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Soziales Netzwerk Zufluchtsort für Verschwörer: Auf Parler soll der Sturm aufs Kapitol geplant worden sein

Parler-Gründer und Waffennarr Matze ist von den Ausschreitungen nicht überrascht. Nun haben Google, Apple und Amazon ihre Dienste für seine Plattform ausgesetzt.
10.01.2021 - 13:29 Uhr Kommentieren
Das soziale Netzwerk ist nach dem Aufruhr in Washington massiv in die Kritik geraten. Quelle: AFP
Parler

Das soziale Netzwerk ist nach dem Aufruhr in Washington massiv in die Kritik geraten.

(Foto: AFP)

Düsseldorf John Matze sagt, er sei „nicht wirklich überrascht“ gewesen, als Anhänger von Donald Trump im Kapitol randalierten. Er ist CEO und Mitgründer von Parler, dem Netzwerk, in dem sich viele dazu verabredeten. Und er versteht, warum sie gegen die Verkündung des Wahlsiegs von Trumps Nachfolger Joe Biden vorgehen wollten: „Sie haben das Gefühl, den Medien nicht trauen zu können, sie glauben fest daran, dass die Wahlen geklaut wurden“, sagte er der „New York Times“.

Matze und Parler haben eine gewisse Nähe zu diesem Lager. Hauptinvestorin des 2018 gegründeten Netzwerks ist Rebekah Mercer, Tochter von Hedge-Fonds-Investor Robert Mercer. Die Familie steht hinter mehreren konservativen Projekten und war auch an der Analyse-Firma Cambridge Analytica beteiligt, die die US-Wahlen 2016 zugunsten von Trump manipuliert hat.

Auch viele der Trump-Anhänger, die an dem Sturm auf den US-Kongress beteiligt waren, sollen das soziale Netzwerk genutzt haben. Google, Apple und Amazon haben ihre Dienste für Parler in der Folge schon ausgesetzt. Die Unternehmen führten an, dass die Plattform keine ausreichenden Regelungen zum Schutz vor gefährlichen Inhalten biete.

„Wir sind uns bewusst, dass in der Parler-App weiterhin Beiträge gepostet werden, die zu anhaltender Gewalt in den USA aufstacheln“, antwortete Google auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Apple verwies auf Beiträge von Nutzern, die einen bewaffneten Protest in Washington planten.

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    Parler als digitaler Zufluchtsort für Randalierer

    Gefragt, ob er von den Plänen der Randalierer gewusst habe, sagt Matze: Er würde solche Dinge nicht notwendigerweise überwachen, sondern sehe Parler wie jeder andere auch. „Ich habe schon vor langer Zeit bemerkt, dass manche Accounts versuchten, Leute für private Telegram-Gruppen und ähnliches zu gewinnen“, sagt der 27-Jährige.

    In solchen geheimen Chats hätte Parler nicht mitbekommen können, was besprochen wird. Er habe aber „nicht viele illegale Aktivitäten“ gesehen – und wäre es so gewesen, hätte man diese entfernt.

    Dem „Wall Street Journal“ sagte Mitgründerin Mercer, sie habe Parler zusammen mit Matze gestartet, um eine „neutrale Plattform für freie Rede“ bereitzustellen. Das Netzwerk mit Sitz in Las Vegas wird kaum moderiert und es soll keine Empfehlungsalgorithmen geben, damit Nutzer selbst kontrollieren können, was sie sehen.

    Parler hat sich so zur Alternative für all diejenigen entwickelt, die glauben, Trump und sie würden auf Twitter und Facebook zensiert und benachteiligt.

    Das erste Geld für Parler soll der Gründer im Freundeskreis gesammelt haben. Quelle: ddp/ZUMA
    John Matze

    Das erste Geld für Parler soll der Gründer im Freundeskreis gesammelt haben.

    (Foto: ddp/ZUMA)

    Medienberichten zufolge ist Matze Waffennarr. Laut Einträgen im Karrierenetzwerk LinkedIn hat er Mathematik, Deutsch und Wirtschaft in Denver studiert und war in der Studentenverbindung Lambda Chi Alpha – ebenso wie Mitgründer und Parler-Technologiechef Jared Thomson.

    Nach dem Abschluss 2014 arbeitete Matze als Softwareentwickler bei verschiedenen Firmen, darunter Amazon AWS. Das erste Geld für Parler soll er im Freundeskreis gesammelt haben.

    Gegenüber Forbes beschrieb Matze seine Vision für das Netzwerk so: „Es wird keine Faktenprüfer geben. Es wird Ihnen nicht vorgeschrieben, was Sie denken und sagen sollen. Und kein Polizist wird Sie verhaften, wenn Sie die falsche Meinung haben. Ich denke, dass ist alles, was die Leute wollen. Das ist, was sie mögen.“

    Mehr: Warum es nach der Trump-Ära für Facebook, Twitter und Google noch schwieriger wird

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