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Soundspezialist Bose verärgert Nutzer mit Zwangsupdate für Lautsprecher

Mit einer Software-Aktualisierung kappt der Soundspezialist auf vielen Geräten den Zugang zu freien Internetradios. Nun hagelt es Kritik.
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Bose verärgert Nutzer mit Zwangsupdate für Lautsprecher Quelle: picture alliance / Karsten Lemm
US-Soundspezialist Bose

Ausgerechnet vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft ist die Firma in einen Shitstorm geraten.

(Foto: picture alliance / Karsten Lemm)

Düsseldorf In der neuen Welt der vernetzten Geräte ist alles in Bewegung. Immer mehr Gegenstände im Haushalt sind mit dem Internet verbunden: von der Heizung über den Fernseher bis hin zur Stereoanlage. Das soll nicht nur mehr Funktionen bringen. Gleichzeitig haben sich die Nutzerinnen und Nutzer auch daran gewöhnt, dass ihre Geräte regelmäßig mit Updates versorgt werden, die Verbesserungen bringen.

Der neue Staubsaugerroboter findet sich noch nicht richtig in der Wohnung zurecht? Kein Problem, der Hersteller wird die Schwierigkeiten schon mit der nächsten Aktualisierung beheben. Und dafür muss das Gerät nicht aufwendig in ein Geschäft gebracht werden. Es ist ja mit dem Internet verbunden und kann unmittelbar von Verbesserungen profitieren.

Mit einem Update für seine Internetlautsprecher hat der US-Hersteller Bose nun jedoch viele Nutzerinnen und Nutzer gegen sich aufgebracht. Unter der Ankündigung „Hallo TuneIn (und auf Wiedersehen Internet Radio)“ rollte der Konzern die Aktualisierung aus.

Mit dem Update kappt die Firma für viele Kundinnen und Kunden den Zugriff auf ihre Lieblingsradios. Nun fungiert der kommerzielle US-Dienst Tunein als Mittler. Doch der hat viele Programme nicht im Angebot.

Das US-Unternehmen teilte auf Anfrage mit, es nehme die Kritik ernst. "Uns ist aufgefallen, dass der Wechsel für einige Nutzer abrupt kam", teilte Bose dem Handelsblatt mit. Das Unternehmen lege eine Liste mit allen von Nutzern als fehlend gemeldeten Stationen an. „Wir arbeiten mit TuneIn zusammen, um diese Sender - falls möglich - hinzuzufügen“, hieß es weiter in der Stellungnahme. Zudem werde an einer Funktion gearbeitet, um auch andere Sender manuell für den Empfang hinzufügen zu können.

Bose war es gelungen, einen Trend in Deutschland mit zu prägen. Mehr als jeder fünfte Deutsche besitzt mittlerweile einen internetfähigen Lautsprecher. Das geht aus einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervor. „Mit Wlan-Lautsprechern lässt sich bequem vom Smartphone, Tablet oder Laptop im gesamten Haus Musik abspielen, oder Radio hören“, sagt Christopher Meinecke, Leiter Digitale Transformation im Bitkom.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Lautsprechern mit Bluetooth-Schnittstelle, die lediglich Musik von angeschlossenen Geräten abspielen, unterstützen viele internetfähige Lautsprecher eine Reihe von Funktionen, ohne etwa mit einem Smartphone verbunden zu sein. Per Knopfdruck wird etwa der Stream eines auf eine bestimmte Musikrichtung spezialisierten Internetradios gestartet.

Wegen dieser Funktionen waren die Geräte von Bose beliebt – und deshalb ist die Kritik vieler Nutzer so groß. Denn viele Nutzer klagen, dass ihr Lieblingsradio sich nach der Umstellung nicht mehr hören lässt.

„Internetradio abzustellen und Kunden Tunein aufzuzwingen ist überhaupt nicht akzeptabel“, klagte ein Nutzer auf der Apple-Plattform iTunes über das Update der Bose-Geräte. Ein anderer Nutzer erklärte, er habe sich das Gerät nur gekauft, weil alle seine Lieblingssender unterstützt würden. Nun sei keiner mehr verfügbar. „Jetzt habe ich einen 500 Euro teuren Briefbeschwerer“, meint ein anderer Nutzer.

Viele Kunden beschwerten sich, durch die Aktualisierung habe Bose nachträglich den Funktionsumfang eingeschränkt. Damit habe das Unternehmen die Nutzer getäuscht.

Zudem beklagten sich viele Kunden, sie seien von Bose nicht richtig über die Auswirkungen des Updates informiert wurden. Darüber hinaus sei der Zugriff zwangsweise abgeschaltet worden, ohne dass es eine Möglichkeit gegeben hätte, das Update auszulassen, klagten mehrere Nutzer.

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