Soziale Netzwerke StudiVZ verspricht besseren Datenschutz

Das soziale Netzwerk StudiVZ hat die Sicherheit der Nutzer als Marketingargument entdeckt - auch, weil seine Konkurrenten deswegen gerade abgemahnt wurden.
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Die Logos der Internetnetzwerke StudiVZ und Facebook auf einem Bildschirm. Quelle: dpa

Die Logos der Internetnetzwerke StudiVZ und Facebook auf einem Bildschirm.

(Foto: dpa)

Vor zwei Wochen hat die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) Unterlassungsverfahren gegen die Anbieter MySpace, Facebook, Xing, Lokalisten.de und wer-kennt-wen.de eingeleitet. Diese Unternehmen behandelten die Daten ihrer Nutzer nicht mit der gebotenen Sorgfalt. Der Marktführer StudiVZ, ein Unternehmen des Holtzbrinck-Konzerns, blieb verschont. Am Dienstag hat das Netzwerk eine Kampagne gestartet, um die eigenen Nutzer über Datensicherheit aufzuklären und ihnen ein sogenanntes "Datenschutzversprechen" zu geben.

Zugleich hat StudiVZ ein kurzes Manifest zum selben Thema an alle Konkurrenten verschickt. Darin wird gefordert, dass Unternehmen, die in Deutschland ein soziales Netzwerk betreiben, sich deutschem Recht unterwerfen - was vor allem gegen die US-amerikanischen Konkurrenten von MySpace und Facebook zielt. "Es müssen gewisse Grundspielregeln gelten, auf die ich als Verbraucher einfach vertrauen kann", sagte der CEO von StudiVZ, Markus Berger-de León, nach der Präsentation der Kampagne. Weil StudiVZ Marktführer sei, müsse das Unternehmen mit gutem Beispiel voranzugehen.

Die Nutzer könnten das Vertrauen in die Anbieter von sozialen Netzwerken verlieren, wenn ihre Daten nicht mehr sicher seien, sagte Berger-de León. Dieser Gefahr wolle man mit dem Manifest entgegenwirken. Darin steht letztlich nur, wie Nutzer im Netzwerk ihre Daten vor Missbrauch bewahren können. Wirkliche Neuheiten konnte das Unternehmen nicht präsentieren. Gut, die Twitter-Einbindung ist einsatzbereit, aber das hat mit Datenschutz nichts zu tun.

Es ändern sich Kleinigkeiten: Wer sich im SchülerVZ anmeldet, dessen Profil wird nun per Voreinstellung innerhalb des Netzwerks nicht mehr öffentlich sein. Damit kommt das Unternehmen einer zentralen Forderung von Daten- und Verbraucherschutzverbänden nach. Bei StudiVZ und MeinVZ allerdings bleibt alles beim Alten, die standardmäßigen Profile sind öffentlich, bis der Nutzer das von selbst ändert. Auch wurden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von SchülerVZ so überarbeitet, dass Kinder und Jugendliche sie leichter verstehen können.

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