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Soziale Medien Demokratin Elizabeth Warren führt Facebook mit erlogener Anzeige vor

US-Präsidentschaftsanwärterin Warren kritisiert Facebook wegen fehlender Faktenchecks. Nun sorgt sie demonstrativ mit einer Lüge per Anzeige für Aufsehen.
14.10.2019 Update: 14.10.2019 - 15:58 Uhr Kommentieren
Elizabeth Warren: So führt die Demokratin Facebook vor Quelle: AP
Präsidentschaftskandidatin der Demokraten Elizabeth Warren

Elizabeth Warren hat am Wochenende Facebook und seinen Chef Mark Zuckerberg öffentlich vorgeführt.

(Foto: AP)

Düsseldorf, San Francisco Die Demokratin Elizabeth Warren ist eine der aussichtsreichsten Bewerberinnen für die US-Präsidentschaftskandidatur – und hat am Wochenende Facebook und seinen Gründer Mark Zuckerberg öffentlich vorgeführt.

Ihr Wahlkampfteam habe absichtlich eine erlogene Anzeige bei Facebook eingereicht, twitterte die Senatorin aus Massachusetts am Samstag. Der Grund: Warren wollte sehen, ob sie tatsächlich veröffentlicht würde. Facebook hätte die Anzeige sehr kurzfristig akzeptiert.

Die Nutzer des sozialen Netzwerks konnten dann lesen: Facebook-Chef Mark Zuckerberg und sein Unternehmen unterstützten die Kampagne zur Wiederwahl von Donald Trump.

Das Verhältnis zwischen Demokraten und dem Silicon Valley ist zerrüttet. Das wird an dem andauernden Streit zwischen Warren und Facebook deutlich. Die US-Politikerin setzt aber auch ihre persönliche Fehde mit Zuckerberg fort.

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    In einer Ansprache an seine Mitarbeiter hatte der Facebook-Chef erklärt, er werde gegen Warren in den Ring steigen, wenn sie Präsidentin werden sollte. Eine Aufzeichnung der Aussage gelangte aus anonymen Quellen an US-Medien.

    Facebook ist nicht gut auf die Politikerin zu sprechen, weil sie sich immer wieder öffentlich für eine potenzielle Zerschlagung der Tech-Riesen ausspricht. Diese sind laut Warren zu mächtig geworden.

    Die kalifornische Tech-Elite, die einst dem Demokraten Barack Obama an die Macht verholfen hat, rückt mehr und mehr in Richtung Republikaner-Lager. Laut des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump pflegt zwar lediglich Apple ein gutes Verhältnis zum Weißen Haus. Aus Sicht der Demokraten dürfte aber Trump einer der größten Profiteure von Facebooks neuer Haltung im Wahlkampf sein.

    Facebook beabsichtige fairen Wettkampf

    Mit ihrer Lügen-Anzeige will Warren darauf aufmerksam machen, dass Facebook Politikern auf seiner Plattform fast alles durchgehen lässt. „Wir legen die Beiträge von Politikern unseren unabhängigen Faktencheckern nicht vor und lassen sie auch dann zu, wenn sie gegen unsere normalen Richtlinien für Inhalte verstoßen“, hatte Nick Clegg Ende September für Facebook erklärt. Der ehemalige britische Politiker ist jetzt bei dem Netzwerk für weltweite Angelegenheiten zuständig.

    Anders als bei anderen Werbekunden dürfen Politiker bei Facebook jetzt auch falsche Aussagen in ihren Kampagnen verbreiten. Facebook würde es so transparent wie möglich machen, wenn Leute für politische Anzeigen bezahlten.

    Zur Begründung sagte Clegg: Journalisten, Experten, Satiriker, Talkmaster und Karikaturisten wie auch rivalisierende Parteien würden in Zeitungen, Fernsehsendungen und sozialen Medien Politiker-Statements analysieren, verspotten, widerlegen und gewichten. „Aber es ist nicht unsere Rolle in politische Aussagen einzugreifen“, erklärte Clegg.

    Auf Warrens Aktion reagierte Facebook am Sonntag nur per Tweet und erklärte, es sei besser, „die Wähler anstatt der Unternehmen entscheiden zu lassen“. Warren antwortete, Facebook müsse sich entscheiden, ob sich das Unternehmen am Geschäft „Desinformation gegen Geld“ beteiligen wolle oder nicht.

    Vor Warrens Tweet hatte bereits eine Anzeige von Trumps Wahlkampfteam, in der dem demokratischen Kandidaten Joe Biden Korruption vorgeworfen wird, für Diskussionen gesorgt. Beweise gibt es für die Unterstellung nicht. Während sich große US-Sender, darunter NBC-Universal, weigerten, den Spot zu senden, lief er unbeanstandet auf Facebook und anderen Internetkanälen.

    Der Nachrichtensender CNN berichtete, Facebook habe sich ausdrücklich geweigert, den Spot auf Wunsch von Bidens Wahlkampfteam zu entfernen und sich auf die Meinungsfreiheit berufen. Facebook selbst ließ dazu ebenfalls über Twitter verlauten, die Anzeige sei von „US-Sendeanstalten über tausendmal gezeigt worden, so wie das Gesetz es vorschreibe“.

    Dieses Vorgehen könnte sich noch als problematisch erweisen, rückt sich Facebook damit selbst in die Nähe von TV- und Radiosendern, die einer ganz anderen Regulierung unterliegen als Internetunternehmen.

    Unverfänglicher für Facebook wäre es in jedem Fall, sich aus dem Geschäft mit der Wahlkampfwerbung zu verabschieden. Das Netzwerk TikTok etwa hat sich für diese Strategie entschieden.

    Ein Blick auf die Zahlen zeigt aber, wie lukrativ Werbeanzeigen für das soziale Netzwerk sind: Trumps Wahlkampforganisation hat CNN zufolge allein in den vergangenen drei Monaten rund fünf Millionen Dollar für Facebook-Werbung ausgegeben, Bidens Wahlkampfteam immerhin rund 700.000 Dollar. Facebook profitiert also ganz erheblich von jeder Anzeige – ungeachtet des Wahrheitsgehalts.

    Mehr: Tonaufnahmen aus internen Treffen belegen: Facebook-Chef Zuckerberg ist nervös. Denn das Image wandelt sich hin zum bedrohlichen Staatsfeind – sogar in den USA.

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