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Start-up Software-Spezialist Jedox sammelt mehr als 100 Millionen Dollar ein

Das Freiburger Unternehmen hilft Firmen, die oft noch mit Excel-Tabellen arbeiten. Nun will Jedox sein Wachstum noch einmal deutlich beschleunigen.
12.01.2021 - 14:00 Uhr Kommentieren
Unter den EPM-Spezialisten zählt sich Jedox zu den führenden Anbietern weltweit. Quelle: Jedox
Florian Winterstein

Unter den EPM-Spezialisten zählt sich Jedox zu den führenden Anbietern weltweit.

(Foto: Jedox)

München In der Coronakrise mussten viele Unternehmen ihre Budgets und die Finanzplanung für die kommenden Monate anpassen. Einige von ihnen setzten dabei die Software von Jedox ein. Die Freiburger Firma entwickelt sogenannte EPM-Software (Enterprise Performance Management), die Unternehmen hilft, relevante Daten, die oft noch in Excel-Tabellen geführt werden, für die Finanzplanung in der Cloud auch mithilfe von Künstlicher Intelligenz aufzubereiten und so zu neuen Erkenntnissen zu kommen.

So sollen zum Beispiel Vertriebsabteilungen mit deutlich weniger Aufwand Umsatz und Margen exakter prognostizieren. Nun gelang der Freiburger Firma eine große Finanzierungsrunde. „Wir wollen unser Wachstum weltweit noch einmal deutlich beschleunigen“, sagte Vorstandschef Florian Winterstein dem Handelsblatt. Insgesamt sammelte Jedox in dieser Runde bei den Investoren unter Führung des Venture-Capital-Spezialisten Insight Partners mehr als 100 Millionen Dollar ein.

Ein Teil davon geht an Bestandsinvestoren, die die Runde für einen Ausstieg nutzen. So macht der deutsche Tech-Investor Paul-Josef Patt, der sehr früh dabei war, mit einem seiner eCapital-Fonds Kasse – stockt aber gleichzeitig mit einem anderen Fonds sein Engagement auf. „Jedox hat das Potenzial, ein Einhorn mit Milliardenbewertung zu werden. Wir sind jetzt schon auf dem besten Weg dahin“, sagt er.

Das Marktsegment für EPM-Software ist laut dem Marktforscher Apps run the World zufolge mit weltweit etwa vier Milliarden Dollar noch vergleichsweise klein, es wächst aber überproportional. Die Experten sehen IT-Größen wie Oracle, SAP und IBM als führende Anbieter.

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    Die seien allerdings mit ihren ERP-Systemen (Enterprise Resource Management) vor allem in der Analyse stark, sagt Winterstein. „Wir setzen mit einem großen Business-Verständnis auf diese ERPs eine zusätzliche, nach vorn gerichtete Komponente obendrauf.“

    Unter den EPM-Spezialisten zählt sich Jedox, das laut Branchenschätzungen Umsätze im mittleren zweistelligen Millionenbereich macht und im Kerngeschäft zuletzt um 60 Prozent wuchs, zu den führenden Anbietern weltweit.

    Potenzial für Börsengang gegeben

    In dem Segment ist aber zum Beispiel Anaplan mit höheren dreistelligen Millionenumsätzen noch deutlich größer. Die Firma ist in der Unternehmensentwicklung schon einen Schritt weiter - und an der Börse notiert.

    Durch das Engagement von Insight Partners bei Jedox ist dort ein Börsengang auch wahrscheinlicher geworden. „Insight ist unser Wunschpartner“, sagt Winterstein. Der Wagniskapitalspezialist, der in vielen Softwarefirmen investiert ist, könne helfen, das Geschäft weiter zu skalieren.

    Das Potenzial für einen Börsengang sei grundsätzlich sicherlich gegeben. In Branchenkreisen gilt es aber auch als möglich, dass eines Tages ein großer Stratege den Spezialisten übernimmt.

    Jedox-Chef Winterstein hat viel internationale Erfahrung mit Transaktionen in der Softwarebranche. So war er zum Beispiel Chief Strategy Officer bei Bravo Solution, das auf Lösungen für Einkauf und Beschaffung spezialisiert ist und inzwischen zu Jaggaer gehört.

    Kristian Raue hatte Jedox 2002 gegründet. Das Unternehmen startete mit einer Lösung, die Excel-Anwendungen in webbasierte Applikationen umwandelte. 2014 verkaufte Raue seine Anteile an die Mitgesellschafter eCapital und Wecken & Cie und zog sich aus dem Unternehmen zurück.

    „Das Potenzial ist groß. Viele Firmen wursteln immer noch mit Excel-Tabellen herum“, sagt Patt. Mit der neuen Finanzierungsrunde sei die Firma nun mit Wachstumskapital im Überfluss ausgestattet, um die Technologie weiter auszubauen und weltweit zu expandieren.

    Der Mann hinter der Firma eCapital gilt als einer der erfolgreichsten Tech-Investoren in Deutschland. So beteiligte er sich zum Beispiel früh maßgeblich am Oled-Spezialisten Novaled und dem Batteriespeicher-Produzenten Sonnen und fädelte den Verkauf für dreistellige Millionenbeträge an Samsung und Shell ein.

    Zuletzt beteiligte er sich an einer größeren Finanzierungsrunde beim Dresdner Start-up FMC, das eine stromsparende, nicht flüchtige Speichertechnologie entwickelt hat.

    Mehr: Das sind die 17 aussichtsreichsten Tech-Trends des Jahres.

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