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Soziales Netzwerk Facebook arbeitet an eigenem News-Bereich

Ende des Jahres will das soziale Netzwerk einen separaten Medienbereich testen. Der Versuch wird zunächst nur in den USA durchgeführt.
Update: 09.08.2019 - 12:30 Uhr Kommentieren
Der Facebook-Gründer hatte angekündigt, das Online-Netzwerk wolle stärker „hochwertige und vertrauenswürdige News“ hervorheben. Quelle: AP
Mark Zuckerberg

Der Facebook-Gründer hatte angekündigt, das Online-Netzwerk wolle stärker „hochwertige und vertrauenswürdige News“ hervorheben.

(Foto: AP)

Düsseldorf Facebook will Ende des Jahres in den USA auf seiner Seite einen eigenen Bereich für Medieninhalte einrichten. Dabei geht es um einen Versuch, den Nutzern vertrauenswürdige Informationen prominenter zu präsentieren. Zumindest bestimmte Medien sollen dafür auch direkt bezahlt werden.

Die Idee hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg erstmals im April in einem Gespräch mit dem Verleger Mathias Döpfner publik gemacht. Jetzt arbeiten die Techniker bei Facebook an dem Vorhaben, bestätigt das Unternehmen.

Bis zu drei Millionen Dollar pro Jahr wolle Facebook Medienunternehmen dafür bieten, Schlagzeilen und Auszüge aus Artikeln zu platzieren, berichtet das „Wall Street Journal“. Für den Testlauf im Gespräch seien die „Washington Post“, der Finanzdienst Bloomberg und die „Wall Street Journal“-Mutter Dow Jones. Facebook selbst gibt dazu noch keine Details bekannt.

Unklar ist deshalb auch noch, wie die beteiligten Medien ausgewählt werden, ob sie sich für die Teilnahme bewerben können und wie sichergestellt wird, dass der Konzern Meinungsvielfalt abbildet und seinen Nutzern keine politische Richtung bei ihrem Medienkonsum vorgibt. Gegenüber dem Springer-Chef Döpfner hatte Zuckerberg gesagt, das Online-Netzwerk wolle stärker „hochwertige und vertrauenswürdige News“ hervorheben.

Der Testlauf bezieht sich vorerst nur auf die USA, heißt es bei der Facebook-Pressestelle in Hamburg. Nachdem der Facebook-Chef selbst seine Ideen zur Zusammenarbeit mit den Medien aber gegenüber einem deutschen Verleger bekanntgegeben hatte, wird es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis das Angebot auch nach Europa kommt.

Die Werbung für die Idee bei Verlegern aus Europa kommt auch nicht von ungefähr: Sie leisten Lobbyarbeit, weil Facebook ihnen Leser und Werbeeinnahmen entzieht. Die Regulierungsbestrebungen der EU gelten als ernstzunehmende Gefahr für Facebook. Eine Zerschlagung des Konzerns wird für möglich gehalten. Die Facebook-Medienseite kann als eine Art Friedensangebot gesehen werden.

Das Vorhaben ist eine Kehrwende: Anfang 2018 hatte Facebook noch bekannt gegeben, künftig mehr Inhalte von Freunden und Familien zu präsentieren und Medieninhalten weniger Gewicht zu geben.

Seit Monaten sucht Facebook nach Möglichkeiten, die Verbreitung von Fake News zu unterbinden. Mit den 2,7 Milliarden Nutzern wird dem Unternehmen zunehmend eine Verantwortung für gesellschaftliche Stabilität und Demokratie zugeschrieben.

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