Soziale Netzwerke Facebook fordert Nutzer auf, Freunde zu verpetzen

Will Facebook seine Nutzer zum „Freunde-Verrat“ anstiften? Fest steht: Das Unternehmen geht gegen Mitglieder vor, die unter Pseudonym unterwegs sind. Wer erwischt wird, soll die Kopie seines Personalausweises hochladen.
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Dieses Fenster ploppte in den vergangenen Tagen bei zahlreichen Facebook-Nutzern auf.

Dieses Fenster ploppte in den vergangenen Tagen bei zahlreichen Facebook-Nutzern auf.

„Schalkenullvier“ oder „Der kleine Glückspilz“ – bei Facebook dürfte mit Spitznamen wie diesen eigentlich kein privater Nutzer unterwegs sein. Denn in den Nutzungsbedingungen des weltweit größten sozialen Netzwerks werden Pseudonyme klar verboten. Dort heißt es: „Facebook-Nutzer geben ihre wahren Namen und Daten an und wir benötigen deine Hilfe, damit dies so bleibt.“

Trotzdem melden sich viele Nutzer nicht mit ihrem Klarnamen bei Facebook an. Aus unterschiedlichen Gründen: Die einen scheuen die Öffentlichkeit, weil sie sich vor Stalkern fürchten, die anderen möchten Facebook so wenig wie möglich über sich verraten, wieder andere vielleicht neugierigen Blicken der Kollegen oder des Chefs entgehen.

Allen, die lieber anonym bleiben wollen, sagen Mark Zuckerberg und Co. nun aber offenbar den Kampf an: In den vergangenen Tagen ploppte bei zahlreichen Nutzer ein Fenster auf, das unter dem Motto „Hilf uns dabei Facebook zu verbessern das Profilbild eines Kontaktes zeigt, daneben sein angeblicher Name und die Frage: „Ist dies der echte Name deines Freundes?“ Die Befragten haben vier Antwortmöglichkeiten: „Ja“, „Nein“, „Ich kenne diese Person nicht“ oder „Ich möchte nicht antworten.“

Werden Facebook-Nutzer also aufgefordert, ihre Freunde zu verpetzen? Im Netz kommt die Maßnahme jedenfalls nicht gut an: „Facebook spitzelt über Namen eurer Freunde“, titelt ein Blogger, andere sprechen von „Stasibook“ und „Fratzenbuch“. Gegenüber heise.de erklärte Facebook inzwischen, es handele sich lediglich um einen begrenzten Test, mit dem Accounts bestätigt werden könnten. Ziel sei es, Fake-Accounts zu identifizieren und die Plattform sicherer zu machen.

Verdächtiges Facebook-Profil wurde gesperrt
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7 Kommentare zu "Soziale Netzwerke: Facebook fordert Nutzer auf, Freunde zu verpetzen"

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  • Excellente Rechtsanwälte.

  • Alternativen ?

  • FB braucht das Löschen garnicht zu verbieten: alle Rechte am Content sind bis zur ggf. gelungenen vollkommenen Löschung des Accounts bereits an FB übergegangen.

    Das wird ein Fest werden, das bis zum Supreme Court gehen wird m.E.

  • Ich warte auf den Tag, an dem Facebook das Löschen von Accounts verbietet. Aber eigentlich geht es mich ja gar nichts an, mich Facebook-Verweigerer.

  • Wer die Art und Weise, wie FB mit seinen Usern umgeht, nicht mag, sollte sein Profil löschen (so gut das geht).

    Niemand braucht FB zwingend; wer glaubt, er bräuchte FB wirklich, muß sich eben auch mit allem abfinden, was denen so einfällt.

  • fb steht erst am Beginn "wundervoller" Aussichten: da werden sich einige vermutlich noch ganz gewaltig umschauen, wenn fb sich anschickt, den kommenden bereits jetzt erkennbaren "Milestone" zu implementieren: und da wird kein Jammern helfen: der Nutzungsvertrag kann lediglich von fb selbst geändert werden: die user haben da überhaupt garnichts zu melden.

  • Spitzen Idee. Damit hab ich dann Personalausweiskopien die von der Auflösung her gut genug sind um auf FAXen als Identitätsnachweis zu gelten.

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