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Soziales Netzwerk Facebook erwägt separaten Bereich für Presse-Inhalte

Facebook möchte künftig hochwertige Medieninhalte hervorheben. Dafür soll es einen Extrabereich geben, verrät Mark Zuckerberg beim Besuch in Berlin.
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Facebook will Raum für hochwertige Medien schaffen. Quelle: Screenshot Facebook-Video
Mark Zuckerberg und Mathias Döpfner

Facebook will Raum für hochwertige Medien schaffen.

Quelle: Screenshot Facebook-Video

Menlo Park/Berlin Facebook könnte einen separaten Bereich für Medieninhalte einrichten. Das Onlinenetzwerk wolle stärker „hochwertige und vertrauenswürdige News“ hervorheben, sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem am Montag veröffentlichten Gespräch mit dem Springer-Chef Mathias Döpfner.

Dabei schloss er auch Lizenzzahlungen an teilnehmende Medienunternehmen nicht aus. Zugleich betonte Zuckerberg, der Plan stehe noch ganz am Anfang, und Facebook wolle ihn gemeinsam mit der Branche entwickeln.

In Facebooks Einstellung zu Medieninhalten hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Änderungen gegeben. Zunächst wurde das Onlinenetzwerk zu einer immer wichtigeren Plattform für Medienunternehmen, um Nutzer zu erreichen.

Doch dann wurde Facebook unter anderem im Zuge des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 für die massenhafte Verbreitung gefälschter Nachrichten missbraucht – und musste einräumen, schlecht darauf vorbereitet gewesen zu sein.

Vor gut einem Jahr kündigte Zuckerberg an, Beiträge von Familie und Freunden sollen in den Newsfeeds der Nutzer mehr Gewicht als Medieninhalte erhalten. Die Idee eines abgetrennten Bereichs für Medieninhalte – diesen Weg geht unter anderem der Konkurrent Snapchat – lehnte Facebook damals noch ab.

Döpfner betonte, für Medienunternehmen seien ein funktionierendes Geschäftsmodell, und der direkte Zugang zu Nutzern sei besonders wichtig. Attraktive Konditionen für Verlage würden auch dazu beitragen, dass hochwertige Inhalte auf die Plattform kommen, sagte der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns Axel Springer.

In Anlehnung an die EU-Urheberrechtsreform sprach er an, dass Facebook als Plattform eine Lizenz für Medieninhalte erwerben müsste. Der Facebook-Chef sagte, man werde darüber nachdenken.

Zuckerberg sagte auch, ein Medienbereich könne dem Angebot Facebook Watch für Videos ähnlich sehen. Dabei werden den Nutzern sowohl Inhalte von Seiten, die sie abonnieren, angezeigt – als auch andere populäre Videos. „Alles, was wir machen, wird personalisiert sein“, stellte er zugleich klar. Facebook werde aber keine eigenen Journalisten beschäftigen.

  • dpa
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