendo-Sprecher wollte keine Details nennen, aber man arbeite "mit Hochdruck an den Vorbereitungen". Sony hatte in Japan nach eigenen Angaben nur 100 000 PS3 auf den Markt werfen können.

Bis Jahresende sollen weltweit zwei Millionen PS3 abgesetzt werden, was Analysten wie PJ McNeally von American Technolgy Review aber schon nicht mehr als realistisch erachten. Nutznießer ist auch Microsoft. Die seit Ende 2005 erhältliche Konsole "Xbox360" soll bis Weihnachten über zehn Millionen mal verkauft sein und hat dann einen komfortablen Vorsprung zu Sony, heute noch Marktführer bei Spielekonsolen der alten Generation. Das Vorgängermodell PS2 war weit über 100 Millionen mal verkauft worden.

Welche Dimensionen das Geschäft mit interaktiver Unterhaltung mittlerweile hat, zeigt Nintendo. In nur acht Tagen des Wii-Launches summierte sich der US-Umsatz mit Konsolen, Software und Zubehör auf 190 Mill. Dollar.

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